Bitcoin wird kein Konkurrent fürs Gold

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Was bedeutet die erneute, beispiellose Explosion des Bitcoin-Preises? In heller Aufregung suchen private Anleger seit vergangener Woche dazu dringend Antworten auf weitere Fragen: Sollte man jetzt noch Bitcoins kaufen? Kann deren Wert immer noch weiter steigen (und wie weit)? Präzise Antworten darauf halte ich für unseriös. Denn es ist fast alles möglich in Sachen Krypto-Währungen.

Ist es nicht eine verrückte Welt? Sie werden sicher meiner Gegenfrage zustimmen, geschätzte Anleger, angesichts Trump-Schrecken, Corona-Pandemie, Klima-Katastrophen und anderer Krisen in kurzer Zeit. All das wird von einer unfassbar wachsenden Staatsverschuldung und heftigen Ausschlägen der Börsenkurse begleitet. Zumindest die direkt wirtschaftsrelevanten Entwicklungen münden mittlerweile in eine verbreitete Diskussion über die Zukunft unseres Geldes ein. Banker, Volkswirte und Analysten beschäftigt das Thema Re-Inflationierung – zum Teil mit Gelassenheit, teils aber auch mit Besorgnis. Werden Krypto-Währungen (angeführt von Bitcoin) das Geld der Zukunft? Nicht auszuschließen, Bitcoin haben ja lokal und branchenspezifisch schon Zahlungsmittel-Funktionen übernommen. Für noch mehr Schlagzeilen (mit spektakulären Kursfolgen) sorgen die spekulativen Investments – zuletzt der massive Bitcoin-Einstieg von Tesla-Gründer Elon Musk Ende vergangener Woche.

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Herausgekommen sind gigantische Zahlen. Ich bleibe cool, ohne eine feste Meinung und überlasse Händlern und anderen Krypto-Profis die selbstbewusste Vorhersage von Markt- und Preisperspektiven. Zu einer Frage, die mich inzwischen häufiger erreicht, habe ich allerdings eine klare Position: Bitcoin ist keine Alternative für Edelmetall als Reserve- und Sicherheitselement. Ich würde also kein Gramm Gold für die private Vorsorge in Kryptos tauschen! Wer Lust dazu hat, möge sich selbst mit dem Werte-Aspekt beschäftigen. Schon an dieser Stelle scheiden sich die Geister der Experten und „Experten“

Anders die Ausgangslage von Gold. Sie alle kennen den historischen Hintergrund und die vielen Besonderheiten des güldenen Metalls – fast alle sind mitverantwortlich für den Wert und die Perspektive langfristiger (relativer) Preisstabilität. Gold = Substanz, die nicht vergeht! Schon in der frühen Menschheitsgeschichte wurden die Qualitäten des edlen Metalls erkannt und geschätzt. Es hat ein hohes spezifisches Gewicht, oxidiert nicht und ist weich genug für die Verarbeitung (industrielle Zwecke, Schmuck). Überall auf der Erde wurde und wird es heutzutage unverändert geschätzt, denn es ist einfach schön. Gold ist Kult, ist edel. Und es ist knapp! Das meiste Gold wird in China gefördert. Die Förderung von Gold in chinesischen Minen erreichte im Jahr 2020 ein Volumen in Höhe von rund 380 Tonnen. Damit wurde im Reich der Mitte das Doppelte an Gold gefördert wie in den USA. Die weltweite Förderung von Gold belief sich im vergangenen Jahr auf rund 3.200 Tonnen. Nach China sind Australien, Russland und Nordamerika (USA und Kanada) die größten Förderländer hinsichtlich der geförderten Goldvorkommen.

Gold ist weltweit ein wichtiger Bestandteil der staatlichen Währungsreserven. Diese Goldreserven liegen im Verantwortungsbereich der jeweiligen Noten- oder Zentralbanken und entsprechen im Fall der Deutschen Bundesbank rund 70% der gesamten Währungsreserven. Die USA verfügen mit mehr als 8.100 Tonnen im Oktober 2020 über die größten Goldreserven, gefolgt von Deutschland mit etwa 3.400 Tonnen. Im Jahr 2020 lag der durchschnittliche Preis pro Unze Gold bei 1.894 US-Dollar und sich damit gegenüber dem Jahr 2008 mehr als verdoppelt. Für den Goldpreis spielt der Glaube der Menschen weltweit eine zentrale Rolle, dass es sich bei dem Edelmetall um einen inflations- und krisensicheren Wertgegenstand handelt. Die Nachfrage nach dem Rohstoff ist konstant hoch.

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Nach serösen Schätzungen wurden bisher weltweit nur gut 201.000 Tonnen Gold gefördert – davon etwa zwei Drittel seit den 1950er Jahren. Könnte man diese Menge zusammenschmelzen, so käme ein Würfel von lediglich rund 22 m Kantenlänge heraus! Gold kann man ansehen und anfassen, ist haptisch und rar, wird überall bewundert und begehrt. Gold ist dauerhaft wertvoll und deshalb per se kein kurzfristiges Spekulationselement – unterm Strich also kein Vergleich zum Bitcoin.

Bleiben Sie gesund, geschätzte Anleger, und verlieren Sie nicht Ihren Optimismus – und machen Sie’s gut!

Herzlich, Ihr Börsen-Dino.

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