DAX: Mal hü, mal hott!

Im DAX ergibt sich nach wie vor keine klare Richtung und verlassen können die Anleger sich derzeit wohl nur auf die hohe Volatilität im Index.

Nach einem besorgniserregenden Rutsch in die Tiefe konterten die Bullen beim DAX am Freitag mit einer ebenso steilen Gegenbewegung. Um 2,76 Prozent konnte der deutsche Leitindex vor dem Wochenende noch einmal zulegen und sich so mit 12.865 Punkten ins Wochenende verabschieden. Neue Impulse ergeben sich aus dieser Entwicklung allerdings nicht. Es bleibt erstmal bei einem übergeordneten Abwärtstrend, der von einer besorgniserregenden Volatilität geprägt ist.

Für Aufwind dürften zuletzt die Schnäppchenjäger gesorgt haben, die nach den teils drastischen Verlusten des Vortags ihre Stunde gekommen sahen. Das sorgte dafür, dass es im gesamten Index nahezu ausschließlich grüne Vorzeichen zu sehen gab. Die rote Laterne bekam letztlich die Aktie der Deutschen Börse überreicht, welche mit einem Mini-Verlust von 0,37 Prozent aber auch schon der einzige Titel mit roten Vorzeichen war.

Aktie Kurs (EUR) (15.7.22) Differenz zum Vortag
Porsche SE 67,48 +5,60 %
Continental 65,94 +5,00 %
Volkswagen 132,24 +4,70 %
Siemens 100,10 +4,42 %
Airbus 103,78 +4,42 %
Mercedes-Benz 52,87 +4,32 %
Adidas 160,96 +4,22 %
MTU Aero Engines 183,00 +4,21 %
BMW 75,12 +4,02 %
Brenntag 61,32 +3,62 %

Beim DAX wird munter spekuliert

An die Spitze des DAX konnten sich unter anderem die Titel von Volkswagen und Porsche setzen. Hier sorgen einmal mehr Gerüchte über einen bald bevorstehenden Börsengang der VW-Tochter Porsche Automobil (dem Autohersteller) für allerlei Kursfantasien. Auch ansonsten war der Index vor allem von guten Hoffnungen und Spekulationen geprägt, während es nur wenig handfeste Entwicklungen zu sehen gab.

Gefreut haben die Anleger sich am Nachmittag sehr über positive Vorgaben aus den USA. Dort reagierten die Börsianer schwer erleichtert auf die Aussagen zweier Notenbanker, welche für die kommende Zinssitzung keine allzu drastische Erhöhung in Aussicht stellten. Die bisher vermuteten 0,75 Prozent werden es wohl werden. Nach den letzten Inflationszahlen aus den Vereinigten Staaten vermuteten allerdings einige Beobachter bereits, dass die Fed die Zinsen um ein ganzes Prozent erhöhen könnte. Zumindest für den Moment wurde solchen Befürchtungen etwas der Wind aus den Segeln genommen.

Garniert wurde das Ganze später noch mit erfreulichen Zahlen der Citigroup. Die US-Bank musste bei den Gewinnen zwar einen Rückgang hinnehmen, konnte den Umsatz aber deutlich steigern und bei dieser Kennmarke die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Das löste einen größeren Kurssprung bei der Aktie des Unternehmens aus und sorgte außerdem dafür, dass die Furcht vor einer Rezession bei den Börsianern etwas abgemildert wurde. Letzteres half dann auch dem DAX auf die Sprünge.

Für den DAX könnte es schlimmer aussehen

Auf Wochensicht schlägt sich der DAX noch immer nicht allzu gut. Der Index konnte die Marke bei 13.000 Punkten nicht mehr ins Visier nehmen und musste letztlich Abschläge von 1,16 Prozent hinnehmen. Wirklich zufrieden können die Anleger damit trotz der Erleichterung am Freitag nicht sein. Es gibt aber auch das eine oder andere hoffnungsstiftende Signal.

Etwa die Tatsache, dass es zuletzt nicht wieder bis auf das 52-Wochen-Tief bei 12.390 Punkten in die Tiefe ging und somit die Hoffnung am Leben bleibt, dass der Tiefpunkt inmitten der laufenden Krise(n) überschritten sein könnte. Allzu sehr können die Börsianer sich darauf aber noch immer nicht verlassen. Gerade die kommende Woche bietet mehr als genug Potenzial für weitere schlechte Neuigkeiten. Dabei wird wieder einmal die Gas-Pipeline Nord Stream 1 eine tragende Rolle spielen.

Die Gassorgen lasten auf dem DAX

Aktuell läuft kein Gas durch besagte Pipeline, was aufgrund von Wartungsarbeiten aber schon seit Längerem so geplant war. Vorgesehen ist, dass der Betrieb am Donnerstag wieder aufgenommen wird. Dahingehend stellen sich den Anlegerinnen und Anlegern derzeit aber einige entscheidende Fragen:

  • Wird Russland Nord Stream 1 wieder mit Gas speisen?
  • Wie hoch werden die Liefermengen ausfallen?
  • Was passiert, wenn die Gasversorgung ausbleibt?
  • Werden auch die restlichen Gas-Pipelines noch abgeschaltet?

Auf all das gibt es bisher keine zufriedenstellenden Antworten und die Anleger können nur abwarten, was als nächstes passiert. Dass das Ganze aber großen Einfluss auf den DAX haben wird, steht jetzt schon fest. Denn sollte Russland die Gaslieferungen kappen, sehen die meisten Ökonomen schwarz für die hiesige Wirtschaft. Einige sagen sogar den Rutsch in die Rezession voraus, was dem DAX dann auch schnell neue Tiefststände bescheren könnte. Entsprechend dürften jegliche Entwicklungen rund um Nord Stream 1 in den nächsten Tagen das entscheidende Thema an den hiesigen Märkten sein.

Erwacht die EZB aus ihrem Dornröschenschlaf?

Ein weiterer wichtiger Termin steht am Donnerstag bei der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Die wird dann ihre nächste Zinssitzung abhalten und wahrscheinlich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit die hiesigen Leitzinsen erhöhen. Das dürfte allerdings eher in homöopathischen Dosen geschehen. In Aussicht gestellt wurde eine Erhöhung von 0,25 Prozent, was von den allermeisten Experten als nicht ausreichend zur Inflationsbekämpfung angesehen wird. Bleibt es dabei, wird es im DAX kaum zu überraschten Reaktionen kommen.

Vielleicht ergibt sich noch das eine oder andere positive Signal aus neuerlichen Quartalszahlen. In der kommenden Woche werden solche unter anderem von Goldman Sachs und Tesla erwartet. Ansonsten bleibt es aber dabei, dass der DAX einen schweren Stand hat und die Zugewinne vom Freitag noch lange kein Fundament für eine wie auch immer geartete Trendwende bilden. Die Volatilität im Index dürfte weiterhin hoch ausfallen und die Anleger müssen sich wohl oder übel weiterhin auf herausfordernde Tage einstellen.

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