Der Kampf um die Währungshoheit

Dass das bestehende weltweite Fiat-Geldsystem zusehends in schwieriges
Fahrwasser gerät, ist unübersehbar. Wohin es treibt, ist aber unklar.
Eine besorgniserregende Entwicklung wäre das Entstehen eines einheitlichen
Weltgeldes; ein Hoffnungsschimmer wäre ein freier Markt für Geld.

WARUM GELD SO WICHTIG IST

Für eine moderne, leistungsfähige Volkswirtschaft ist Geld – das allgemein akzeptierte
Tauschmittel – zu unverzichtbar. Geld erleichtert das Tauschen, befördert
dadurch die friedvolle und produktive Arbeitsteilung und hebt den Wohlstand
der Menschen. Der entscheidende Grund dafür ist: Mit Geld lässt sich eine
Wirtschaftsrechnung durchführen.

Indem die Menschen Geld als Rechnungseinheit, als allgemeine Bezugsgröße („Numeraire“), verwenden, lässt sich die Rentabilität auch der komplexesten und aufwendigsten Produktionswege ermitteln
und miteinander vergleichen. Das wiederum erlaubt den Marktakteuren, rationale
Entscheidungen zu treffen, also was wann wo und wie und in welcher Menge
zu produzieren und zu konsumieren ist.

Die produktive Wirkung des Geldes wird bestmöglich ausgeschöpft, wenn alle an
der Arbeitsteilung teilnehmenden Menschen das gleiche Geld verwenden, also
mit dem gleichen Geld ihre Wirtschaftsrechnung betreiben, national wie international.
So gesehen wäre ein Geld auf der Welt optimal. Diese ökonomische Einsicht
war übrigens im letzten Viertel des 19. Jahrhundert Wirklichkeit: Alle wirtschaftlich
bedeutenden Volkswirtschaften verwendeten Gold als Geld.

Gold war quasi unausgesprochen das Weltgeld. Es vernetzte alle Volkswirtschaften auf das
Engste miteinander, die internationale Arbeitsteilung wurde zum Nutzen aller Beteiligten
vertieft. Doch leider: Den Repräsentanten der Staaten, die bekanntlich
nach politischer Macht streben, war das Goldgeld ein Dorn im Auge.

Den Ersten Weltkrieg, spätestens aber den Zweiten Weltkrieg, nutzten viele Staaten
aus, um das Goldgeld loszuwerden, es durch ihr eigenes ungedecktes Geld –
ihr „Fiat-Geld“ – zu ersetzen. Bei Kriegsende 1945 hatten nahezu alle wichtigen
Währungen keine Golddeckung mehr. Die Ausnahme bildete der US-Dollar. Allerdings
hatten auch die US-Amerikaner bereits eine radikale Kehrtwende vollzogen.
Ab 1933 wurde in den USA der private Goldbesitz unter Strafe verboten.

Die US-Banken mussten die Goldbestände ihrer Kunden an das Schatzamt abliefern,
im Gegenzug dafür bekamen sie US-Dollar-Banknoten und -Giroguthaben
bei der US-Zentralbank. Der US-Dollar war nur noch einlösbar in physisches Gold
im Zusammenhang mit internationalen Zahlungen zwischen Zentralbanken.

Im Jahr 1944 beschlossen 730 Vertreter aus 44 Nationen das System von Bretton
Woods. Der US-Dollar wurde zur „Weltreservewährung“ erkoren. 35 US-Dollar
entsprachen einer Feinunze Gold (also 31,10347… Gramm). Alle anderen wichtigen
Währungen der Welt wurden mit einem festen Wechselkurs an den Dollar
gebunden.

