Bitcoin: Fight The Fed – und das böse Erwachen!

Die Maßnahmen gegen die galoppierende Inflation dürften sich allen Anzeichen nach noch verschärfen. Nicht alle Marktteilnehmer haben dies bereits begriffen.

Während die EZB weiterhin den Schlaf der Gerechten schläft und tatsächlich zu glauben scheint, dass sich die aktuell (zu) hohe Inflation schon bald von selbst in Luft auflöst, ist die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) darum bemüht, den Schaden, den sie mit ihrer zu lange zu lockeren Geldpolitik angerichtet hat, wieder zu beheben. Die Mitglieder des Offenmarktausschuss (FOMC) jedenfalls waren zuletzt sehr klar in ihrer Kommunikation.

So hat die US-Notenbank eingestanden, dass sie die Geldpolitik zu lange zu locker gelassen hat. Sich einen Fehler einzugestehen, ist immer der erste Schritt in Richtung, ihn zu beheben. Genau das versucht die Fed jetzt, was sicherlich eine Gratwanderung ist. Denn einerseits muss sie geldpolitisch jetzt etwas stärker auf die Bremse treten. Andererseits darf sie es aber auch nicht zu stark tun.

Sie können sich das vorstellen, wie wenn Sie Auto auf einer spiegelglatten Fahrbahn fahren. Sie müssen versuchen das Auto zu bremsen, um keinen Unfall zu bauen. Machen Sie aber eine Vollbremsung, fliegen Sie ab und haben auch den Salat. Darum heißt es Stotterbremse (braucht man heute in der Regel dank ABS nicht mehr). Was jedoch die Gefahr birgt, dass man das Auto am Ende nicht rechtzeitig zum Stehen bekommt.

Aber zumindest wird dadurch der Aufprall weniger stark, so dass man den Schaden in Grenzen hält. Fassen wir also zusammen: Die US-Notenbank hat ihren Fehler erkannt und versucht ihn zu beheben, was nicht einfach ist und wird. Die EZB jedoch fährt weiterhin nahezu mit Vollgas und hofft, dass das Hindernis sich in Luft auflöst. Vielleicht geschieht dieses Wunder ja. Ich befürchte jedoch, dass das eher nicht der Fall sein dürfte.

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Was ist mit der Lieferketten?

Ja, ich weiß. Bisher vertrat ich die These, dass eine vollständige Restauration der Lieferketten zu einer Angebotsausweitung führt, die deflationären Charakter hätte. Dazu stehe ich auch weiterhin. Aber auch wenn das passieren würde, würde die Inflationsrate dadurch vielleicht von über 7% auf 4% sinken. Auch das aber wäre noch zu hoch. Wobei es leider noch ein großes Problem gibt…

Denn leider ist die kommunistische chinesische Führung zu stolz, die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna zu nutzen. Zwar kann man selbst über deren Wirksamkeit streiten. Sie wirken aber definitiv besser als der in China entwickelte Impfstoff. Dieser falsche Stolz der Kommunisten in Verbindung mit der unveränderten Zero-Covid-Strategie behindert die vollständige Restauration der Lieferketten massiv.

Wenngleich ich daher an der Grundthese weiterhin festhalte, komme ich nicht umhin einzugestehen, dass die Restauration der Lieferketten länger dauert, als ich dachte. Anders als die EZB erkenne ich somit (m)einen Fehler an. Was aber folgt nun daraus? Da ich hier zu optimistisch war, erscheint mir der inzwischen recht hawkishe Kurs der Fed richtig zu sein. Wenn die US-Notenbank jetzt nicht zu aggressiv wird!

US-Leitzinsen dürften schneller und stärker steigen, aber…

So rechnete ich bisher damit, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Leitzins (Fed Funds Rate) bis Ende des Jahres maximal fünf Mal um jeweils 0,25% anheben würde. Somit hätte er zum Jahresende bei 1,25 bis 1,50% gelegen. Dies ist wohl nicht mehr haltbar. So wurde an den Märkten bereits ein Leitzins von 2,50 bis 2,75% eingepreist, mit Tendenz eher höher.

