Deutsche Rohstoff AG: Exklusiv-Interview mit CEO Dr. Thomas Gutschlag – “Wir konnten Umsatz und Ergebnis deutlich steigern!”

Unser heutiger Interviewpartner ist der CEO der Deutsche Rohstoff AG, Dr. Thomas Gutschlag.

Herr Gutschlag, es freut mich sehr, dass wir heute zusammengekommen sind. Zunächst würde mich interessieren: In welchen Bereichen ist die Deutsche Rohstoff AG überall tätig ist?

Dr. Thomas Gutschlag, CEO Deutsche Rohstoff AG

Dr. Gutschlag: Die Deutsche Rohstoff ist vorrangig in den Bereichen Öl und Gas aktiv. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit ist die Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten in den USA. Begonnen haben wir mit dem Bergbau und Öl- und Gasprojekten in Deutschland. Abgerundet wird unser Portfolio durch aussichtsreiche Bergbau-Beteiligungen unter anderem in Metalle wie Gold, Kupfer und Wolfram.

Wir nutzen die Chancen des Rohstoffmarkts und unsere Erfahrung, um nachhaltig hohe Renditen für unsere Aktionäre zu erzielen. Gerade für unsere Beteiligungen erwarten wir mittelfristig deutliche Wertzuwächse. Treiber sind dabei Themen wie Elektromobilität oder stationäre Energiespeicherung.

Corona-bedingt haben Sie im vergangenen Jahr die Ölproduktion weitgehend pausiert. Doch seit Anfang 2021 produzieren Sie wieder mit voller Kapazität. Welche Entwicklung erwarten Sie für das laufende Jahr?

Dr. Gutschlag: Das ist richtig Herr Möbus. Aufgrund des Corona-bedingten Einbruchs in der Nachfrage nach Öl haben wir in 2020 unsere Förderung drastisch reduziert und unser Öl im Boden gelassen. Nachdem die Nachfrage an Öl seit Ende letzten Jahres wieder angezogen ist, haben wir auch unsere Ölproduktion wieder hochgefahren. Wir produzieren in den USA seit Anfang 2021 mit voller Kapazität.

Wir sind mit dem Start in das laufende Jahr sehr zufrieden, konnten Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Im ersten Quartal belief sich die Gesamtproduktion somit auf 578.912 Barrel Öläquivalent bzw. 329.309 Barrel Öl. Deutlich mehr als erwartet produzierte dabei der Olander-Bohrplatz in Colorado.

Für das Gesamtjahr 2021 sind wir zuversichtlich. Wir erwarten einen Sprung bei Umsatz und EBITDA und rechnen gemäß unserer Ende April veröffentlichten Prognose mit einem Umsatz zwischen 57 und 62 Mio. Euro und einem EBITDA von 42 bis 47 Mio. Euro. Unser Konzernergebnis erwarten wir dadurch deutlich positiv. Auch für das kommende Jahr erwarten wir weiteres Wachstum.

Die Ölpreise haben zuletzt wieder deutlich zugelegt. Worauf ist der rapide Anstieg zurückzuführen?

Dr. Gutschlag: Corona-bedingt sank die Nachfrage nach Öl im vergangenen Jahr massiv, teilweise notierten die Preise für ein Barrel Öl sogar im Negativen. In den vergangenen Monaten haben sich die Ölpreise jedoch wieder deutlich positiv entwickelt. Zurückzuführen ist dies auf die Erholung der Wirtschaft rund um den Globus, mit der auch eine steigende Nachfrage nach Öl einhergeht. Spätestens mit der Impfstoffentwicklung und der positiven Impfsituation in vielen Ländern hat sich die Lage spürbar aufgehellt.

Regierungen und Zentralbanken investieren zudem hohe Summen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. In den meisten Branchen normalisiert sich die Geschäftstätigkeit wieder. Darüber hinaus produziert die OPEC aktuell weiter unter ihren Möglichkeiten und dürfte dies auf absehbare Zeit weiter tun.

Vielen Dank für diesen detaillierten Einblick! Wo sehen Sie die Ölpreise mittelfristig?

Dr. Gutschlag: Wir erwarten, dass das Preisniveau kurzfristig stabil bleiben wird, also bei einem Preis von 70 bis 75 USD/Barrel. Mittelfristig sehe ich aber weiteres Potenzial für steigende Ölpreise. Dass die Ölpreisentwicklung nachhaltig ist, liegt auch an der Zurückhaltung amerikanischer Schieferölfirmen. Sie haben in den vergangenen Jahren zügig neue Quellen in die Produktion gebracht und so den Preisanstieg gebremst.

Jedoch stagniert aktuell die Produktion von Schieferöl. Es wird also nicht mehr so schnell Öl in den Markt gepumpt wie in den Vorjahren. Nachdem Corona viele Produzenten stark gebeutelt hat, steht Produktionswachstum nun nicht mehr an erster Stelle. Bei vielen Unternehmen stehen nun erst einmal der Schuldenabbau sowie Rückflüsse an Investoren auf dem Plan.

Nun haben Sie in Wyoming (USA) im Jahr 2020 neue Flächen akquiriert. Was sind die Hintergründe des Zukaufs und welche Entwicklung sehen Sie in den kommenden 3 Jahren?

Dr. Gutschlag: Die zur Deutschen Rohstoff gehörende Bright Rock hat 11.300 Hektar Fläche in Wyoming erworben. Wir wollen noch in diesem Jahr mit ersten Bohrungen starten, die unsere Annahmen zur Wirtschaftlichkeit bestätigen sollen und uns die Flächen langfristig sichern. Mit Blick auf das derzeitige Preisniveau sollten sich die Bohrungen in Wyoming auf jeden Fall lohnen. Wir haben dadurch die Möglichkeit, großes zusätzliches Potenzial zu erschließen.

Dabei wünsche ich Ihnen bereits vorab viel Erfolg! Sie halten weiterhin eine Beteiligung am Wolfram-Produzenten Almonty Industries. Hier soll in Südkorea bald mit der Produktion begonnen werden. Wie ist hier der aktuelle Stand der Dinge?

Dr. Gutschlag: Bei unserer Wolfram-Beteiligung Almonty läuft soweit alles nach Plan. In der südkoreanischen Sangdong-Mine ist die Wolfram-Produktion ab Ende 2022 bzw. Anfang 2023 vorgesehen. Almonty ist einer der größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas und wird mit Sangdong rund ein Drittel des gesamten Wolframs außerhalb Chinas und 7 bis 10 Prozent des weltweiten Angebots produzieren.

Abnehmer der Wolfram-Konzentrate ist die Plansee-Gruppe aus Österreich. Mit ihr wurde ein Abnahmevertrag mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren geschlossen, der Almonty einen Mindestpreis für ein Umsatzvolumen von mindestens 750 Mio. CAD über die Laufzeit garantiert. Finanziert wird das Sangdong-Projekt im Übrigen mit Einbindung der KfW-IPEX Bank, einer Tochter der deutschen staatlichen Förderbank KfW. Mit ihr wurde ein Projektfinanzierungsvertrag über ein Volumen von 75,1 Mio. Euro geschlossen.

Das hört sich sehr spannend an. Zum Abschluss habe ich nun noch eine Frage an Sie, Herr Dr. Gutschlag: Wer oder was hat Sie in der Pandemie besonders beeindruckt?

Dr. Gutschlag: Aus meiner Sicht waren die Erfolge der Impfstoffhersteller extrem beeindruckend. Sie haben in kürzester Zeit sehr wirksame Impfstoffe entwickelt und weltweit verfügbar gemacht. Damit haben sie eine Perspektive geschaffen und geholfen, die schwere Krise zu überwinden. Dass mit BioNTech ein deutsches Unternehmen führend in der Entwicklung war, ist natürlich besonders erfreulich.

Ich bedanke mich für das Interview. Dazu wünsche ich Ihnen und Ihren Mitarbeitern weiterhin alles Gute für die Zukunft!



Deutsche Rohstoff Forum

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http://www.intelligent-investieren.net/2021/07/kissigs-aktien-report-deutsche-rohstoff.html
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Bitte ignoriert meinen Beitrag hierüber, habe die Moderation bereits um seine Löschung gebete
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Das ist natürlich eine ziemliche Verdummung - und das weisst der Schreiberling natürl
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