Auf diese Weise hatten auch sie eine – indirekte – Verankerung im
physischen Gold. Dieser sogenannte Dollar-Devisen-Standard hatte allerdings einige
Schwachstellen. Die USA verfügten bei Kriegsende über etwa Zweidrittel
der weltweiten Goldwährungsreserven. Andere Länder konnten nur Goldreserven
aufbauen, wenn sie gegenüber den USA Exportüberschüsse erzielten, die
USA also dauerhaft eine negative Handelsbilanz auswiesen.

INFLATIONÄRE GELDPOLITIK

Dennoch funktionierte der Dollar-Devisen-Standard (der Pseudo-Goldstandard)
von Bretton Woods zunächst recht gut. Die Volkswirtschaften erholten sich, der
Welthandel kam wieder in Gang. Doch in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren
verstrickten sich die USA zusehends in eine aggressive Außenpolitik. Sie wurde
vor allem durch Ausgabe von neuen US-Dollar finanziert, die nicht durch Gold
gedeckt waren. Die Folge war hohe Inflation.

Das Vertrauen in den US-Dollar schwand. Immer mehr Nationen wollten daraufhin ihre US-Dollar-Guthaben in physisches Gold eintauschen. Die US-amerikanische Goldreserve schmolz dahin wie Schnee in der Sonne. Amerika drohte zahlungsunfähig zu werden. Am 15. August 1971 beendete daher US-Präsident Richard Nixon (1913–1994) die Goldeinlösbarkeit des US-Dollar.

Mit diesem unilateralen Beschluss hob die USA-Administration
ein weltweites ungedecktes Geldsystem, ein Fiat-Geldsystem, aus
der Taufe. Seither wird in allen Volkswirtschaften der Welt neues Geld per Kreditvergabe
„aus dem Nichts“ durch Zentralbanken und Geschäftsbanken in Umlauf
gebracht.

Das ungedeckte Geld ist alles andere als unproblematisch. Es leidet – wie die
ökonomische Theorie aufzeigen kann – unter einer ganzen Reihe von ökonomischen
und ethischen Defekten. Es ist chronisch inflationär, seine unablässige
Vermehrung lässt seine Kaufkraft schwinden. Dabei begünstigt es einige wenige
auf Kosten vieler – so gesehen ist es im wahrsten Sinne des Wortes „unsozial“.

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Das ungedeckte Geld sorgt zudem für inflationäre Spekulationsblasen, für Wirtschaftsstörungen
(„Boom-und-Bust“), und es führt vor allem auch zu immer größeren
Schuldenbergen und zu einem immer mächtiger werdenden Staat auf Kosten
der bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten.

Nicht zu vernachlässigen ist zudem die unvorteilhafte Wirkung auf die internationale
Arbeitsteilung und den Handel. Die Vielzahl von Währungen und ihre
schwankenden Wechselkurse erschweren die internationale Arbeitsteilung, lässt
die Treffsicherheit der Wirtschaftsrechnung hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Das Auf und Ab der Wechselkurse, die sich nur allzu leicht von ihrem
„Fundamentalwert“ fortbewegen können, sorgt für Fehler bei der Kapitalallokation,
und auch das geht zu Lasten von Wachstum und Beschäftigung für die
weltweite Wirtschaft.

Bei internationalen Handels- und Finanzmarktgeschäften setzt man traditionell
auf relativ wenige Währungen. Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Systems von
Bretton Woods ist der US-Dollar die weltweit bedeutendste Transaktionswährung,
allen Unkenrufen zum Trotz.

Beispielsweise lauteten Ende 2019 54,5% aller
grenzüberschreitend gehaltenen Bankguthaben auf US-Dollar, nur 25,8% auf
Euro und lediglich 2,5% auf japanische Yen; ein ähnliches Bild zeigt sich im internationalen
Kreditmarkt. Es ist folglich nicht übertrieben zu sagen, dass die
Weltwirtschaft nach wie vor am US-Dollar hängt. Das wiederum ruft – und aus
ganz unterschiedlichen Gründen – Forderungen auf den Plan, diesen währungstechnischen
Status Quo zu reformieren.

