Der Wahnsinn – was ist mit BioNTech los?

Liebe Leser,

der Biotechnologie-Sektor wird aktuell immer interessanter. Das Unternehmen BioNTech hat jetzt Zahlen publiziert. Die Quartalszahlen waren – wie ich es nicht anders erwarten würde – nicht besonders gut. Die Börse aber hat das Unternehmen nun massiv abgestraft. Der Kurs der Aktie ging mit zeitweise weniger als 59 Euro regelrecht baden.

Da die Gesamtmärkte derzeit wenig Stoff für andere Diskussionen melden, widme ich mich dieser Angelegenheit heute ausführlich. Denn jetzt wird deutlich, in welche Richtung der Sektor überhaupt läuft.

Verlassen auf Corona?

Ich habe die Befürchtung, der Sektor verlässt sich derzeit viel zu stark darauf, für Corona entsprechende Impfstoffe oder Wirkstoffe zu finden. Wenn es zu Enttäuschungen kommt, wird die Börse wahrscheinlich die Werte abstrafen.

BioNTech: Abgstraft – kurzfristig schlecht

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Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

BioNTech ist eines der Opfer dieser unglaublichen Erwartungshaltung. Sehen wir uns die Daten an, die jüngst angefallen sind. Das Unternehmen gab anlässlich der Quartalszahlen allerdings zunächst folgende Daten zu Protokoll.

  • BioNTech weist liquide Mittel in Höhe von 573 Millionen Euro aus. Dabei sind in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres Umsätze von 69,4 Millionen Euro erwirtschaftet worden.
  • Im Vergleich zum vorhergehenden Jahr hat BioNTech auf diese Weise immerhin ein Plus von mehr als 17 Millionen Euro erzielt – oder etwa einem Drittel. Denn 2019 waren in den ersten beiden Quartalen Umsätze von 51,9 Millionen Euro verbucht worden.
  • Die Kosten für die Abteilung Forschung und Entwicklung allerdings sind massiv gestiegen. Noch 2019 lagen diese Kosten bei 110,6 Millionen Euro. 2020 dann sind die Aufwendungen auf 160,3 Millionen Euro geklettert. Dies sei, so gab BioNTech bekannt, vor allem durch eine höhere Anzahl an Mitarbeitern begründet.
  • Der Verlust ist sogar gestiegen. Nun beläuft sich der sogenannte Nettoverlust auf einen Betrag von 141,7 Millionen Euro. Dies sind noch im Vorjahr lediglich 90,8 Millionen Euro gewesen. Damit stieg der Verlust um 51,7 Millionen Euro oder um über 50 %. Bezogen auf den Umsatz ist der Nettoverlust etwa doppelt so hoch. Die Relation hat sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschlechtert, als BioNTech nur etwa 80 % mehr Nettoverlust erwirtschaftete als Buchverluste erklärt werden mussten.
  • Auf der anderen Seite kann das Unternehmen nun mit deutlich höheren künftigen Umsätzen rechnen – sofern der Impfstoff gegen das Corona-Virus tatsächlich a) erfolgreich und b) mit wenigen Nebenwirkungen an den Markt kommen kann.

Umsätze aus den künftigen Impfstoff-Aufträgen

Dabei hat BioNTech zusammen mit seinem Partner Pfizer einen Auftrag von der US-Regierung erhalten. Zunächst belaufen sich die künftigen Lieferverpflichtungen bei einer erfolgreichen Impsftoff-Einführung auf 100 Millionen Impfdosen. Im zweiten Anlauf würde BioNTech insgesamt 500 Millionen Impfstoff-Dosen zusätzlich liefern dürfen / müssen.

Der Preis für die erste Lieferung kann durchaus als Maßstab für die künftige Geschäftsentwicklung gelten. Er liegt bei immerhin bei 19,95 Dollar pro Impfstoffdosis. Käme es zur Lieferung von 600 Millionen Impfstoffdosen, dann würde sich daraus ein Erlös in Höhe von fast 12 Milliarden Dollar ergeben. Der allerdings gehört dann zum Teil auch Pfizer.

  • Weitere Lieferchancen ergeben sich aus den Vereinbarungen mit anderen Staaten. Dies sind aktuell Großbritannien, Japan und Kanada. Zusammen mit dem US-Auftrag wird ein Umfang von über 250 Millionen Impfstoff-Dosen benannt. Dies wiederum dürfte die genannten 100 Millionen Dosen als Anfangslieferung den USA gegenüber betreffen.
  • Wenn also 250 Millionen Dosen zeitnah geliefert werden könnten und der Kaufpreis identisch ist, dann ergäbe sich ein Erstumsatz von 5 Milliarden Dollar.

Die Dimensionen werden sich daher auf jeden Fall – bei erfolgreicher Lieferung – im Milliarden-Bereich abspielen. Vor dem Hintergrund der bisherigen Umsätze ist dies ein historischer Ausbruch.

BioNTech über 6 Monate – der Markt sieht immer noch Luft

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Deshalb ist auch der Aufwärtstrend nach den jüngsten kleineren Schwierigkeiten noch nicht beendet. Der Markt zweifelt allerdings derzeit offenbar etwas an den o.g. Visionen.

Visionen von BioNTech

  • BioNTech geht weiterhin davon aus, den Impfstoff bis Oktober zur Marktzulassung zu bringen.
  • Damit wäre es möglich, den Impfstoff, hier die untersuchte Sorte BNT 162b2, bis Ende Dezember an den Markt zu bringen.
  • Pfizer und BioNTech haben zusammen in den vergangenen Wochen bereits mit dem Aufbau der entsprechenden Produktionskapazitäten begonnen.

Wie groß aber sind die Chancen?

Wenn allerdings die aktuelle Bewertung an den Börsen auf der Erwartung beruht, der Impfstoff käme an den Markt, bleibt eine andere Frage offen. Dann erwartet der Markt nicht nur für Pfizer, sondern auch für BioNTech einen Milliarden-Umsatz, beispielsweise eine Ver-100-fachung.

Wenn der Impfstoff in der Testserie allerdings nicht erfolgreich ist, dann dürfte diese Kalkulation bei weitem nicht mehr haltbar sein. Wie wahrscheinlich ist es, dass

a) BioNTech zu spät kommt oder

b) der Impfstoff gar nicht an den Markt kommt?

Die Frage a) dürfte bei einem erfolgreichen Testlauf an 30.000 Probanden schnell beantwortet sein. Es gibt derzeit sechs Impfstoffkandidaten, die erfolgreich im Rennen sein sollen – in der Phase III, der abschließenden Phase solcher Studien. Dass andere Unternehmen noch schneller als BioNTech und Pfizer sein werden, gilt demnach als weitgehend unwahrscheinlich, wenn die Testreihe bald schon wieder beendet ist.

Bleibt die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass der Impfstoff überhaupt kommt. 10 % solcher Tests sollen in etwa praktisch erfolgreich sein, heißt es teils. Bei dem Corona-Virus kann dies niemand vorab bestimmen. Diese Zahl zugrunde gelegt allerdings bleiben erhebliche Zweifel.

Dies wiederum hat die Börse offenbar dazu veranlasst, Gewinne mitzunehmen. Das Problem war weniger die Präsentation der ungünstigen Quartalszahlen. Wer also auf die Impfstoffe setzt und auch BioNTech ausgewählt hat, sollte mit sehr engen Stop-Loss-Marken kalkulieren. Wenn es Probleme mit dem Impfstoff gibt, dies wurde zuletzt deutlich, dann wird der Kurs rasant fallen.

Ansonsten sind 92 Euro als Allzeithoch und dann sicherlich auch 100 Euro als obere Hürde ein sehr geeignetes Kursziel. Das Rennen wird sich schon in den kommenden Wochen entscheiden – wir dürfen gespannt sein.

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