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Die Aktie des Tages: Kion – was ist zu tun?

Nach der Gewinnwarnung von Kion stellt sich nun die Frage: Was ist zu tun?

Auf einen Blick:
  • Kion-Aktie nach Gewinnwarnung 30 Prozent Richtung Süden geschickt
  • Höhere Kosten können aufgrund fester Verträge nicht weitergereicht werden
  • Künftige Belastungen bereits eingepreist

Liebe Leser,

mich haben zuletzt einige Nachrichten von besorgten Aktionären der Kion-Aktie erreicht. Die Mitteilungen drehten sich hauptsächlich um eine Frage: Warum wurde die Kion-Aktie um 30 Prozent Richtung Süden geschickt? Gerne nutze ich die Gelegenheit, um die neusten Fakten zu erläutern. Die Hauptursache war eine Gewinnwarnung des Unternehmens für das 3. Quartal.

Dabei hat hauptsächlich ein Geschäftsfeld den Konzern in die roten Zahlen gerissen. Das Besondere dabei: Dieser Bereich hat zum ersten Mal in der Konzerngeschichte einen Verlust generiert. Die Hintergründe: Feste Verträge – doch dazu gleich mehr. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der heutigen Analyse zur Kion-Aktie und bedanke mich herzlich bei Ihnen für Ihre Lesertreue!

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Deutsche Bank senkt Kursziel

Am heutigen Handelstag ist die Kion-Aktie erneut in den Fokus der Deutschen Bank Research geraten. Dabei hat der Analyst Gael de-Bray das Kursziel von 54 auf 32 Euro gesenkt, aber die Einstufung weiterhin bei „Hold“ belassen. Aus der Analyse lässt sich entnehmen, dass der Experte die Ergebnisschätzungen für 2022 um 62 Prozent reduzierte. Dies sei auf die jüngste Gewinnwarnung zurückzuführen. Auch für die Folgejahre kappte der Experte die Erwartungen im Schnitt um 45 Prozent. Insgesamt werde es wohl einige Quartale dauern, bis das verlorene Vertrauen zurückgewonnen sei.

Auch DZ Bank zieht nach

Zuvor ist das Papier auch von der DZ Bank analysiert worden. Hier wurde die Einstufung zwar bei „Kaufen“ beibehalten, aber das Kursziel von 55 auf 31 Euro gesenkt. Der Analyst Alexander Hauenstein bleibe trotz der „heftigen“ Gewinnwarnung von dem Geschäftsmodell von Kion überzeugt. Demnach verwies er dabei auf das Wachstum im Bereich Lagerautomatisierung. Doch alles in allem ist auch Hauenstein der Meinung, dass es einige Zeit dauern werde, bis das Anlegervertrauen wieder zurückgewonnen ist.

Rating sogar hochgeschraubt!

Goldman Sachs hat auch eine neue Einschätzung publiziert. Dabei wurde nach dem Kurseinbruch das Rating von „Sell“ auf „Neutral“ hochgeschraubt, aber das Kursziel von 40 auf 23 Euro gesenkt. Der Goldman-Analyst Chris Turner begründete das neue Anlagevotum mit den zuletzt hohen Kursverlusten. Somit preise der Markt hohe Verluste und zukünftige Belastungen/ Schwierigkeiten bereits mit ein.

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Gewinnwarnung mit Kurskapriolen!

Wegen gestiegener Kosten im Projektgeschäft rechnet die Kion Group mit einem Verlust im 3. Quartal. Dabei sollen verschärfte Lieferkettenengpässe sowie deutlich gestiegene Kosten zu erheblichen Ergebnisbelastungen geführt haben. Demnach soll das bereinigte EBIT im laufenden Quartal zwischen minus 100 und minus 140 Millionen Euro liegen, wobei der Konzern im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch 228,9 Millionen Euro verdiente.

Gleichermaßen soll auch der Auftragseingang unter dem Niveau des Vorjahresquartals von 3,107 Milliarden Euro liegen. Umsatzseitig avisiert der Konzern das Vorjahresniveau bei 2,56 Milliarden Euro. Die freien Mittel, also der Free Cashflow, soll unter dem Niveau des 2. Quartals bei 158,9 Millionen Euro liegen.

Worauf ist das zurückzuführen?

Nach einer Unternehmensmitteilung sei ein Großteil dieser negativen Entwicklung auf das Segment Supply Chain Solutions zurückzuführen. Hier werde allen Anschein nach im 3. Quartal das bereinigte EBIT zwischen minus 160 und minus 190 Millionen Euro liegen, nach einem positiven Vorjahresergebnis von 109,3 Millionen Euro. Nach dieser Meldung verlor die Aktie den Boden und notierte knapp 30 Prozent niedriger. Insgesamt hat der Konzern damit fast drei Viertel des Marktwertes verloren.

Kion-Aktie: Was sagen die Experten?

Abschließend blicken wir noch auf alle Einschätzungen kumuliert, um einen Eindruck von der gesamten Stimmung rund um den Konzern zu erlangen. Nach den Daten von Marketscreener wird die Kion-Aktie von 18 Experten der führenden Häuser gedeckt. Dabei sind weiterhin 12 Experten der Meinung, dass Anleger die Aktie kaufen sollten. Dazu sind 6 „Hold“-Ratings am Markt platziert, wodurch sich 1 „Sell“-Empfehlung ergibt. Das durchschnittliche Kursziel beläuft sich dabei auf 49,89 Euro pro Anteilschein. Verrechnet man dies mit dem gestrigen Schlusskurs, so ergibt sich ein weiteres Aufwärtspotenzial in Höhe von 132 Prozent.

Fazit des Tages!

Natürlich stellt sich nun die Frage: Was ist jetzt zu tun? Grundsätzlich muss man sagen, dass das Geschäftsmodell des Konzerns weiterhin intakt ist. Denn perspektivisch ergeben sich im Segment „Automatisierung“ einige Potenziale. Wie ich bereits angeschnitten habe, ist der Großteil des Verlustes auf das Geschäftssegment Lieferketten zurückzuführen. Allerdings ist dieser Bereich das erste Mal in der Unternehmensgeschichte verlustträchtig. Das Problem dabei: Die Verträge sind zu festen Preisen fixiert. Demnach fehlt dem Unternehmen aktuell die Flexibilität, die höheren Kosten weiterzureichen.

Jetzt ist es meiner Meinung nach wichtig, dass das Management sich mit breiter Brust vor die eingeleiteten Gegenmaßnahmen stellt. Dennoch ist es durchaus wahrscheinlich, dass vorerst das Anlegervertrauen über die kommenden Jahre zurückgewonnen werden muss. Warten Sie die neusten Zahlen zum 3. Quartal ab, um weitere Entscheidungen zu treffen. Diese werden am 27. Oktober 2022 veröffentlicht. Für langfristig orientierte Anleger könnte sich perspektivisch eine Chance ergeben.

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Kion
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29,32 EUR
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