Biotech-Sektor: Welcher Branchen-Index ist der interessantere?

Liebe Leser,

die schwachen Konjunkturdaten, die zum Ende der letzten Woche den Markt unter Druck brachten, können von Sicht des Biotech-Sektors mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen werden.

Natürlich schaffen solche Zahlen erst einmal ein negatives Börsenumfeld, weil viele Investoren fürchten, dass die Aufschwungsphase nach dem Pandemiejahr 2020 womöglich schon zu Ende gehen könnte.

Zumal bekanntlich in vielen Ländern trotz inzwischen hoher Infektionsraten die Ansteckungszahlen wieder steigen.

Tapering als Risiko für den Biotech-Sektor

Auf der anderen Seite könnte für den Biotech-Sektor jeder Monat, in dem insbesondere die US-Notenbank noch nicht den Einstieg in das sogenannte Tapering umsetzt, ein gewonnener Monat sein.

Wer mit dem Begriff nicht ganz so vertraut ist:

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Unter Tapering versteht man die Rückführung der bisherigen Anleihenkäufe durch die Notenbanken. D. h. letzten Endes, dass die Währungshüter dem Markt nicht mehr so viel Liquidität monatlich zuführen wie bisher.

Die Börse, die sich inzwischen an diese regelmäßigen milliardenschweren Geldspritze gewöhnt hat, würde daraufhin zumindest kurzfristig negativ reagieren.

Speziell für den sehr kapitalintensiven Biotech-Sektor, der auf immer frisches Investitionskapital angewiesen ist, könnte das womöglich kurzfristig ebenfalls ein Risiko bedeuten.

Denn wenn den Investoren nicht mehr so viel Geld zur Verfügung steht, werden sie entsprechend auch ihre Anlagegelder möglicherweise neu kanalisieren. Das könnte dem einen oder anderen Biotech-Wert negativ zu schaffen machen.

S&P Biotech vs Nasdaq Biotech

Aktuell sind das allerdings noch Planspiele. Die derzeitige Situation sieht wesentlich freundlicher aus. So hatte der S&P Biotechnology Select Industry Index vor wenigen Tagen dem Ausbruch aus seinem seit März bestehenden Abwärtstrend geschafft.

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Auch hier eine kleine Zusatz-Erläuterung, warum dieser Index für Anleger interessant sein sollte.

Chart S&P Biotechnology Select
Chart S&P Biotechnology Select © Tradingview

Der S&P Biotech Select Index ist deutlich fokussierter als mein üblicherweise herangezogener Benchmark Nasdaq Biotechnology Index auf kleine und mittlere Biotechfirmen, viele davon noch in der Entwicklungsphase.

Der Nasdaq Biotechnology Index ist dagegen wesentlich breiter aufgestellt. