Der Aufstieg des Neosozialismus und wie man ihn stoppt

Vor unseren Augen spielt sich eine rasante Abkehr vom System der freien Märkte (beziehungsweise von dem, was davon heute noch übrig ist) ab.

Eine Entwicklung, die nicht nur den Wohlstand, sondern auch das
friedvolle Zusammenleben der Menschen auf dieser Welt gefährdet.

EINLEITUNG

Die Volkswirtschaften erholen sich nur mühsam aus der politisch diktierten Lockdown-
Krise. Dass die internationalen Produktions- und Logistikketten erheblichen
Schaden genommen haben, zeigen anhaltende Produktionsausfälle, Lieferverzögerungen,
steigende Güterpreise und hier und da auch leere Supermarktregale.
Nun könnte man die Hoffnung haben, dass die „Störungen“ über kurz oder lang
behoben werden, sich die weltweite Angebots- und Nachfragestruktur wieder
„normalisieren“ wird.

Doch leider wird diese Hoffnung stark getrübt durch den
sich scheinbar unerbittlich vollziehenden wirtschafts- und gesellschaftspolitischen
Paradigmenwechsel: Vor unser aller Augen spielt sich die politisch-ideologisch
herbeigeführte Abkehr vom System der freien Märkte (beziehungsweise die Abkehr
von dem wenigen, was davon heute noch übrig ist) ab. Es soll einer Art Befehls-
und Lenkungswirtschaftsmodell, eine Art Kommandowirtschaft, Platz machen,
die nichts Gutes für Wohlstand und Frieden auf der Welt verspricht.

Um die Folgen dieser Veränderung besser überblicken zu können, soll in diesem
Aufsatz in einem ersten Schritt die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit des
freien Marktsystems erklärt werden (1). Daran anschließend wird aufgezeigt, wie
und auf welchen Wegen der „Interventionismus“ – der heute nahezu überall auf
der Welt zum allseits akzeptierten Wirtschaftsmodell aufgestiegen ist – seit Jahrzehnten
das freie Marktsystem unterwandert, aushebelt und zerstört (2).

Sodann sollen die ideologischen Hintergründe, die den neuesten Paradigmenwechsel in
Wirtschaft und Gesellschaft an- und vorantreiben, beleuchtet werden (3). In einem
abschließenden Schritt werden Möglichkeiten aufgezeigt, der ideologisch
angetriebenen Zerstörung des marktwirtschaftlichen Systems in der westlichen
Welt wirksam entgegentreten zu können (4).

DAS WUNDER DES FREIEN MARKTSYSTEMS

Was bedeutet eigentlich ein „System freier Märkte“, und was kann er leisten? In
einem System freier Märkte steht es den Anbietern frei, in einen Markt ein- und
auszutreten, und ebenso steht es Nachfragern frei, die Güter nachzufragen, die
sie zu kaufen wünschen. Es herrscht Wettbewerb sowohl auf der Angebots- als
auch auf der Nachfrageseite.

In einem freien Markt nutzen die Menschen die Vorteile der Arbeitsteilung. Mit
ihr lässt sich die Ergiebigkeit der Arbeit erhöhen, sie erlaubt es, mehr und bessere
Güter zu produzieren. Unternehmen formieren sich und machen sich daran,
solche Güter und Dienste zu erzeugen und anzubieten, die die Kunden zu kaufen
wünschen. Sind die Unternehmen dabei erfolgreich, werden sie mit Gewinn
belohnt.

Der Gewinn ermöglicht es ihnen, ihre Produktion im Sinne der Nachfrager
auszuweiten. Erzielt der Unternehmer hingegen einen Verlust, so wandert
sein Kapital sprichwörtlich in die Hände „besserer Wirte“, also zu Unternehmern,
die die Kundenwünsche vergleichsweise besser erfüllen. Das Gewinn-und-
Verlust-Prinzip sorgt folglich dafür, dass die Produktionsleistung an den Kundenerfordernissen
ausgerichtet wird.

