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Brockhaus Technologies AG: CEO Marco Brockhaus der Quartalsbericht

Der CEO der Brockhaus Technologies AG im Interview mit Börsenradio.de. Es geht um den aktuellen Quartalsbericht und die überaus positiven Zahlen in H1.

Die Börsen Radio Network AG hat in einem Interview mit dem CEO der Brockhaus Technologies AG gesprochen. Dabei hat CEO Marco Brockhaus einen detaillierteren Einblick in H1 gegeben und die außergewöhnlichen hohen Umsatzsteigerungen.

Marco Brockhaus: Guten Tag, mein Name ist Marco Brockhaus. Ich bin Gründer und CEO der Brockhaus Technologies AG, einer Technologiegruppe aus Frankfurt, die in Margenstarke Innovations- und Technologieführer im deutschen Mittelstand investiert.

Peter Heinrich: Rekord Halbjahr H1 bei Brockhaus Technologies. Und Sie haben und Sie suchen herausragende Champions aus dem deutschen Mittelstand, die in den B2B Märkten unterwegs sind. Umsatz H1 Schnell Version plus 234 % auf 75 Millionen € dank auch Bikeleasing. Zu den Details der Zahlen kommen wir gleich noch starten wir mit einer kleinen Einführung in Ihre Geschäfte. Brockhaus Technologies sucht Firmen mit besonderen Technologien und Innovationen und darüber hinaus sollten Sie Skin in the Game haben. Was meinen Sie mit Skin in the Game haben? Wenn ich jetzt bei einer unternehmerischen Entscheidung Skin in the Game habe, dann gehe ich ja so eine Art persönliches Risiko ein. Haben Sie dazu ein Beispiel für das persönliche Risiko?

Marco Brockhaus: Na ja, also fangen wir vielleicht damit an, dass wir Firmen akquirieren, mehrheitlich akquirieren, in B2B Geschäftsmodellen. Das ist ganz ganz wichtig, wir machen kein B2C. Wir sind ausschließlich im B2B Bereich und wir akquirieren Firmen mit Innovations- und Technologieführerschaft, die Preissetzungsmacht haben, aufgrund ihrer Innovation oder aufgrund ihrer Technologie.

Durch die Preissetzungsmacht haben sie in der Regel eine sehr sehr hohe Ertragsmarge. Die kann teilweise bis zu 80 % oder darüber hinausgehen. Und wenn Sie dann noch gutes Management haben und jetzt komme ich schon gleich zu Skin in the Game, dann habe ich in der Regel auch eine hohe EBITDA oder EBIT Marge und eine hohe Conversion zum Cashflow. Und das ist immer dann der Fall, wenn ich Firmen mit Preissetzungsmacht und gutem Management kaufe. Und da erwarten wir vom Management genauso wie wir, im Konzern, dass sie Skin in the Game haben. Also, dass sie eigenes Geld mit in der Firma haben und selber mit investiert sind.

Peter Heinrich: Sie sind ja mehrheitlich investiert, zu welchen Prozenten meistens?

Marco Brockhaus: 51 % bis teilweise 100 %, in der Regel haben wir aber eine Minderheitsbeteiligung, wie gerade schon erwähnt, für das Management.

Peter Heinrich: Sie haben also Skin in the Game Firmen wie Bikeleasing, Palas, also Experten für Umwelttechnologie und Aerosol und IHSE in der IT-Technik, hier geht es um Hoch Performance Datenübertragung.

Marco Brockhaus: Genau. Kurzes Wort für eine lange Erklärung. Institut für Hardware und Softwareentwicklung IHSE am Bodensee. Korrekt.

Peter Heinrich: Ja. Ich glaube, IHSE ist schneller und schöner.

Marco Brockhaus: Schneller, Ja.

Peter Heinrich: Nennen wir noch ein paar Zahlen H1 Halbjahres Umsatz plus 234 % auf 75 Millionen € nach 22 Millionen € vor einem Jahr. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen, also das bereinigte EBITDA, legte überproportional zu auf 954 % auf rund 27 Millionen €. Und das Perioden Ergebnis lag bei 4,7 Millionen nach 5,6 Millionen vor einem Jahr.

Marco Brockhaus: Negativ, ja, genau. Wir haben einen recht großen Swing auch dort gehabt, im Periodenergebnis, ja.

Peter Heinrich: An diesen Extremen plus Zahlen. Wie viel davon hat Bikeleasing dazu beigetragen?

Marco Brockhaus: Bikeleasing hat dazu ganz, ganz viel beigetragen. Sie sehen es daran, dass wir im Umsatz im H1, in dem ohne Bikeleasing lediglich um 2 % gewachsen sind. Aber, und jetzt kommt’s mit einem 43 % höheren Auftragsbestand als vor einem Jahr noch, bei den Firmen Palas und IHSE. Und das kommt einfach dadurch, dass wir diesen Auftragsbestand zum höchst überwiegenden Teil in H2 verumsatzen, planen zu verumsatzen und dann wird der starke Auftragsbestand auch dort zu Umsatz. Ansonsten hat natürlich Bikeleasing, das war ja, wie wir es schon letztes Jahr gesagt hatten, als wir die Firma akquiriert haben in 2021, eine wirklich transformatorische Transaktion für uns, für die Gruppe. Wir haben eine Firma gekauft, die nicht nur extrem stark wächst, sondern auch extrem profitabel ist.

Das in einem wahnsinnig interessanten Bereich, nämlich im Bereich Dienst-Fahrrädern und dort als Leasing Plattform, weshalb wir es unter Financial Technologies subsumieren in unserem Konzern. Wir haben dort eine Mehrheit von etwas über 52 %. Die beiden Gründer halten noch 40 %, plus ein weiterer CO-Investor circa 8 % hält. Das ist die Situation bei Bikeleasing. Wie wir es vor rund einem Jahr schon gesagt haben. Eine wirklich transformatorische Transaktion, Akquisition für Brockhaus Technologies, auf die wir ganz besonders stolz sind. Vielleicht dort auch noch mal ganz kurz zur Rekapitulierung, wir sind ja im Juli 2020 an die Börse gegangen und haben damals rund 115 Millionen € eingenommen. Und wir sind eben und das möchte ich ganz nach vorne stellen, sehr selektiv in unserer Akquisitionsstrategie.

Wir wollen wirklich nur die Tech-Champions, die Preissetzungsmacht haben, die hohe Wachstumsmargen haben, die hohe EBITDA und Cashflow Margen haben, akquirieren. Das ist genau unser Ziel und wir haben wirklich lange gesucht. Wir haben fast ein Jahr gesucht, um die Erlöse aus dem IPO wirklich gewinnbringend anzulegen. Und das war für uns ganz entscheidend und das oberste Ziel. Ich habe auch damals meinem Team immer gesagt, wir können uns jetzt nicht leisten, irgendwo zu investieren. Wir müssen wirklich den Champion, den Tech-Champion finden und in Bikeleasing haben wir ihn aus unserer Sicht gefunden und das belegen jetzt einfach die Zahlen. Die realisieren jetzt das. Und Zahlen lügen nicht. Das ist immer mein Spruch und ich bin sehr, sehr stolz.

Wir sind in Summe als Team sehr stolz darauf, was wir jetzt erreicht haben. Wir sind weit vor dem, was wir uns 2020 vorgenommen hatten. Da haben mich einige Investoren gefragt, im IPO, was denn so meine Vision wäre in drei bis vier Jahren. Dann habe ich gesagt naja, eine Handvoll Firmen unter der Gruppe und 120 bis 140 Umsatz und so 40 bis 50 Millionen EBITDA. Das war damals meine Vision, wie die Gruppe in 2023/24 aussehen soll. Und jetzt haben wir bereits ein Ergebnis, das darüber liegt zum Halbjahr und wie wir auch geschrieben haben, wir zielen ganz klar auf die Prognose 140 bis 150 Millionen Umsatz bei einer 35 Prozentigen bereinigten EBITDA-Marge. Da sind wir, glaube ich, auf einem sehr, sehr guten Weg.

