BYD-Aktie: Hintertür gefunden!

Chinesische Autohersteller nutzen Plug-in-Hybride, um EU-Sonderzölle zu vermeiden. BYD spart so über 6.000 Euro pro Fahrzeug ein.

Auf einen Blick:
  • Starker Anstieg der PHEV-Verkäufe in der EU
  • BYD zahlt nur 10 % statt 27 % Zoll
  • Verhandlungen über Rücknahme der Sonderzölle
  • Trump-Handelspolitik als möglicher Auslöser

Die Importzölle auf chinesische Elektroautos vonseiten der EU sorgen bei den Unternehmen offenbar für eine Strategieanpassung. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters verkaufen Chinas Autohersteller wie Chery und BYD nun mehr Plug-in-Hybride in der Europäischen Union. Damit können die Unternehmen die Sonderzölle umgehen.

Nach Daten des Forschungsinstituts Rho Motion verkauften die beiden Marken im März 3.269 bzw. 757 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge (PHEV) in der EU. Zum Vergleich: Im Juli 2024 hatte der entsprechende Absatz nahezu bei null gelegen. In dem Monat hatte die EU vorläufige Zölle gegen reine Stromer (BEV) aus China eingeführt. Im November folgten dann Zölle in Höhe von bis zu 45,3 %.

BYD: Chinesen haben Hintertür zum EU-Markt gefunden

Beispiel BYD: Der Konzern zahlt für die Einfuhr seiner BEVs aus China in die EU einen Zoll von 27 %. Bei den PHEVs sind es nur die regulären 10 %. Für einen reinen Stromer des Modells Atto 3 fallen somit in Deutschland rund 10.250 Euro an Zollabgaben an, für einen Seal U PHEV jedoch nur rund 4.000 Euro. Die Chinesen können die Plug-in-Hybride hierzulande somit deutlich günstiger verkaufen.

„Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Hersteller eine Hintertür zum Markt finden“, betonte Didi Bostock von Rho Motion. „Und jetzt haben sie es, durch Hybride.“

Brüssel vs. Peking: Einigung im Dumping-Streit wegen Trump?

Immerhin: Die EU und China verhandeln derzeit über eine mögliche Rücknahme der Sonderzölle auf chinesische Elektroautos. Hintergrund ist offenbar der von Donald Trump angezettelte Handelskonflikt sowohl gegen Brüssel als auch gegen Peking, der die beiden Konfliktparteien nun zusammenschweißen könnte.

Die EU hatte China vorgeworfen, über ultragünstige und subventionierte E-Auto-Importe den hiesigen Markt zu verzerren und heimische Hersteller langfristig auszubooten.

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