VORTEILE EINER EINHEITSWÄHRUNG

Dabei taucht ein Vorschlag immer wieder auf: nämlich eine einheitliche Weltwährung
zu schaffen. Ökonomisch betrachtet wäre das zunächst einmal – wie bereits
gesagt – durchaus sinnvoll: Wenn alle Menschen auf der Welt ein einheitliches
Geld gebrauchen, dann wird produktive Wirkung des Geldes quasi optimiert. Die
Problematik dabei ist jedoch: Wer entscheidet, was als Weltgeld Verwendung
finden soll?

Auf diese Frage gibt es zwei grundsätzlich mögliche Antworten: Der
freie Markt oder der Staat, die Staatengemeinschaft, entscheidet. Die erste Möglichkeit
scheint, wie die Dinge heute stehen, verbaut zu sein. Schließlich haben
die Nationalstaaten in ihrem Territorium das Geldmonopol inne. Die Staaten befinden sich also in der „Geldfrage“ zweifellos in einer machtvolle(re)n Position
als der freie Markt.

Wie eine Welteinheitswährung rein praktisch geschaffen werden kann, das hat
beispielsweise der kanadische Ökonom Robert Mundell (1932–2021) anhand der
von ihm befürworteten Weltwährung „INTOR“ erklärt: Die Wechselkurse der
großen Währungen der Welt – US-Dollar, Euro, chinesischer Renminbi und japanischer
Yen – sind gegenüber der Rechnungseinheit INTOR zu fixieren und durch
eine vereinheitlichte Geldpolitik zu steuern.

Andere Währungen sollen nachfolgend
in den INTOR aufgenommen werden. Mundells Konzept ist übrigens bereits
zur Anwendung gekommen: Der Euro ist ein Mundell’sches „Weltwährungsprojekt
im Kleinen“: Im Jahr 1999 wurden 11 nationale Währungen in die
Einheitswährung Euro überführt. Was im Kleinen möglich ist, lässt sich natürlich
auch „im Großen“, auf globaler Ebene, durchführen.

Die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und das Aufkommen
neuer digitaler Transaktionslösungen könnten sich diesbezüglich als ein Katalysator
erweisen. Man denke nur etwa an Libra“, die monetäre Infrastruktur, die
vom BigTech-Giganten Facebook angedacht wurde. Ursprünglich sollte Libra ein
Korb von nationalen Währungen sein, in enger Anlehnung an das Sonderziehungsrecht
(SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) beziehungsweise die
Europäische Währungseinheit (ECU).

Doch gegen die Libra-Idee haben die Staaten
und Zentralbanken Einspruch erhoben. Ihnen zufolge darf Facebooks „Stablecoin“
kein Währungskorb und damit so etwas wie eine „Weltwährung“ sein;
sie wollen an ihrem Währungsmonopol festhalten. Libra – mittlerweile umbenannt
in „Diem“ – darf nur als „Token“ für eine einzelne nationale Währung
angeboten werden; gestartet wird Diem nun wohl mit einer US-Dollar-Deckung.

Das Aufkommen von Libra/Diem, aber vor allem auch von Bitcoin & Co hat die
Zentralbanken zum Gegenangriff animiert. Viele von ihnen wollen digitales Zentralbankgeld
(englisch: Digital Central Bank Currency (DCBC)) ausgeben. Das digitale
Zentralbankgeld ist zum einen eine Konkurrenz zum Bargeld, es hat das Potential,
Münzen und Banknoten zu verdrängen.

Zum anderen ist es aber auch ein möglicher Ersatz für Bankguthaben. Das wird etwa dann der Fall sein, wenn Bankguthaben jederzeit 1:1 in digitales Zentralbankgeld eingetauscht werden können: Warum sollte man schließlich sein hart erspartes Geld bei unsicheren
Geschäftsbanken parken, wenn man es doch auch bei der sicheren Zentralbank
halten kann?

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Durch die Eintauschmöglichkeit von Geschäftsbankengeld in digitales Zentralbankgeld
treten die Zentralbanken aber nicht nur in Konkurrenz zu Bargeld und
Geschäftsbankengeld. Es passiert noch etwas: Wenn Geschäftsbankengeld 1:1
eintauschbar wird in digitales Zentralbankgeld, wird die unzweifelhafte Kreditqualität
der Zentralbank – sie kann ja nicht Pleite gehen, weil sie in unbeschränktem
Ausmaß Geld zur Bezahlung ihrer eigenen Verbindlichkeiten produzieren
kann – auf den Geschäftsbankensektor übertragen.

Im Kern läuft das auf eine staatliche Versicherung der Kreditmarktrisiken hinaus: Die Einführung von digitalem Zentralbankgeld wird in den Kapitalmärkten die Sorgen verpuffen lassen, Geschäftsbanken könnten künftig noch zahlungsunfähig werden.

SCHRITTE IN RICHTUNG WELTWÄHRUNG

Das wird den Anreiz für die Bankvorstände, immer und überall kaufmännisch
sinnvolle Kreditentscheidungen zu treffen, verringern. Die Fähigkeit der Märkte,
Kreditausfallrisiken angemessen zu bewerten, schwindet beziehungsweise wird
verunmöglicht. Die Fehllenkung von Kapital ist die unweigerliche Konsequenz einer
solchen de facto Verstaatlichung des Kreditmarktes.

Unter diesen Bedingungen dürfte auch das Interesse privater Investoren abnehmen, Banken neues Eigenkapital
zur Verfügung zu stellen: Wer investiert noch sein Kapital, wenn es
nicht risikogerecht verzinst wird? Der Staat, der aus Eigeninteresse die Geschäftsbanken
liquide halten will, wird bei Eigenkapitalknappheit der Banken in die Bresche
springen (müssen) und die benötigten Mittel bereitstellen (müssen); und so
wird die Saat für die (Voll-)Verstaatlichung der Banken gelegt.

Die Ausgabe von digitalem Zentralbankgeld könnte sich also als ein bedeutender
Schritt erweisen, um eine weltweite Einheitswährung aus der Taufe zu heben.
Unterliegen Banken und Kreditmärkte erst einmal vollends dem „staatlichen
Schutz“ – vor allem als Folge der breiten Akzeptanz von digitalem Zentralbankgeld
–, lassen sich Verwerfungen, die bei einer international koordinierten Geldpolitik
und einer daran sich anschließenden Verschmelzung nationaler Währungen
in eine Einheitswährung entstehen können, in den Griff bekommen beziehungsweise
vermeiden:

Wenn die Märkte wissen, dass die Zentralbanken für
Kredit- und Zahlungsausfallrisiken der Banken einstehen, dann wird es unabhängig
von der Marktsituation kaum Zweifel an der Kreditqualität der Geldhäuser
beziehungsweise Spekulationswellen gegen das Vorhaben, ein politisches Weltgeld
zu schaffen, geben.

So gesehen könnte gerade die Einführung des digitalen Zentralbankgeldes eine
Art Katalysator sein, um die Idee einer einheitlichen Weltwährung tatsächlich in
die Tat umsetzen zu können. Doch ist eine Entwicklung denkbar, in der sich die
USA, Europa, China und Japan – um nur die größten Volkswirtschaften zu nennen
– bereitfinden, ihre nationale Währungssouveränität zu Gunsten einer Welteinheitswährung
aufzugeben?

Warum sollte ein Nationalstaat die Hoheit über
das Geld aus der Hand geben? Eine zunehmende real- und finanzwirtschaftliche
Integration der Volkswirtschaften erhöht zweifellos die ökonomischen Anreize,
dem Schaffen einer Einheitswährung zuzustimmen; das Argument, mit einer Einheitswährung
lassen sich die Wirtschaftsrechnung und damit Wachstum und Beschäftigung
verbessern, kann man nicht so ohne weiteres entkräften.