Peter Heinrich: Und das Spannende ist ja auch wirklich, dass sie das schon mit drei geschafft haben. Und die Nummer vier und die Nummer fünf, da können Sie sich ja Zeit lassen und wirklich genau den Champion suchen, den Sie wollen.

Marco Brockhaus: Ja, die Nummer vier. Wir haben zumindest mal Nummer dreieinhalb gekauft. Wir haben nämlich die KVM-Tec für die IHSE erworben, in Österreich. Die KVM-Tec war ein strategisches Add on der IHSE, also sozusagen eine Enkelin der Brockhaus Technologies, die die IHSE zu 100 % erworben hat. Auch hier übrigens Skin in the Game, hat das IHSE Management mitinvestiert in diese Transaktion. Da ging es darum die proprietären KVM-Systeme der IHSE um IP-Fähigkeit zu erweitern. Und da haben wir uns am Markt umgeschaut, sind auf die KVM-Tec aufmerksam geworden und haben diese relativ parallel im November vergangenen Jahres zu Bikeleasing erworben. Aber Sie haben Recht, Nummer vier und fünf können wir uns ein bisschen Zeit mit nehmen, weil das jetzt Erreichte, muss natürlich auch konsolidiert werden. Das heißt aber nicht, dass wir nicht parallel nach interessanten Akquisitionenszielen Ausschau halten. Das tun wir permanent. Und wenn da was kommt, dann werden wir sicherlich uns das auch entsprechend genau anschauen und prüfen. Aber wie gesagt, sehr, sehr selektiv.

Peter Heinrich: Noch mal schnell noch ein Satz zu Bikeleasing. Das Geniale ist ja, dass jeder Arbeitnehmer vom Arbeitgeber quasi steuerfrei ein Dienst E-Bike bekommen darf und er darf das sogar noch privat nutzen. Und diese Karte spielt natürlich bei Bikeleasing. Wie groß kann man sich dann das Potenzial von Bikeleasing vorstellen? Theoretisch jeder deutsche Arbeitnehmer?

Marco Brockhaus: Naja, also vielleicht nicht jeder, aber wir versuchen natürlich, jeden davon zu überzeugen. Zumindest all die, die Fahrrad-Affin sind. Es gibt eine ganz interessante Studie, die gerade Deloitte herausgebracht hat, die sagt, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist. Wir sind hier erst am Anfang, wir haben die Nummer zwei – Jobrad ist die Nummer eins – und gewinnen ein Unternehmen nach dem anderen, was sich auf die Plattform schaltet und dahinter stehen mittlerweile weit über 2 Millionen Arbeitnehmer, die theoretisch ein Dienst-Fahrrad über Bikeleasing leasen können.

Peter Heinrich: Sprechen wir noch mal Firma Nummer zwei. Wir haben jetzt kurz drüber gesprochen, die IHSE, die Add on Akquisition, KVM-Tec dazu. IT Technik, also hier geht es ja um Hoch-Performance Datenübertragung und -sicherheit. Hätten Sie ein bis zwei Anwendungsbeispiele, was grundsätzlich die IHSE macht?

Marco Brockhaus: Ja, IHSE kommt aus der proprietären Technologie. Das heißt also auf eigene Hard und Software Technologien beruhende Datenübertragung in Mission-critical Situationen. Also beispielsweise die Air Traffic Control Steuerung an verschiedensten Flughäfen weltweit. Das komplette Air Traffic Management, also das On Route Management aller Flüge in den USA, über in Summe 21 Flight Tower, Control Towers in den USA, wird über die IHSE Switches geleitet und geroutet. Dabei geht es darum, dass Sie sicherstellen müssen, dass es keine Latenz gibt, also keine Verzögerung der Datenübertragung.

