Bitcoin: Heiße Diskussionen!

Der Bitcoin bewegt sich derzeit weiterhin auf einem mehr als überschaubaren Niveau. Wie es mit der Kryptowährung weitergeht, daran scheiden sich die Geister.

Bekanntlich ist der Kurs des Bitcoin dieser Tage nur noch ein Schatten seiner selbst und weit entfernt von einstigen Rekordmarken. Damit befindet sich die Kryptowährung in bester Gesellschaft und die Gründe für den Absturz sind letztlich die gleichen wie auch an den Wertpapierbörsen:

  • Krieg in der Ukraine
  • Hohe Inflation
  • Steigende Zinsen
  • Hohe Energiepreise
  • Furcht vor Rezession

Die große Frage im Moment ist nun, wie es mit dem Bitcoin in Zukunft weitergehen wird, und hier könnten die Meinungen kaum weiter auseinandergehen. Nicht nur in den sozialen Medien wird über dieses Thema hitzig diskutiert. Auch bei den Analysten herrscht über die Zukunft des Bitcoin längst keine Einigkeit. Gute Argumente gibt es aber zugegebenermaßen von beiden Seiten.

Wie die Bullen auf den Bitcoin blicken

Da wären zunächst die Optimisten, welche die niedrigen Kurse beim Bitcoin lediglich als willkommene Einstiegschance verstehen. Von einem Crash will man hier nichts wissen und spricht stattdessen von einer vollkommen normalen Entwicklung. Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass die Kurse der Digitalwährung recht steil in Richtung Süden tendieren und bisher wurden nicht einmal die Höchstwerte aus dem Hype im Jahre 2017 dauerhaft nach unten durchkreuzt.

Zuletzt gelang es dem Bitcoin sogar, sich wieder über 21.000 US-Dollar zu schwingen. Trotz leichter Verluste am Montag standen noch immer 21.300 Dollar auf dem Ticker, womit sich im Chart langfristig noch immer eine Aufwärtskurve feststellen lässt. Die Argumentation der Käufer lautet nun, dass die Kurse sich auch von dieser Schwächephase erholen werden, wie es in der Vergangenheit schon häufiger passiert ist, nur eben auf einem anderen Niveau.

„BTC-Echo“ fiel diesbezüglich ein interessanter Tweet von Dan Held ins Auge, seines Zeichens Director of Grwoth Marketing bei Kraken. Er versuchte sich daran, die Nachrichten aus dem Jahre 2027 zu prognostizieren und sagt voraus, dass es dann Berichte über einen Crash von 350.000 Dollar auf 200.000 Dollar geben werde. Beendet wird der kurze Post mit dem schlichten Satz, dass dies jedes Mal passiere.

Die Bären halten dagegen

Das ist erst einmal nicht falsch. Allerdings wird bei einem solchen Narrativ verkannt, dass sich derzeit an den Märkten vieles im Umbruch befindet. Auch der Bitcoin findet sich plötzlich in einer neuen Welt wieder, mit der so zuvor noch nichts am Hut hatte. Weder musste sich die Kryptowährung jemals mit steigenden Zinsen, noch mit einer Rekordinflation herumschlagen. Salopp gesagt existierte der Bitcoin stets in einer Welt, in der das Geld locker saß.

Kritiker argumentieren nun damit, dass sich das grundlegend ändere und daher mit einem längeren „Krypto-Winter“ zu rechnen sei. Zumindest auf absehbare Zeit wird das Geld gerade bei kleinen Anlegern deutlich weniger locker sitzen, während die Rechnung für Heizung und Strom das Einkommen auffrisst. Grundlegende Änderungen gibt es auch im globalen Handel, wo sich immer mehr zwei neue Blöcke zu bilden scheinen. Mit der grenzenlosen Globalisierung könnte es also zu einem Ende kommen, so dieses nicht schon längst eingetreten ist.

In solchen Zeiten ist es nicht allzu weit hergeholt, dass Anleger sich auf die Suche nach (vermeintlich) sicheren Anlagemöglichkeiten begeben. Und so sehr die Bitcoin-Fans es auch leugnen mögen, letztlich ist die Kryptowährung noch immer ein hochvolatiles Spekulationsobjekt.

Licht und Schatten beim Bitcoin

Wer nun am Ende Recht behält, soll hier gar nicht weiter erörtert werden. Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung liegt die Wahrheit zumeist irgendwo in der Mitte. Ein neuerlicher Höhenflug beim Bitcoin zeichnet sich derzeit ebenso wenig ab wie ein Sturz in Richtung Nullpunkt, wie ihn die größten Kritiker schon seit Jahren heraufbeschwören wollen. Hinter dem Bitcoin steht eine sehr interessante und vor allem robuste Technologie. Aufgrund seiner dezentralen Natur ist es äußerst schwierig, den Bitcoin dauerhaft zu Fall zu bringen.

Das schützt aber nicht automatisch vor einer dramatischen Entwertung, welche die Kurse über längere Zeit in schon fast vergessene Regionen befördern könnte. Festzuhalten ist derzeit schließlich auch, dass der Bitcoin weniger unabhängig von den Finanzmärkten und der Inflation ist, als viele es gedacht bzw. sich gewünscht hätten. Da wir uns an den Aktienmärkten noch immer in einem Bärenmarkt befinden, gibt es noch mehr als genügend Gelegenheiten, um weitere Kursrutsche beim Bitcoin zu verursachen.

Die Zukunft des Bitcoin ist noch ungeschrieben

Bei einem Blick auf den Chart lässt sich nur neidlos anerkennen, dass der Bitcoin eine beispiellose Entwicklung hingelegt hat und sich noch immer in einer langfristigen Aufwärtsbewegung befindet. Wie stark es Jahr für Jahr in die Höhe geht, ist noch immer beeindruckend.

Datum Bitcoin-Kurs (USD)
5.1.2015 265,66
4.1.2016 447,99
2.1.2017 911,20
1.1.2018 16.477,60
7.1.2019 3.552,95
6.1.2020 8.192,49
4.1.2021 38.356,44
3.1.2022 41.911,60

Korrekturen gab es offensichtlich schon des Öfteren zu sehen, und solche fielen auch stets dramatisch aus. Allerdings gab der Bitcoin sich bisher niemals die Blöße, nach einer Rallye zu vergangenen Tiefstständen zurückzukehren. Das ist auch dieser Tage noch längst nicht der Fall und so haben die Bullen erst einmal ein starkes Argument auf ihrer Seite. Allerdings ist die Vergangenheit für Investments längst nicht immer ein guter Berater. Nur weil ein beliebiges Szenario schon einmal eingetreten ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es sich auch in Zukunft wiederholen muss. Beim Bitcoin wird ganz besonders spannend zu sehen sein, wie dieser sich in einer völlig neuen Finanzwelt zurechtfinden wird.

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