Zweifelsohne wird natürlich der politische Wille der großen Volkswirtschaften
entscheidend sein, deren Bereitschaft und Fähigkeit voranzuschreiten und die übrigen
Volkswirtschaften nachzuziehen – selbst wenn letztere nur mit Zähneknirschen
einwilligen. Doch werden die Staaten sich in der Geldfrage einig werden?
Eine Antwort darauf lässt sich aus heutiger Sicht nicht mit Gewissheit geben. Allerdings
spricht einiges dafür, dass die vergangenen und gegenwärtigen Entwicklungstendenzen
in diese Richtung weisen:

Wenn die Lösung der drängenden
Probleme der Zeit – wie zum Beispiel Finanz- und Wirtschaftskrisen, Terrorismus,
Klima und Gesundheit – zusehends der globalen Zusammenarbeit der Staaten
anvertraut werden soll, wenn auf Zentralisierung und nicht auf Dezentralisierung
gesetzt wird, dann werden auch zusehends die Bedingungen für die Möglichkeit
zur Schaffung einer Welteinheitswährung geschaffen.

EINE BEUNRUHIGENDE AUSSICHT

Die Aussicht auf eine Welteinheitswährung, die von einer von der Gemeinschaft
von Staaten getragenen Weltzentralbank monopolisiert wird, ist nun aber alles
andere als beruhigend. Vor allem weil es absehbar ein ungedecktes Geld wäre,
ein Fiat-Weltgeld. Und das würde nicht nur alle ökonomischen und ethischen Defekte
aufweisen, unter denen das nationale Fiatgeld auch leidet, es würde sie
auch noch potenzieren und globalisieren. Mit dem Fiat-Weltgeld kann die Weltzentralbank beispielsweise einen Boom in Gang setzen, der Fehlentwicklungen
und Spekulationsblasen größten Ausmaßes verursacht.

Und da ein Fiat-Weltgeld
keine Konkurrenz hat, kann es stärker inflationiert werden als das nationale Fiatgeld
durch die nationalen Zentralbanken; für Bürger und Unternehmer gibt es ja
keine Ausweichmöglichkeiten mehr in eine andere Währung, sie sind im Weltgeld
sprichwörtlich gefangen.

Mit einer Weltzentralbank wären zudem viele sehr schwierige Entscheidungen
verbunden. Beispielsweise die Frage, wie stark die Geldmenge ausgeweitet werden
soll und nach welcher Regel. Entwicklungsländer plädieren für eine Ausweitung
der Geldmenge pro Kopf, die entwickelten Volkswirtschaften fordern eine
am Wirtschaftswachstum orientierte Geldmengenausweitung.

Die Interessenkonflikte, die dabei entstehen, können leicht zu Intrigen, Streit und Zank zwischen den Nationen ausarten. Zudem ist die Missbrauchsgefahr eines staatlichen Weltgeldmonopols erschreckend groß.

Die Weltzentralbank kann beispielsweise das Bargeld per Handstreich abschaffen, ohne Kapitalflucht befürchten zu müssen; oder sie kann negative Zinsen erheben und damit eine weitreichende Umverteilung von Einkommen und Vermögen herbeiführen.

Vor allem mit der Verbreitung des digitalen Zentralbankgeldes – das nicht nur
das Bargeld, sondern auch das Geschäftsbankengeld beiseite drängt – erhält die
Weltzentralbank eine besorgniserregende Machtfülle. Die de facto allmächtige
Weltzentralbank kann dann letztlich bestimmen, wer unter welchen Bedingungen
Zugang zum Zahlungssystem und zu den Finanzmärkten bekommt und wer
nicht; zu denken wäre hier an ein Sozialkredit-System a la China.