Soll heißen, wenn Sie beispielsweise ein Flugzeug sehen, auf dem Konto, auf dem Bildschirm des Controllers, dann muss das natürlich an der Stelle sein, wo es auch wirklich am Himmel ist. Weil alles andere wäre ja eine Verzögerung, die nicht erlaubt ist, sonst hätten sie ja Chaos am Himmel. Also das ist das woher die IHSE kommt und mit dem Zukauf der KVM-Tec können wir das nicht nur über Kabelgebundene, also proprietäre Hard- und Software darstellen, sondern wir können es auch über IP, also übers Internet, über VPN-Verbindungen sicher darstellen. Über eigene Netzwerke von zum Beispiel Firmen, die im Bereich Broadcast. Um ein gutes Beispiel zu nennen, der ORF in Österreich steuert so zum Beispiel seine Sendungen und Einspielungen und das kann dann eben auch remote erfolgen über die Technologie der KVM-Tec, über die IP.

Peter Heinrich: Danke für diese schönen Beispiele, damit einem auch bewusst wird, was Sie meinen, dass Sie eben diese Champions im Portfolio haben. Ja, Nummer drei Wie lief’s bei der Palas? Palas stellt Geräte her zur Messung von Partikeln in der Luft. Feinstaub Monitoring, unter anderem Nanopartikel, Messgeräte. Seit Corona kennt ja auch jeder den Begriff Aerosole. Hat ja auch zum Beispiel einen Aerosol Spektrometer. Wer sind die typischen Kunden von Palas? Das ist ja auch sehr breit gefächert.

Marco Brockhaus: Ja, Palas kommt ganz ursprünglich aus dem Bereich Feinstaub Messung. Da ist Palas für zertifizierte und das ist ganz ganz wichtig der Ausdruck zertifizierte Feinstaub Messung führend, Technologieführer und Kostenführer noch nicht Vertriebsführer. Da gibt es große Amerikaner, die sind dort deutlich stärker, aber Palas wächst in diesem Kernbereich auch dieses Jahr im Halbjahr zweistellig, mit 11 %. Wir erwarten da auch in Zukunft ein weiter steigendes Wachstum. Palas hatte im ersten Halbjahr aber in Summe einen Rückgang. Das lag daran, dass Palas in der Corona-Pandemie die Gunst der Stunde genutzt hat und ganz schnell ein Testsystem für Gesichtsmasken, also für für diese FFP-2 Masken entwickelt hat, um zu testen, wie durchlässig die für die im Nano-Bereich großen Corona-Viren sind.

Das zeigt eigentlich die ganze technologische Kompetenz der Palas. Nach 4 bis 6 Wochen hatte die Gesellschaft ein marktfähiges Test-rig erstellt, wo sie die Maske draufsetzen konnten und so die Effizienz dieser Masken, da gab es ja viele Skandale, wie Sie wissen, kontrollieren und messen konnte und das Ganze natürlich zertifiziert. Und das hat natürlich jetzt beim Abklingen der Pandemie dazu beigetragen, dass weniger Masken Prüfstände verkauft wurden und wir deshalb einen Rückgang in Höhe von 17 % zum Halbjahr bei der Palas Top Line hatten. Aber, und jetzt kommt es ganz ganz wichtige aber, im Kerngeschäft, nämlich in der eigentlichen Feinstaub Technologie, nämlich Sachen, die Sie sehen, wenn Sie in Stuttgart durch die Stadt fahren oder wenn Sie einfach an der Autobahn mal darauf achten die Feinstaub Messwerte zu messen oder in Städten wie Frankfurt und München, dass sie dann sehen, das wächst weiter, nämlich kontinuierlich mit 11 % im ersten Halbjahr. Und das war im Grunde ein Fluch und Segen zugleich.

Letztes Jahr hatten wir dort einen starken Ausschlag nach oben, der sich jetzt bei Abklingen der Pandemie reduziert hat und deshalb der Rückgang im Umsatz und natürlich auch durchschlagend auf EBITDA und EBIT bei der Palas im ersten Halbjahr. Wir sind aber aufgrund des hohen Auftragsbestandes auch hier sehr positiv, dass wir davon eine Menge oder einen überwiegenden Teil eben Halbjahr zwei verumsatzen werden und so auch bei der Palas wieder auf das Niveau kommen, was wir aus dem letzten Jahr bzw. vorletzten oder vor-vorletzten Jahren kennen.