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Wie man das wissen kann? Nun, es werden sogenannte Fed Funds Rate Futures gehandelt, auf deren Basis man das sehen kann. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) hat darauf aufbauend das sogenannte FedWatch Tool entwickelt, das Sie kostenlos im Internet unter dem Link: https://www.cmegroup.com/trading/interest-rates/countdown-to-fomc.html finden. Hier dann einfach oben auf „14 Dez22“ klicken (das ist der Termin des letzten FOMC-Meetings in 2022).

Für alle Asset-Klassen – in diesem Newsletter geht es natürlich in erster Linie um Kryptos aber es betrifft auch Aktien – sind das schlechte Neuigkeiten. Allerdings sind sie eben, wie geschrieben, schon eingepreist. Darum steht der Nasdaq-100 ja inzwischen nicht mehr bei 16.500 Punkten und mehr, sondern eben 2.000 Punkte tiefer. Oder der Bitcoin nicht mehr bei 69.000 US-Dollar und mehr, sondern zwischen 43.000 und 44.000 US-Dollar.

Allerdings möchte die Fed eben nicht nur mit Hilfe des Leitzinses bremsen (und so die Inflation unter Kontrolle bringen), sondern auch durch eine Reduktion ihrer Bilanz, Quantitative Tightening (QT) genannt. Hier waren die neuesten Informationen nun leider ebenfalls nicht so gut. Denn die Fed strebt an, ihre Bilanz um 95 Milliarden US-Dollar pro Monat (60 Milliarden US-Staatsanleihen und 35 Milliarden Mortgage Backed Securities (MBS)) zu reduzieren.

Zunächst soll dies passiv geschehen, dann aber auch durch aktive Wertpapierverkäufe. Derzeit, darauf weisen die Reverse Repos hin, gibt es noch rund 1,6 Billionen US-Dollar zu viel Geld im US-Finanzsystem. Eine Zeit lang stellt daher nicht mal das recht aggressive QT kein Problem dar. Aber spätestens in sechs bis neun Monaten sollte sich das langsam ändern, sofern die Fed nicht ihren Fuß etwas von der Bremse nimmt.

Fazit: Die Aktienanleger wetten weiter gegen die Fed!

Eine der wichtigsten Börsenweisheiten lautet: „Don’t Fight The Fed!“, zu Deutsch (frei übersetzt): „Kämpfe nie gegen die Notenbank!“. Die Anleger an den Aktienmärkten aber taten das zuletzt und tun dies weiterhin. Daher schrieb ich schon letzte Woche, dass die Kryptorianer zuletzt rationaler gehandelt haben als die Aktienanleger. Die Quittung gab es dann in den letzten Tagen, denn die Aktienmärkte kamen wieder etwas zurück.

Leider traf es jedoch auch Bitcoin (BTC) und Co. Wobei sich die Kursverluste insgesamt in Grenzen gehalten haben, besonders bei den ja sehr volatilen Kryptos. Kurzfristig bleibt es dabei, dass ich die Kryptos in einer Seitwärtsrange sehe. Der Bitcoin als Weltleit-Kryptowährung sollte also weiterhin zwischen 32.000/33.000 und 47.000 US-Dollar fluktuieren. Mittelfristig ist das Bild etwas schwieriger.

Denn macht die Fed Ernst, wovon ich ausgehe, müssten die Aktienmärkte mittelfristig noch einmal deutlicher zurücksetzen. Spurlos würde das auch an den Kryptos nicht vorbeigehen. Ja, Bitcoin und Co. haben schon deutlich mehr Luft abgelassen, haben schon eine deutlichere Korrektur hinter sich als der Nasdaq-100. Daher sehe ich auch keinen Krypto-Crash. Aber es dürfte durchaus nochmal bessere Kaufgelegenheiten als jetzt geben. Daher ist Geduld zurzeit eine Tugend!

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