Die Bankenkrise ist auch in Deutschland angekommen – Vorsicht!

Liebe Leser,

vielleicht haben Sie die Nachrichten zur Deutschen Bank und zur Commerzbank in den vergangenen Tagen gelesen. Es gibt Fusionsgerüchte. Isoliert betrachtet sieht es so aus, als solle der Börsenwert für beide Unternehmen schnurstracks nach unten gehen. Es gibt Ausnahmen, Tage, an denen die Kurse wieder zulegen. Wie gesagt, das sind die Ausnahmen.

Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten die Anlagewerte ihrer Anteilseigner um 20, 30 und 40 % reduziert. Das Kernproblem aber ist: Beide Banken wissen nicht mehr, wie sie noch Geld verdienen sollen. Die Niedrigzinsen haben die Margen zusammenschnurren lassen, wenn es um Kredite geht. Das Kreditgeschäft funktioniert im Wesentlichen nicht mehr so gut wie einst. Das sogenannte Investmentbanking für wertvolle Kunden funktioniert ebenso wenig. Dafür ist die Konkurrenz zu groß und zu gut geworden.

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Was tun?

Was bleibt den Banken? Die Fusionsgerüchte haben sich möglicherweise – reine Spekulation – findige PR-Berater ausgedacht, die zumindest eine positive Nachricht verkünden wollen. Denn bei einer Fusion würde die entstehende Großbank sicher produktiver werden. Das Personal würde zusammengestrichen, Filialen zusammengelegt und die Produktpalette um Renditeleichen reduziert werden. Alles schön und gut. Zudem würde natürlich der Vertrieb straffer – und da sind wir bei Ihnen. Oder bei uns allen.

Was können Banken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank uns ernsthaft noch verkaufen? Produkte, die Geld bringen, gibt es nicht viele. Es bleibt am Ende vor allem auch das „Fondsgeschäft“, das noch immer viele Menschen bindet. Fonds müssen nicht nur Aktienfonds sein, sondern auch die in Deutschland sehr beliebten Rentenfonds werden gerne aufgelegt und verkauft. Geschlossene oder offene Immobilienfonds gehören ebenfalls zu den Klassikern.

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Fonds sind Kapitalsammelstellen, bei denen die Banken noch etwas über den Vertrieb, dann durch die zugehörenden Fondsgesellschaften aber auch über die Verwaltungs- und am Ende auch die Depotgebühren verdienen können. Hier lockt das große Geld. Was also wird passieren?

Ich meine: Die Banken stehen vor enormen Zukunftsproblemen. Es wäre nicht überraschend, wenn eine der großen Banken in Deutschland ernsthafte Probleme bekommen wird – die dann wegen des Misstrauens uns alle betreffen. Die Wirtschaft funktioniert nur kreditbasiert.

Eine Fusion, so meine zweite Erwartung, wird es nicht geben. Die Konstruktion ist noch viel zu komplex. Die Bundesrepublik Deutschland hat noch immer große Anteile an der Commerzbank, etwa 15 %. Wie dieser Anteil dann verkauft und verrechnet wird, wäre für einen längeren Zeitraum ein großes Rätsel. Der Bund dürfte nicht einfach die entstehende neue Großbank dadurch aufpäppeln, dass er die Aktien an das Institut verschenkt oder dergleichen. Die Fusion würde auch bei weitem nicht so erfolgreich sein, wie sich das Beobachter versprechen. Dafür sind die Geschäfte zu kompliziert.

Es bleibt, dass die Banken mit Armadas von Beratern auf Sie warten. In den Filialen und möglicherweise auch im etwas offensiveren Verkauf. Es geht um Fonds und möglicherweise auch neue Depotformen bei den Online-Banken-Töchtern. Im Kern aber geht es um Ihr Geld dabei. Deshalb machen Sie es wie Odysseus: Hören Sie im Zweifel hin, lassen sich aber an den Mast binden, wenn der Sirenengesang folgt. Das heißt hier: Schaffen Sie Ihr Geld in Verwendungen, aus denen Sie es nicht mehr abziehen möchten. Gold oder herausragende Aktien mit hohem inneren Wert dürften hier helfen.

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