Peter Heinrich: Wir haben jetzt derzeit bei den Q2 Ergebnissen oder H1 Zahlen, bei fast allen Börsen Radiointerviews immer ähnliche Fragen zum Thema Kosten, höhere Kosten Lieferketten. Bei Ihnen bin ich mir jetzt gar nicht mal so sicher, bis auf Lieferkettenproblematiken bei ihren 3 Beteiligungen wie betrifft Inflation höhere Kosten, Kosten für Energie, Lieferkettenproblematik, höhere Kosten für Transport und Personal ihre Tochterfirmen?

Marco Brockhaus: Na ja, also bei der Bikeleasing, fangen wir damit mal an, ist natürlich, wenn Sie in den Fahrradladen gehen, wir haben ja rund 5000 angeschlossene Fahrradläden in Deutschland und in fast allen hat man natürlich das Thema, dass gewisse Fahrräder vielleicht nicht lieferbar sind. Aber das ändert eigentlich wenig am Wachstum der Bikeleasing und klar, wenn jetzt 100 % Verfügbarkeit von allen Fahrrädern wäre, dann würden wir vielleicht noch schneller wachsen. Auf der anderen Seite habe ich das an meinem eigenen Beispiel erlebt.

Wir sind selber Kunde von Bikeleasing geworden und ich habe mir ein Fahrrad geleast, ein Rennrad und das gab es nicht, das Modell, wie ich es haben wollte. Und dann habe ich gesagt, wann ist es denn geliefert? Und wann können Sie es denn liefern? Dann hat der Fahrradhändler mir gesagt naja, im September, ich glaube 23 oder so, dann habe ich gesagt, bis da warte ich jetzt nicht. Was haben Sie denn alternativ da? ja und da meinte er da hängt ja eins an der Wand, da war das Ganze nicht in Schwarz, sondern in weiß. Jetzt fahre ich halt mit dem weißen Rennrad rum, ansonsten war alles gleich. Dann habe ich halt das Weiße genommen und ich glaube, das beschreibt so ein bisschen die Problematik oder auch nicht Problematik bei der Bikeleasing. Klar kann es da auch, weil die Rahmen der Fahrräder vielfach in China und Taiwan gefertigt werden, zu weiteren Lieferkettenproblematiken kommen. Dies sehen wir ehrlich gesagt so überschaubar, wie ich es gerade in meinem Beispiel geschildert habe.

Bei der IHSE ist es schon ein anderes Thema. Da geht es nämlich um Chips, um FPGA Chips und die werden nur von wenigen bzw. einem speziellen Semiconductor Hersteller hergestellt. Und hier haben wir uns und das Management sich mit Redesigns geholfen, sodass wir andere Chips einsetzen konnten. Das ist sicherlich ein Thema, was uns da auch weiterhin betreffen kann. Wir sehen aber momentan, das zeigen ja auch die Umsatz-, Auftragseingangs- und Auftragsbestandszahlen, dass wir hier nach den Reise, Travel und Kontaktbeschränkungsaufhebungen, insbesondere in den USA, aber auch Europa, leider noch nicht in China, deutliche Umsatzsteigerungen und Auftragseingangssteigerungen haben. Also wie gesagt, da sehe ich noch ein Thema was die Lieferkettenproblematik angeht und auch natürlich die Kosten der der Chips bei IHSE.

Bei Palas hingegen haben wir einen sehr hohen Warenwert. Wir haben sehr viel vorab eingekauft und konnten dadurch einiges abfedern an Problematiken. Aber teilweise waren Metallröhrchen, also wirklich simple Metallröhrchen nicht lieferbar, das löst zunehmend sich auf. Von daher bin ich nicht mehr so besorgt, was Lieferkettenthematik bei der Palas angeht. Wie sind unsere Firmen von der Inflation betroffen? Wir steigern kontinuierlich unsere Preise und wie die Zahlen zeigen, können wir sie auch weitergeben. Bei der Bikeleasing würde ich sagen, ist das ganze Thema sogar eher ein Inflations-Rezessions-Hedge.

