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BYD-Aktie: Eine Frage der Einordnung!

Die BYD-Aktie zeigte sich vor dem Wochenende schwächer als andere chinesische Titel. Das lag an einem Großinvestor. Die operativen Zahlen sprechen für den Konzern.

Auf einen Blick:
  • Chinesische Aktien gewannen vor dem Wochenende deutlich
  • Nur die BYD-Aktie verlor an der Nasdaq leicht
  • Investorenlegende Warren Buffett hatte die Märkte verunsichert
  • Dabei meldet der Batterie- und Fahrzeughersteller Rekorde in Serie

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele chinesische Aktien waren vor dem Wochenende deutlich gestiegen. Smartphone-Hersteller Xiaomi etwa legte um gut fünf Prozent zu, Techgigant Tencent ebenso. Der aufstrebende Elektroautobauer NIO verbuchte gar zweistellige Kursgewinne. Der Batterie- und Fahrzeughersteller BYD hingegen, in den Tagen zuvor im klaren Aufwärtstrend, verlor an der Nasdaq sogar leicht, die Aktie ging 0,6 Prozent tiefer bei 24,35 US-Dollar aus dem Handel. Die plötzliche Skepsis der Anleger hatte ihren Grund, eine Investorenlegende hatte vor kurzem BYD-Anteile in Millionenhöhe abgestoßen, wie am Freitag bekannt wurde. Und doch muss dieser Umstand richtig eingeordnet werden.

Buffet stößt weiteres BYD-Aktienpaket ab

Sicherlich: Berkshite Hathaway Inc., die Unternehmens-Holding von Warren Buffett und seinem Partner Charles Munger, hat laut Medienberichten am vergangenen Dienstag insgesamt rund 3,3 Millionen weitere H-Aktien der BYD Company abgestoßen und laut der IT Timens damit gut 560 Mio. Hongkong-Dollar erlöst, was etwa 71,35 Millionen US-Dollar entspreche. Zudem war es nicht das erste Mal, dass sich die Gesellschaft von BYD-Aktien getrennt hat. Im August und im September 2023 hatte Berkshite Hathaway bereits größere Aktienpakete abgestoßen. Und doch hat sich durch die Verkäufe vergleichsweise wenig verändert.

20,04 Prozent aller BYD-Anteile besaß Berkshite Hathaway vor dem 24. August, bevor man sich von 1,33 Millionen Aktien des Mischkonzernes trennte. 19,92 Prozent waren es nach dem Deal. Durch die weiteren Verkäufe ist diese Quote laut des Berichts zum 1. November auf nunmehr 17,92 Prozent gefallen. Damit ist Buffets Holding nach wie vor der mit Abstand größte Anteilseigner an BYD. Nach Angaben von finanzen.net liegt Himalaya Capital Management LLC mit einem Anteil von 5,73 Prozent auf Rang zwei, der Government Pension Fund – Global folgt mit 1,21 Prozent aller Anteile auf Platz drei.

Weiter mit 14 Milliarden Dollar investiert

Zur Einordnung: Der BYD-Konzern kommt aktuell auf eine Börsenbewertung von 73,31 Milliarden US-Dollar, fast 14 Milliarden davon befinden sich somit noch immer in den Händen des Investoren-Imperiums um Warren Buffett. Der jetzt verkaufte Anteil im Wert von 71,35 Millionen Dollar entspricht gerade einmal 0,5 Prozent dieser Summe. Eigentlich eine Lächerlichkeit, unter normalen Umständen zumindest.

Dass die Nervosität an den Märkten dennoch groß ist, hat zweifellos mit der Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft Chinas unter der Führung um Parteichef Xi Jinping insgesamt zu tun. „Anleger fürchten offenbar weitere regulatorische Eingriffe in Chinas Tech-Sektor“, hieß es vor zwei Wochen nach der Vorstellung des neuen, linientreuen Parteigeschwaders etwa in der Süddeutschen Zeitung. Die Kurse chinesischer Titel brachen auf breiter Front ein. Auch BYD litt zunächst.

BYD mit beeindruckendem Quartalsbericht

Dass sich die Papiere bis zum Freitag aber wieder ordentlich erholt hatten, lag die BYD-Aktie am Wochenende trotz aktueller Schwäche doch mit rund neun Prozent im Wochenplus, war keine große Überraschung: BYD hatte Ende Oktober beeindruckende Zahlen aus dem 3. Quartal präsentiert.

  • Der Umsatz war im Jahresvergleich um gut 115 Prozent auf umgerechnet 15,23 Milliarden US-Dollar gestiegen
  • Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Erlöse des Technologiekonzerns damit um immerhin 39,8 Prozent
  • Seit Jahresanfang hatte BYD den Umsatz um 84,4 Prozent auf umgerechnet 36,98 Milliarden Dollar gesteigert

Im Gegensatz zu den aufstrebenden Wettbewerbern aus China, NIO und XPeng etwa, die allesamt noch defizitär arbeiten, verdient der 1995 gegründete Mischkonzern trotz Corona-Krise, Lockdowns und gestörten Lieferketten Geld. Der Nettogewinn von BYD erreichte laut Quartalsbericht zwischen Juli und September 2023 5,72 Milliarden Chinesische Yuan, was rund 788,75 Millionen US-Dollar entspricht. Der Nettogewinn für die ersten neun Monate war um sogar 281 Prozent auf umgerechnet 1,28 Milliarden Dollar geschnellt.

BYD vermeldet weiteren Absatzrekord

Und es geht weiter: Noch bevor BYD seine ersten Fahrzeuge in Europa ausgeliefert hat, was noch in diesem Jahr passieren soll, stellte das Unternehmen im Oktober erneut einen neuen Absatzrekord auf. Laut Medienberichten vom Donnerstag hat BYD im Oktober insgesamt 217.816 Fahrzeuge auf die Straße gebracht. Somit hatte der chinesische Hersteller seine Auslieferungszahlen in den vergangenen Monaten immer mehr gesteigert.

  • September: 201.259 Fahrzeuge
  • August: 174.915 Fahrzeuge
  • Juli: 162.530 Fahrzeuge
  • Juni: 134.036 Fahrzeuge
  • Mai: 114.943 Fahrzeuge

Citibank mit extremem Kursziel für BYD-Aktie

Trotz dieser beindruckenden Serie waren zuletzt nicht alle Analysten euphorisiert. So hatte nach Informationen des Branchendienstes IT Times die US-Investmentbank Jefferies Ende Oktober das Kursziel für die BYD-Aktie von zuvor 354 auf 242 Hongkong-Dollar gesenkt. Bei umgerechnet 30,83 US-Dollar erwartet das Institut aber aktuell weiterhin einen Anstieg um mehr als ein Viertel. Einen weitaus höheren Zugewinn erwartet die Credit Suisse, doch die Citibank schießt den Vogel ab:

KurszielKurspotenzial
Jefferies30,83 USD+26,3%
Credit Suisse52,23 USD+114,4%
Citibank81,53 USD+234,9%

Kein Wunder, dass bei einer solchen Prognose die Papiere von BYD für die Citibank weiterhin ein „Top Pick“ sind. Und auch bei den Anlegern ist die Zuversicht zurück: An der Frankfurter Börse startete die BYD-Aktie am Montagvormittag mit einem Plus von rund drei Prozent auf bis zu 25,73 Euro in den Handel.

BYD Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max