Sie kann auch alle finanziellen Transaktionsdaten einsehen (in Zeiten der Künstlichen Intelligenz
wird das ein leichtes sein), und die finanzielle Privatsphäre der Menschen wäre
endgültig perdü. Allein schon aus diesen Gründen erscheint eine staatlich monopolisierte
Weltwährung als ein Wegbereiter für ein tyrannisches System. Doch
glücklicherweise ist der Weg in ein Fiat-Weltgeld nicht alternativlos.

FÜR EINEN FREIEN MARKT FÜR GELD

Die Alternative ist, zur „währungshistorischen Normalität“ zurückzukehren und
einen freien Markt für Geld zuzulassen, den Menschen also die Freiheit zurückzugeben,
ihr Geld selbst auswählen zu können. Die Geldnachfrager wären es
dann, die entscheiden, welches Gut sie als Geld verwenden wollen: beispielsweise
Gold, Silber oder Kryptoeinheiten.

Um einen freien Markt für Geld zu ermöglichen,
sind sämtliche Steuern (Mehrwerts- und Kapitalertragssteuer), die auf die
möglichen „Geldkandidaten“ erhoben werden, sowie auch Restriktionen, die
grenzüberschreitenden Transaktionen entgegenstehen, abzuschaffen. In einem
freien Markt werden die Menschen „gutes Geld“ nachfragen (sie werden nicht
schlechtes Geld nachfragen, genauso wie sie gute Turnschuhe und nicht schlechte
nachfragen), und gutes Geld wird sich durchsetzen.

Ganz in diesem Sinne lässt sich das Aufkommen der Kryptoeinheiten interpretieren:
Bitcoin & Co sind in einem (relativ) freien Markt, ohne staatlichen Eingriff,
entstanden, und sie konkurrieren mit den staatlichen Fiat-Währungen um die
Geldfunktion.

Auch sind mittlerweile Anbieter für digitalisierte Wertaufbewahrungs-
und Zahlungssysteme für Gold- und Silbergeld entstanden. So gesehen
lässt sich sagen: Ein freier Markt für Geld ist nur möglich, er ist im wahrsten Sinne
des Wortes „natürlich“. Der Kampf um die Währungshoheit im digitalen
Zeitalter ist in vollem Gange.

Noch haben zwar die staatlichen Währungen die
Nase vorn, vor allem weil die „Macht der menschlichen Gewohnheit“ dem
Staatsgeld in die Hände spielt, aber auch weil die Staaten ihren Währungen
steuerliche und regulative Vorteile gewähren, mit denen konkurrierenden Geldarten
das Leben bewusst schwer gemacht wird. Doch der Kampf ist noch nicht
entschieden.

Wenn Wohlstand und Frieden auf der Welt befördert werden sollen, dann ist die
Abkehr vom staatlichen Geldmonopol unausweichlich, gerade auch vor dem Hintergrund
der Drohkulisse einer möglichen Welteinheitswährung. Diese Schlussfolgerungen
entspringen Erkenntnissen, die die ökonomische Theorie bereithält.

Sie wird derzeit leider kaum gehört, wird übertönt von Lehren, die das staatliche
Geldmonopol als gut und richtig anpreisen, und die die Idee des freien Marktes
für Geld ignorieren oder diskreditieren. Die Idee eines freien Marktes für Geld
lässt sich aber nicht aus der Welt schaffen, wie das Entstehen der Märkte für
Kryptoeinheiten nur zu deutlich zeigt, und wie auch die seit Jahrtausend unverrückbare
Stellung des Goldes als „Grundgeld der Menschheit“ kundtut.

Kurzum:
Es gibt überzeugende volkswirtschaftliche Gründe, die Suche nach besserem
Geld, einen freien Markt für Geld zuzulassen. Denn letztlich geht es bei der Gestaltung
des Geldes um eines: das friedvolle und produktive Zusammenleben der
Menschen, national wie international, zu befördern.

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