Die Bildung der Güterpreise spielt im System der freien Märkte eine besonders
wichtige Rolle. Steigt der Preis eines Gutes, so zeigt dies an, dass das betreffende
Gut knapp ist (relativ zum Angebot anderer Güter). Zum einen hält das die
Nachfrager an, sparsamer mit dem Gut umzugehen. Zum anderen bekommen
Unternehmen das Signal, die Produktion des Gutes auszuweiten.

Die erhöhte Produktionsmenge des Gutes wirkt seinem Preisanstieg entgegen und verbessert
die Versorgungssituation der Nachfrager. Gleiches gilt bei einem Preisrückgang
für ein Gut. Er signalisiert, dass das Gut relativ reichlich vorhanden ist, und dass
die Unternehmer besser andere Güter, deren Preise sich relativ zum verbilligenden
Gut verteuern, vermehrt produzieren sollen.

Der Preismechanismus sorgt sogesehen dafür, dass die knappen Mittel in die Verwendungen gelenkt werden,
in denen sie aus Sicht der Nachfrager den höchsten Nutzen stiften.

Ein freies Marktsystem – und das ist sein Kernmerkmal – zeichnet sich durch Eigentum
aus: Die Produktionsmittel befinden sich im Privateigentum. Der Unternehmer
kann die Gewinne seiner Tätigkeit vereinnahmen, und er muss die Kosten
seines Tuns tragen. Das Bestreben, sein Eigentum zu verhalten beziehungsweise
zu vermehren, hält den Unternehmer in einem freien Markt dazu an, seine
Produktionsleistung konsequent an den Wünschen der Nachfrager auszurichten.

Er setzt seine Produktionsmittel ein, um Güter zu erzeugen, die nicht seinen eigenen
Bedürfnissen, sondern die den Bedürfnissen der Käufer entsprechen. Er
stellt folglich sein Eigentum in den Dienst der Kunden. Und die Kunden sind es,
die mit ihrer Kauf- oder Nichtkaufentscheidung über Erfolg oder Misserfolg des
Unternehmers entscheiden; man kann von „Konsumentensouveränität“ sprechen.

Ein weiteres Charakteristikum des freien Marktsystems ist die Massenproduktion,
also die Erzeugung von Gütern, die für den Verbrauch durch die breite Bevölkerung
vorgesehen sind. Damit verbunden kommt es zu einer Tendenz einer
ständigen Verbesserung des durchschnittlichen Lebensstandards für die große
Zahl der Menschen, das heißt eine fortschreitende Bereicherung der Mehrheit
der Bevölkerung.

Man kann auch sagen (und die Marxisten-Sozialisten mögen
das vielleicht gar nicht hören wollen): Das freie Marktsystem entproletarisiert
den „gewöhnlichen Menschen“, erhebt ihn nach und nach zu dem Rang eines
„Bürgerlichen“.

Wie einleitend bereits erwähnt, entwickelt ein freies Marktsystem eine zunehmende,
immer feiner zergliederte Arbeitsteilung, national wie international.
Denn es ist die Arbeitsteilung, die die Ergiebigkeit der Arbeit erhöht. Sie hält die
Menschen dazu an, diejenigen Güter zu erzeugen, bei deren Herstellung sie vergleichsweise
geringe Kosten haben. Die Arbeitsteilung erlaubt aber nicht nur,
mit gegebener Arbeitsleistung mehr Güter herzustellen, sondern auch Güter zu
erschaffen, die man ohne Arbeitsteilung gar nicht herstellen könnte.

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Vor allem eine dauerhafte Arbeitsteilung eröffnet den Menschen ungeahnte Wohlstandszuwächse.
Das System der freien Märkte lässt eine arbeitsteilige Verbindung zwischen
den Menschen auf aller Welt entstehen, bringt sie zusammen in einem
kooperativen und produktiven Netzwerk zum allseitigen Vorteil. So gesehen ist
der freie Markt ein Friedensprogramm für die Welt.

Der wirtschaftliche Erfolg der westlichen Welt mit seiner umfangreichen Güterversorgung
und hohen technologischen Entwicklung ruht auf dem System der
freien Märkte – die zwar niemals wirklich „ganz frei“ waren, die aber innerhalb
der bestehenden Restriktionen, die die Staaten aufgestellt haben, es immer noch
ermöglichten, den materiellen Wohlstand der Menschen zu befördern; die Unternehmer
hatten offensichtlich noch genügend Freiheiten, ihre Produktionsleistung
auszubauen; die Preissignale waren hinreichend verlässlich, um die Investitionen
zum Erfolg zu führen.

Doch die Errungenschaften des freien Marktsystems
(beziehungsweise der Reste, die heute noch davon übrig sind), werden mittlerweile
immer stärker in Frage gestellt, untergraben, zerstört. Das liegt vor allem
am Aufstieg des „Interventionismus“.

DER AUFSTIEG DES INTERVENTIONISMUS

Wie bereits gesagt, hat es in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Volkswirtschaften
kein freies Marktsystem in „Reinform“ gegeben. Das vorherrschende
Wirtschaftsmodell war vielmehr der „Interventionismus“. Im Interventionismus
befinden sich die Produktionsmittel zwar formal im Privateigentum. Der
Staat schränkt jedoch die Verfügungsrechte der Eigentümer über ihr Eigentum
ein – durch Ge- und Verbote, Regulierungen, Besteuerung etc., und er schreibt
ihnen auch vor, was sie mit ihrem Eigentum tun dürfen und was nicht.

Das Problem des Interventionismus ist nun das Folgende: Die Ziele, die man mit ihn erreichen
will, lassen sich entweder nicht erreichen; oder sie werden nur erreicht, indem
sich unerwünschte und problematische Nebenwirkungen einstellen.

Dazu ein Beispiel: Der Staat will den Mietpreis absenken, um Wohnraum bezahlbar
zu machen. Dazu fixiert er einen Höchstpreis für Mietzahlungen. Wenn der
Höchstpreis für Mieten niedriger ausfällt als die marktübliche Miete, übersteigt
die Nachfrage nach Mietraum das Angebot von Mietraum. Das verknappte Angebot
von Mietraum muss dann irgendwie zugeteilt, also „rationiert“ werden.

Die absehbaren Folgen sind „Warteschlangen“, Korruption, Vetternwirtschaft
etc. Ein Höchstpreis für Vermietung wird Investoren davon abhalten, in den Bau
neuer Wohnungen zu investieren. Das gilt sowohl für Instandhaltungs- als auch
für Erneuerungsinvestitionen. Die Folge ist eine Verschlechterung der Wohnbedingungen
für Mieter. Eine Mietpreisobergrenze reduziert also nicht nur den
Wohnraum, er setzt auch die Wohnqualität der Mieter herab.

Der Interventionismus löst regelmäßig Interventionsspiralen aus: Weil er das Ziel
nicht erreicht oder unerwünschte Nebeneffekte verursacht hat, greift der Staat
zu weiteren Interventionen. Und indem der Staat immer weiter und stärker in das
System der (ursprünglich) freien Märkte eingreift, unterwandert und zerstört er
es.

Kehrt man sich nicht vom Interventionismus ab, beendet man nicht die Interventionismusspirale,
steht am Ende eine Art Befehls- und Lenkungswirtschaft, in
der der Staat bestimmt, wer was wann wo und in welcher Menge zu produzieren
hat, und wer was wann wo und in welcher Menge konsumieren darf. Der Interventionismus
– wenn man sich nicht von ihm abkehrt – führt in die Unfreiheit,
in eine Kommandowirtschaft, die den Wohlstand der Menschen gravierend herabsetzen
und zudem auch Zwang und Gewalt bringen wird.

