BYD und NIO-Aktie: Das soll es noch nicht gewesen sein!

BYD und NIO starteten unterschiedlich in die neue Börsenwoche. Analysten allerdings trauen beiden chinesischen E-Autobauern noch viel zu. Trotz einer Shortseller-Attacke.

Die neue Börsenwoche begann für die chinesischen Autobauer BYD und NIO ganz unterschiedlich: Während die Aktie von BYD am Handelsplatz Frankfurt um merh als zwei Prozent zulegen konnte und bei rund 39 Euro notiert, ging es mit dem aufstrebenden Wettbewerber NIO in die andere Richtung. Um 0,3 Prozent verlor die NIO-Aktie in den ersten Handelsstunden auf 20,24 Euro. Die Kursbewegung könnte sinnbildlich stehen für die Nachrichtenlage: Bei BYD herrscht eitel Sonnenschein, bei NIO zogen dunkle Wolken auf.

BYD kauft Riesengrundstück

BYD hatte in den vergangenen Tagen mit mehreren guten Nachrichten aufgewartet. So hat der chinesische Fahrzeug- und Batteriehersteller laut des Branchendienstes IT Times ein riesiges Grundstück in der chinesischen Metropole Shenzhen gekauft, um vor Ort ein Teile-Projekt zu errichten. Für das rund 554.500 Quadratmeter große Areal soll BYD 403 Mio. Yuan (rund 60,3 Mio. US-Dollar) investiert haben. „Die erste Phase des Industrieparks mit einer geplanten Gesamtinvestition von fünf Mrd. Yuan soll hauptsächlich Autoteile und -zubehör herstellen und  einen jährlichen Produktionswert von etwa 10 Mrd. Yuan mit rund und 18.000 Beschäftigten haben“, so der Bericht.

Doch es ist nicht die einzige Investition des Technologiekonzerns: Laut finanzen.net soll BYD zu dem Investorenkreis des ebenfalls aus China stammenden Halbleiterherstellers TYSiC gehören. Zudem arbeite das Unternehmen am Börsengang der Tochtergesellschaft und Halbleitereinheit BYD Semiconductor an der Shenzhen Stock Exchange (SZSE). Insgesamt soll der Börsengang dem Bericht zufolge 2,68 Milliarden US-Dollar einbringen, die dafür genutzt werden sollen, weiteres Wachstum zu finanzieren.

BYD investiert in Lithium-Minen

BYD soll darüber hinaus sechs afrikanische Lithium-Minen erworben haben, „um zehn Jahre lang mit dem wichtigen Rohstoff für EV-Batterien versorgt zu sein“, wie es heißt. Zudem beabsichtige der Konzern, alle dortigen Lithiumminen zu kaufen. Insgesamt sollen die sechs Minen über 25 Millionen Tonnen Lithiumoxid-Vorkommen verfügen, was etwa einer Million Tonnen Lithiumcarbonat entspreche, so finanzen.net. „Bereits im Juli sollen die ersten Lieferungen aus den Minen beginnen und im nächsten Quartal soll das dort gewonnene Lithium schließlich für die Herstellung der neuen Blade-Batterien von BYD verwendet werden.“

Während BYD also in die Zukunft investiert, hatte NIO sich zuletzt Vorwürfen eines Shortsellers ausgesetzt gesehen. Anfang vergangener Woche warf Grizzly Research dem Elektroauto-Startup Bilanzmanipulation vor. NIO habe eine nicht konsolidierte Tochtergesellschaft mit dem Namen Wuhan Weineng (Mirattery) benutzt, um Einnahmen und Rentabilität aufzublähen, hieß es. Trotz des sofortigen Dementis des Unternehmens rutscht die NIO-Aktie von 23,60 Euro noch am vergangenen Montag auf bis zu 19,35 Euro ab.

NIO-Aktie erholt sich nach Shortseller-Attacke

Knapp die Hälfte des Verlusts haben die Papiere mittlerweile wieder gutgemacht. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass Analysten wie die US-Investmentbank Morgan Stanley laut der IT Times ihre weiterhin positive Einschätzung von NIO bekräftigten. Sie blieben auch nach der Leerverkaufsattacke optimistisch, hieß es. Man glaube, „dass NIOs optimistische Juni-Verkaufszahlen zusammen mit dem guten Volumenverlauf im zweiten Halbjahr, unterstützt durch eine starke Produktpipeline, das Vertrauen der Anleger in die Geschäftstätigkeit des Unternehmens wiederbeleben und eine Erholung der Aktie auslösen werden“, wird das Analysten-Team zitiert.

Und in der Tat: Trotz Lockdown und Problemen in den Lieferketten ist NIO laut Automobilwoche im zweiten Quartal 2022 gewachsen: „Der Tesla-Herausforderer lieferte in den drei Monaten bis Ende Juni 25.059 Fahrzeuge aus, das ist ein Anstieg um 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, so der Bericht. Im Juni setzte das Unternehmen demnach 12.961 Fahrzeuge ab, was einem Anstieg um sogar gut 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

BYD die neue Nummer zwei

Damit ist der Neuling allerdings noch weit entfernt von den Zahlen, die BYD erreicht. Im Monat Juni hatte BYD laut aktueller Berichte insgesamt 134.036 Fahrzeuge abgesetzt, im Mai waren es 114.943, was bereits einer Steigerung um 250,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Im vergangenen Jahr bei den chinesischen PKW-Verkäufen noch auf Platz 13, hat sich BYD laut MarkLines damit hinter Wuling auf Platz 2 vorgearbeitet. Ein Erfolg, der sich auch am Aktienkurs bemerkbar macht:

Kursentwicklung 1 Woche 1 Monat 6 Monate 1 Jahr
BYD-Aktie +2,2% +9,8% +26,7% +55,3%
NIO-Aktie -12,2% +16,4% -26,8% -51,9%

 

Platzhirsch BYD hat sich mittelfristig also weit von NIO abgesetzt. Und doch waren die vergangenen Monate ein Erfolg, waren die Papiere am 12. Mai doch bis auf 11,75 Euro zurückgefallen. In rund acht Wochen hat die NIO-Aktie also wieder um mehr als 70 Prozent zugelegt. Laut der Analystenmehrheit soll es das noch nicht gewesen sein. Laut marcetscreener.com empfehlen aktuell 23 von 25 Experten, NIO zu kaufen oder aufzustocken, lediglich zwei plädieren zum Halten der Anteilscheine.

  • Niedrigstes Kursziel: 147,59 CNY (21,14 Euro)
  • Mittleres Kursziel: 224,80 CNY (32,21 Euro)
  • Höchstes Kursziel: 448,40 CNY (64,24 Euro)

Hohe Kursziele für NIO und BYD

Im Schnitt erwarten die Analysten, die derzeit NIO beobachten, somit einen Kursanstieg der Aktie um rund 60 Prozent. Der mutigste unter den Experten sagt bei NIO mehr als eine Verdreifachung des Börsenwerts voraus. Und selbst der größte Skeptiker sieht immerhin noch etwas Luft nach oben.

Ähnlich positiv gestimmt sind die  Analysten auch bei BYD, trotz der guten Kursentwicklung in den vergangenen Monaten. So hatte etwa die japanische Investmentbank Nomura die Aktie weiterhin mit einem „Buy“ eingestuft. Insgesamt wurde die BYD-Aktie als Top-Pick des Sektors bezeichnet und der faire Wert von zuvor 347 auf nun 360 Hongkong-Dollar angehoben. Mit umgerechnet 44,01 Euro erwartet Nomura somit einen weiteren Anstieg um rund 15 Prozent.

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