Bosch will das Diesel-Image aufpolieren

Der deutsche Aktien-Leitindex DAX hat heute die Marke von 12.600-Punkten zurückerobert, doch aus aktuellem Anlass möchte ich heute hier auf ein Unternehmen eingehen, das nicht an der Börse notiert ist:

Der deutsche Bosch-Konzern, der unter anderem als Autozulieferer tätig ist, will das ramponierte Image des Diesel-Motors aufpolieren. Eine neu entwickelte Abgastechnik soll den Diesel vor dem Niedergang bewahren und zugleich die Zukunft eines für Bosch sehr wichtigen Geschäftsbereichs sichern.

Bosch-Chef Volkmar Denner sagte bei der Präsentation der Bosch-Bilanz für 2017, „das Stickoxid-Problem im Straßenverkehr ist technisch lösbar“. Der Bosch-Konzern verspricht mit seinem neuen System den Stickoxid-Ausstoß des Diesel-Antriebs auch im Realbetrieb (also nicht nur auf dem Prüfstand) weit unter den aktuellen und auch unter den zukünftig geltenden Grenzwerten halten zu können.

Wie das geht? Dies soll möglich sein durch eine Kombination aus neu entwickelter Einspritz-Technik, Temperaturmanagement im Motor, Luftsystem und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Eine ganz entscheidende Rolle soll dabei das Temperaturmanagement spielen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bosch?

Dazu teilt das Unternehmen folgendes mit: „Für eine optimale Stickoxid-Konvertierung müssen die Abgase mehr als 200 Grad heiß sein – eine Temperatur, die gerade bei Stadtfahrten oft nicht erreicht wird. Grund dafür sind Staus oder Stop-and-go-Verkehr, welche die Abgasanlage auskühlen lassen. Das neue Thermomanagement von Bosch gleicht diesen Nachteil aus, indem es die Abgastemperatur aktiv steuert.“

Einen Haken gibt es jedoch: Die neue Technologie kann nicht in alten Dieselfahrzeugen eingesetzt werden. Daher hilft sie den Eigentümern älterer Dieselfahrzeuge nicht dabei, eventuelle Fahrverbote zu umgehen.

Unter Umständen besser als Elektroautos

Bosch möchte mit dieser neuen – nach eigenen Angaben viel saubereren Technologie – das Aus des Diesel verhindern. Nach Angaben von Bosch-Chef Denner ist es besser, den richtigen Diesel zu fahren als das falsche Elektroauto.

Anzeige

Gratis PDF-Report zu Bosch sichern: Hier kostenlos herunterladen

Was er damit meint? Er plädiert zunächst einmal dafür, dass die Umweltbilanz von Elektroautos realistischer betrachtet werden müsse. Woher kommt eigentlich der Strom, mit dem die Fahrzeuge angetrieben werden? Und die Rohstoffe für die Elektro-Batterien (inklusive Entsorgung).

In den USA sind insbesondere in wohlhabenderen Bundesstaaten die Elektrofahrzeuge von Tesla recht weit verbreitet. Wenn jedoch der Strom, mit dem die Teslas angetrieben werden, überwiegend aus fossiler Energie gewonnen wird und nicht durch Solar- oder Windenergie, ist die gesamte Umweltbilanz verbesserungswürdig.

Hinzu kommt, dass es sehr energieintensiv ist, die Akkus für diese Fahrzeuge herzustellen und dass die Akkus am Ende ihrer Lebensdauer entsorgt werden müssen, was aus heutiger Sicht ebenfalls sehr umweltschädlich ist.

Daher kann es, so Bosch, für die Umwelt im Zweifel besser sein, den „richtigen Diesel“ als das „falsche Elektroauto“ zu fahren.

Vernünftiger Antriebs-Mix benötigt

Meiner Ansicht nach können wir es uns nicht erlauben, den Diesel innerhalb kurzer Zeit vollständig aufs Abstellgleis zu stellen. Denn ohne (sauberen) Diesel werden wir die CO2-Ziele nicht erreichen. Dann können wir zwar die Stickoxid-Grenzwerte einhalten, beim CO2 hingegen wird es nicht klappen.

Da wir mit alternativen Antriebsformen (Elektromobilität, Hybrid-Antriebe, Brennstoffzelle) noch nicht so weit sind, wie wir sein müssten, um diese Technologien in naher Zukunft flächendeckend einsetzen zu können, brauchen wir noch über Jahre den (sauberen) Verbrennungsmotor (auch den Diesel).

Daher gilt für Sie als Investoren: Setzen Sie bei den börsennotierten Autobauern und Zulieferunternehmen keinesfalls nur auf eine einzige Technologie. Ich empfehle auf Unternehmen zu bauen, die verschiedene Technologien anbieten. Der Mix aus Verbrennungsmotor, Elektromotor und Brennstoffzelle wird gewinnen.

Kaufen, halten oder verkaufen – Ihre Bosch-Analyse vom 28.05. liefert die Antwort:

Wie wird sich Bosch jetzt weiter entwickeln? Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Anleger lieber verkaufen? Die Antworten auf diese Fragen und warum Sie jetzt handeln müssen, erfahren Sie in der aktuellen Bosch-Analyse.

Trending Themen

Silber: Ultra-Potenzial dank Energiewende – so können Sie profitieren!

Hand aufs Herz: Wenn Sie an Silber denken, was kommt Ihnen d...

Wasserstoff-Aktien: Treibt der Nasdaq 100 auch Nel Asa und Co.?

An den Aktienmärkten ging es am Freitagmorgen wieder etwas ...

Investitionen in Immobilien

Großanleger haben den Markt für gewerbliche Immobilien fas...

Bitcoin: Folgt ein massiver Aufschwung?!

Kryptowährungen, angeführt von Bitcoin, haben ein regelrec...

S&P 500-Aktien: Schreck bei Alphabet, Apple und co.

Der S&P 500 ist derzeit vergleichsweise stabil. Die Tech...

Dividenden-Aktien aus dem MSCI World: Altria und Philip Morris marschieren

Altria Group ist eines der spektakuläreren Dividendenwerte ...

Rheinmetall-Aktie: Mega-Potenzial abseits der Waffen – ein Überblick!

Es war ein Kursrausch, der seinesgleichen sucht: Zwischen En...

Wie man in Start-ups investiert

Sie würden auf einer Goldmine stehen, wenn Sie nur 1.000 Do...

Energie-Aktien: Wahnsinn bei Shell, PNE und Air Liquide?

Shell konnte am Mittwoch den Handel mit einem Plus von 1,2 %...
Bosch
INE323A01026

Mehr zum Thema

Bosch-Aktie: Heftige Vorwürfe werden laut!
Andreas Göttling-Daxenbichler | 14.03.2022

Bosch-Aktie: Heftige Vorwürfe werden laut!

Weitere Artikel

DatumAutorLeser
07.06.2018 Elektrifizierung kostet Arbeitsplätze 404
mid Groß-Gerau - Wie wirkt sich der Siegeszug alternativer Antriebsarten auf die Beschäftigungssituation in der Automobil-Industrie aus? Diese Frage beschäftigt Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeber gleichermaßen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat sich jetzt mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die Untersuchung "Wirkungen der Fahrzeugelektrifizierung auf die Beschäftigung am Standort Deutschland" kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2030 jeder…