DER INTERVENTIONISMUS ALS „TROJANISCHES PFERD“

Der Interventionismus ist heutzutage zum allseits akzeptierten Modell geworden:
Die Idee, der Staat solle und müsse in das Marktsystem eingreifen, um politisch
gewollte Ziele zu erreichen, genießt großen Zuspruch. Sie wird hofiert von
den „Gutmeinenden“, die der Auffassung unterliegen, mit dem Interventionismus
ließen sich die unerwünschten „Folgewirkungen“, die sie den freien Märkten
zuschreiben, zähmen beziehungsweise ausschalten – wie Finanz- und Wirtschaftskrisen,
eine zu große Spreizung der Schere zwischen Arm und Reich, Altersarmut
etc.

Doch dieses Bestreben resultiert aus einer falschen Ursachenanalyse.
Denn es ist der Interventionismus, nicht der freie Markt, der für die heute
allseits beklagten Übelstände sorgt, und mit ihm lassen sich die Probleme, die er
verursacht, natürlich nicht aus der Welt schaffen.

Es gibt jedoch auch diejenigen, die den Interventionismus befürworten, weil sie
wissen, dass sich mit seiner Hilfe das System der freien Märkte (beziehungsweise
was davon noch übrig ist) gewissermaßen still und heimlich abschaffen beziehungsweise
zerstören lässt. Mit gut klingenden Vorschlägen empfehlen sie, der
Staat müsse in Wirtschaft und Gesellschaft eingreifen, um vermeintlich bessere
Ergebnisse herbeizuführen.

Und so dringt der Staat tatsächlich in Bildung (Kindergarten,
Schule, Universität), Transport, Medien, Gesundheit, Altersvorsorge,
Geld und Kredit und Umwelt vor, wird überall zum dominanten „Spieler“, hebelt
die verbliebenen Elemente des freien Marktsystems aus, bis das freie Marktsystem
keines mehr ist, bis es nur noch eine leere Worthülle darstellt.

Vor allem marxistisch-sozialistische Kräfte erblicken im Interventionismus eine
Art Trojanisches Pferd. Dank seiner Hilfe lassen sich beispielsweise mit den Themen
„Klimawandel“ und „Coronavirus“ weitreichende – in Friedenszeiten bisher
nie dagewesene – Eingriffe des Staates in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben
scheinbar legitimieren.

Für viele Menschen klingt es gut und richtig,
wenn sie zu hören bekommen: Die Volkswirtschaften dürfen nicht mehr wie
bisher produzieren und konsumieren, weil sonst der Planet unbewohnbar wird.
Und nur der Staat kann die Rettung bringen. Ihm soll daher das Heft beherzt in
die Hand nehmen, soll per Diktat Produktion und Konsum neu zu ordnen. Und
die Verbreitung eines Virus erfordere, dass der Staat (und damit die Sonderinteressengruppen,
die ihn für ihre Zwecke einsetzen) die Gesundheit der Menschen
nach seinen Vorgaben steuert.

DIE AGENDA DER „POLITISCHEN GLOBALISTEN“

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Unter den Anhängern des Interventionismus hat sich in den letzten Jahren ein
besonders „aggressiver Zweig“ herausgebildet: Die Eiferer, die Wirtschaft und
Gesellschaft nach politischen Vorgaben um- und neubauen wollen, und zwar
weltweit. Sie lassen sich treffend als „politische Globalisten“ bezeichnen. Was
sie eint, ist die Überzeugung, dass die Menschen ihr Leben nicht selbstbestimmt
in einer Welt der freien Märkte führen sollen und dürfen, sondern dass sie vielmehr
gesteuert werden müssen von zentraler Stelle. Und wer soll diese „zentrale
Stelle“ besetzen?

Geht es nach den politischen Globalisten, soll diese Macht
einem Kartell der Staaten, am besten einer Art Weltregierung, in die Hände gelegt
werden; einer Interessengemeinschaft von ranghohen Politikern und Bürokraten,
Zentralbankräten, Vertretern von Großunternehmen – also denen, die
landläufig als die „Elite von Davos“ oder das “Establishment“ bezeichnet werden. Der Weg, den der politische Globalismus beschreitet, läuft auf das Errichten
einer Befehls- und Lenkungswirtschaft auf diesem Planeten hinaus, einer Welt-
Kommandowirtschaft.