Warum? Weil ich natürlich als Arbeitnehmer, wenn ich ein Fahrrad leasen kann, was sagen wir mal eine unverbindliche Preisempfehlung von 6.000 € hat, wenn ich das für über 36 Monate für 4000 € leasen kann und das nicht wie den Dienstwagen zu 1 %, sondern zu 0,5 % versteuern muss, also noch weniger. Dann glaube ich, ist der Anreiz eine hohe Investition, einen hohen Kauf von von 6.000 € als Beispiel, über 4.000 € über Leasing zu zahlen über die Gehaltsumwandlung. Ich glaube das ist ein echter Anreiz in Inflationszeiten das so zu tun und nicht den kauf zu tun. Also ich würde eher sagen, bei Leasing ist da noch das perfekte Modell für den Arbeitnehmer, das so zu machen. Und für den Händler ist es natürlich auch ein Vorteil, weil er verkauft es ja zum UVP und das heißt, für den Händler ist auch da der Anreiz gegeben, den Kunden zum Leasing zu bewegen und nicht zum Kauf.

Peter Heinrich: Kommen wir noch mal zum Ausblick, zur Prognose.

Marco Brockhaus: Ja einmal ganz kurz, wenn ich Sie da nochmal unterbrechen darf. Ich habe mittlerweile auch die Zahlen gefunden von der von mir gerade angedeuteten Deloitte Studie, die hat eigentlich unterteilt gibt es Dienstfahrrad Leasing? Für wie viele Arbeitnehmer gibt es denn das überhaupt schon in Deutschland? Und da habe ich folgende Zahlen gefunden: 21 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland haben überhaupt erst die Möglichkeit ein Dienstfahrrad zu leasen.

Das heißt also, rund 80 % ist da noch an Wachstumsmöglichkeiten, wenn man das auf 100 % bezieht. Und dann habe ich die nächste Zahl, die auch sehr sehr wichtig ist: 60 % ofEmployees consider the Opportunity for Corporate Bikeleasing as attractive, das heißt 60 % aller Arbeitnehmer finden das als attraktive Lösung. Das waren Zahlen aus einer Deloitte Studie jetzt vom Juli, anlässlich der Eurobike in Frankfurt veröffentlicht. Und das zeigt im Grunde genommen, was möglich ist und welche Wachstumsmöglichkeiten dort noch sind.

Peter Heinrich: Fassen wir das Interview mit dem Ausblick und der Prognose zusammen. Sie hatten es ja vorhin schon mal kurz erwähnt. Was möchten Sie bis zum Jahresende erreicht haben?

Marco Brockhaus: Naja, das, wofür wir die Prognose abgegeben haben, in der Prognose idealerweise natürlich übertreffen, aber in der Prognose sein. 140 bis 1 150 Millionen € Umsatz zu tätigen, in der Gruppe mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 35 %, was circa 49 bis 54 Millionen € EBITDA in etwa entspricht. Ich glaube, wir sind in H1 damit auf einem sehr sehr guten Weg. Und das sind sehr sehr schwierigen Zeiten. Ich glaube, das zeigt noch mal die Resilienz unseres Geschäftsmodells. Wir sind mit drei wirklich hervorragenden Technologieführern, Innovationsführern aufgestellt, in den Segmenten Financial Technologies, mit Bikeleasing, im Security Technology Segment, mit der IHSE und der KVM-Tec und im Bereich der Environmental Technology mit der Palas GmbH.

Peter Heinrich: Herr Brockhaus, ich danke Ihnen. Danke.

Marco Brockhaus: Vielen Dank, Herr Heinrich. Danke schön.

Das Interview wurde im original von der Börsenradio Network AG von Vorstand Peter Heinrich geführt.

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