Sie wäre eine Art „Vorstufe zum Sozialismus“, ist Ausdruck der Idee, die Produktionsleistung
der Volkswirtschaft ließe sich von zentraler Stelle bestimmen, um
eine bessere und gerechtere und umweltschonendere Weltvolkswirtschaft zu erschaffen.

Das soll nicht nur durch direkte Vorgaben erreicht werden (also wie
was wann und wo und unter welchen Bedingungen zu erzeugen ist), sondern
insbesondere auch durch staatliche Einflussnahme auf die Marktpreise – durch
Steuern, aber auch durch Vorgabe von Preisobergrenzen (bei knappen Gütern)
und/oder Preisuntergrenzen (bei reichlich vorhandenen Gütern), die Produktion
und Konsum bestimmter Güter wirtschaftlich verunmöglicht. Das aber ist ein
Weg, der ins Desaster führen muss, weil er das, was vom System der freien
Märkte noch übrig ist, vollends zu zertrümmern droht.

Die Misserfolge des Interventionismus – wie beispielsweise Verteuerung der Güter
und leere Supermarktregale – belehren sie nicht etwa eines Besseren, überzeugen
sie nicht von der Unmöglichkeit des Interventionismus. Sie schreiben die
Zielverfehlungen vielmehr dem Umstand zu, dass die Interventionen nicht weitreichend,
nicht aggressiv genug ausgestaltet waren, und dass man künftig mit
besseren und beherzteren Interventionen zum gewünschten Ziel gelangen werde.

Und so folgt Intervention auf Intervention, und die verbliebenen Elemente
des freien Marktes werden neutralisiert, zusehends außer Kraft gesetzt, zerstört.
Die Verfügungsrechte, die den Eigentümern über ihr Eigentum zustehen, werden
nach und nach immer weiter beschnitten, bis die Eigentümer de facto keine Eigentümer
mehr sind.

Eine Forderung der Interventionisten besteht darin, die Politiken in den unterschiedlichen
Regionen der Welt zu vereinheitlichen – beispielsweise durch Angleichung
der Steuersätze und Arbeitsmarktregulierung, durch Koordination der
Fiskal- und Geldpolitiken etc. Vor allem aber treiben die politischen Globalisten,
die sich des Interventionismus bedienen, auch systematisch die Relativierung und
Diskreditierung des Systems freier Märkte (beziehungsweise deren Überreste) voran.

Beispielsweise propagieren sie die Idee, die Unternehmen dürften nicht länger
kapitalistische Gewinnmaximierung betreiben, sondern müssten den Vorgaben
eines „Stakeholder-Kapitalismus“ folgen: also ihre Tätigkeiten nicht konsequent
an den Eigentümerinteressen, sondern (auch) an den Zielen von Kunden,
Kreditgebern, Zulieferern, Arbeitnehmern sowie auch ihren Heimatgemeinden
ausrichten. Diese „Umerziehung“ des Denkens wird häufig mit der Überschrift
„Kapitalismus neu denken“ angepriesen.

Insbesondere setzt der politische Globalismus bei der Geldanlage der Kapitalsammelstellen
wie Versicherungen, Pensionskassen und Fonds an. Das Prinzip ist
hinlänglich bekannt und wird seit Jahr und Tag bei Staatsanleihen praktiziert. Der
Staat privilegiert seine Schulden. Beispielsweise müssen Banken für Staatsanleihen
kein Eigenkapital vorhalten.

Zudem werden Staatsanleihen von der Zentralbank
privilegiert behandelt, indem sie für Offenmarktoperationen zugelassen
werden. Das erhöht die Attraktivität von Staatsanleihen aus Sicht der Anleger,
und sie leihen dadurch den Staaten ihr Geld zu Konditionen, die ohne derartige
Privilegien, die der Staat seinen eigenen Schulden zukommen lässt, nicht denkbar
wären. Auf diese Weise gelangt der Staat in ganz erheblichem Umfang an das
private Kapital.

Der Staat wird dadurch nicht nur immer größer und mächtiger. Er bekommt
auch eine gewaltige Finanzkraft, die er zu Lenkungszwecken einsetzt – beispielsweise
indem er einige Industriezweige finanziell fördert, andere hingegen
nicht. Eine ganz ähnliche Kapitallenkung, die auf eine Industriepolitik hinausläuft,
erfolgt mittlerweile durch die staatliche Festlegung, was „nachhaltige Investitionen“
sind und was nicht, und welche Unternehmen das „Gütesiegel
ESG“ (ESG: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bekommen und welche
nicht.

Um als „nachhaltiges Geschäftsmodell“ eingestuft zu werden, muss
ein Unternehmen im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen
Werten handeln – Kriterien, die der Staat maßgeblich in seinem Sinne ausgestalten
und erweitern kann. Dabei geraten der Geschäftszweck und die Wertschöpfung
genauso ins politische Fadenkreuz wie die Beziehungen zu sämtlichen Stakeholdern
(Gesellschaftern, Mitarbeitern, Geschäftspartnern etc.), auch Themen
wie „Steuergerechtigkeit“ werden beachtet. Die staatliche Industrielenkung
wird dadurch erweitert und auf private Investoren ausgelagert.

„ALT-SOZIALISMUS“ UND „NEO-SOZIALISMUS“

Der politische Globalismus hat kollektivistische-sozialistische Wurzeln, er ist der
Wegbereiter für einen „Neo-Sozialismus“. Im Vergleich zum „Alt-Sozialismus“
hat der „Neo-Sozialismus“ allerdings ein sehr viel düsteres, finsteres Leitbild. Der
Alt-Sozialismus hatte zumindest noch offiziell zum Ziel, die materielle Güterausstattung
der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern, ihren Lebensstandard zu
heben. (Die Mittel, die er zur Zielerreichung einsetzte, waren jedoch leider die
falschen.) Doch nicht so der Neo-Sozialismus.

Er sieht im Menschen nicht Gottes Schöpfung, sondern einen Erdenzerstörer, dessen Maßlosigkeit in die Schranken
gewiesen werden muss. Sein Ressourcenverbrauch soll reduziert werden. Und
vermutlich mag der ein oder andere politische Globalist auch den Wunsch hegen,
die Weltbevölkerungszahl zu kontrollieren beziehungsweise zu senken,
damit der Planet nicht unbewohnbar wird.

Knappheit und Verzicht, für die der Neo-Sozialismus eintritt, birgt gewaltigen
Sprengstoff. Denn Wirtschaftswachstum, also die Zunahme der verfügbaren Güter
im Zeitablauf, erhöht nicht nur den Lebensstandard der Menschen. Es erweist
sich auch als ein Instrument zur Konfliktvermeidung: Wenn der Kuchen
insgesamt wächst, wird jeder bessergestellt, selbst wenn sein Anteil am Kuchen
gleichbleibt.

Schrumpft der Kuchen jedoch, ist für alle plötzlich weniger da, und
dann nehmen die Verteilungskämpfe unweigerlich an Härte zu. Indem also der
Neo-Sozialismus auf eine Zurückdrängung der Güternachfrage, des Güterangebots
und des Ressourcenverbrauchs hinarbeitet, bringt er unweigerlich die Menschen
gegeneinander auf, national wie international, und die Gefahr kriegerischer
Auseinandersetzung zwischen ihnen steigt.

Wird dem politischen Globalismus nicht Einhalt geboten, wird der Neo-
Sozialismus errichtet, werden die Überreste des freien Marktes auch noch abgeschafft.
Das altbekannte Problem, dass nämlich der Sozialismus und seine Spielarten
undurchführbar sind, würde unerbittlich in Erscheinung treten. Verarmung
der Bevölkerung, der Menschheit, wäre die Folge.

Die politisch herbeigeführte Verteuerung der Energie deutet bereits an, was droht: Die radikale, in einer relativ
kurzen Zeit herbeigeführte Verteuerung der Energie droht, die bestehende
Produktions- und Beschäftigungsstruktur auf der Welt umzustürzen, Unternehmenspleiten
und Massenarbeitslosigkeit auszulösen. Das wiederum wird Rufe
nach dem „helfenden Staat“ laut werden lassen. Der „Staat als Retter“ zahlt
Arbeitslosenunterstützung und Subventionen in großem Stil, sorgt für nachfragewirksame
Ausgabenprogramme.

DER „NEO-SOZIALISMUS“ UND DAS UNGEDECKTE PAPIERGELD

Finanziert wird das durch die Ausgabe neuer Staatsschulden, die von den Zentralbanken
aufgekauft und mit neuem Geld bezahlt werden. Eine nachlassende
Wirtschaftskraft, vor allem aber das Anschwellen der Geldmengen, die die Zentralbanken
ausgeben, treiben die Güterpreise in die Höhe. Das Leben wird teurer,
der Lebensstandard der breiten Bevölkerung sinkt.

Wenn die Menschen nicht die Ursache der Verschlechterung ihrer materiellen Lebenslage erkennen, wird der
Staat sich als dauerhafter „Problemlöser“ aufspielen. Er ergreift Maßnahmen, um
der Verteuerung von Nahrungsmitteln, Mieten, Versicherungsbeiträgen etc. entgegenzuwirken
– beispielsweise durch Erlass von Höchstpreisen (für zum Beispiel
Nahrungsmittel und Transport) und Mindestpreise (für zum Beispiel Löhne). Das
hemmt die Volkswirtschaft, die Produktion leidet, die Versorgungslage der Menschen
verschlechtert sich, und der Plan der Neo-Sozialisten geht auf.

So gesehen ist die (erhöhte) Preisinflation ganz im Sinne des neo-sozialistischen
Programms. Sie bremst nicht nur die wirtschaftliche Expansion, sie macht auch
breite Teile der Bevölkerung zu Bedürftigen, die sich an den Staat wenden (müssen),
um Almosen zu erhalten. Die Entwertung des Geldes und der in Geld ausgewiesenen
Ersparnisse, für die die Preisinflation sorgt, verschafft dem Staat eine
wachsende Gefolgschaft, die ein vitales Interesse an einem großen und finanzstarken
Staat hat.

So gesehen ist es nicht überraschend, dass die Zentralbanken
mittlerweile eine Geldpolitik verfolgen, die die Preisinflation über die 2-
Prozentmarke hinaus treibt. Die Preisinflation ist schließlich keine Naturkatastrophe;
sie ist „menschengemacht“, entweder die Folge von „Fehlern“ oder aber
von gezielt getroffenen Entscheidungen.

Solange die Preisinflation vor den Augen der breiten Bevölkerung verborgen
bleibt, übt die Inflation ihr übles Geschäft aus: Geldentwertung, Zerstörung der
Ersparnisse, Umverteilung. Wenn die Preisinflation aber zu groß wird, dann droht
der Schwindel aufzufliegen.

Dann kann es sogar zur Flucht aus dem Geld kommen:
Die Menschen versuchen, ihr Geld loszuwerden, indem sie es gegen Sachwerte
(Aktien, Häuser, Kunst etc.) eintauschen. Schwindet das Vertrauen in das
ungedeckte Geld, stehen Hoch- oder gar Hyperinflation vor der Tür – es sei denn,
die Zentralbanken schwenken um und reduzieren die Preisinflation, indem sie die
Zinsen anheben und das Geldmengenwachstum abbremsen.

Dann jedoch würde die Schuldenpyramide, die in der westlichen Welt seit Jahrzehnten aufgebaut
wurde, zusammenbrechen und mit ihr die Produktions- und Beschäftigungsstruktur
sowie auch das ganze Neo-Sozialismus-Projekt. Verständlich also, warum die
Zentralbanken alles daransetzen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, sie, die
Zentralbanken, seien unverzichtbar, seien die Garanten für gutes Geld, sie seien
die „Inflationsbekämpfer“. Die Verdrehung der Wahrheit könnte nicht größer
sein.

Das ungedeckte Papier- oder auch Fiat-Geldsystem ist von entscheidender Bedeutung
für den Erfolg des neo-sozialistischen Großprojektes. „Richtig dosiert“, erlaubt
es ihm, das volle Ausmaß der Kosten, die der „Große Neustart“ verursacht,
vor den Augen der Öffentlichkeit zu verschleiern. Wenn es also den Zentralbankräten
gelingt, das Vertrauen der Menschen in das Fiat-Geld zu bewahren, dann
können auch die Neo-Sozialisten mit ihren Umsturzplänen weiter voranschreiten.

Ein Vertrauensverlust in das Fiat-Geld – beispielsweise ausgelöst durch eine hohe
Preisinflation infolge einer zu ungestümen Geldmengenvermehrung – kann hingegen
das Neo-Sozialismus-Projekt aus der Kurve werfen. So gesehen birgt der
aktuelle Auftrieb der Güter- und Vermögenspreise – so schmerzhaft er auch für
die meisten Einkommensverdiener ist – zumindest die Chance, dass der Fiat-
Geldschwindel entzaubert wird und den Neo-Sozialisten sprichwörtlich das Geld
ausgeht.

KAMPF DER IDEEN

Die Menschheitsgeschichte ist nicht – wie Karl Marx es den Leuten eingeflüstert
hat – das Ergebnis von gesellschaftlichen Entwicklungsgesetzen, an deren Ende
notwendigerweise der Sozialismus-Marxismus steht. Sie ist vielmehr von Ideen
bestimmt, die die Menschen antreiben. Wenn sie überzeugt sind, der Sozialismus
ist das heilbringende System, dann werden sie alles daransetzen, den Sozialismus
zu errichten.

Um also das, was sich derzeit sich weltweit vollzieht – das
Vordringen des Staates und das Zurückdrängen des freien Marktsystems –, aufzuhalten
und umzukehren, gibt es keinen anderen Weg, als in den „Kampf um
die besseren Ideen“ einzusteigen – und die schlechten Ideen zu entzaubern, den
guten Ideen – den Ideen der freien Märkte – zum Durchbruch zu verhelfen.

Ökonomisch gesehen ist die Schlacht längst geschlagen: Man kann aufzeigen,
dass der Sozialismus und alle seine Spielarten zum Scheitern verurteilt sind; dass
ihr Scheitern in der Realität kein Zufall, sondern das es auf das Wirken von ökonomischen
Gesetzen zurückzuführen ist.

Da diese Erkenntnis nicht allgegenwärtig ist, muss man aufklären: man muss seine Mitmenschen aufklären über die
Gefahren, die der Sozialismus bringt. Zudem muss man auch erklären, dass das,
was als „grüne Politik“, als „Großer Neustart“ angepriesen wird, geradewegs
aus der sozialistischen Hexenküche stammt, dass sie eine Neuauflage altbekannter
sozialistischer Ideen im neuen Gewand darstellen.

Man kann Aufklärungsarbeiten leisten, indem man beispielsweise Artikel, Podcast, Videos liberaler-libertärer
Denker versendet und deren Bücher verschenkt – an Familienangehörige,
Freunde, Arbeitskollegen. Und man muss auch stets die positive Alternative
aufzeigen, die Eigentum, individuelle Freiheit und freien Märkte bereithalten –
und dass deren Akzeptanz ein dauerhaft friedvolles und produktives Zusammenleben
der Menschen auf dieser Welt möglich macht.

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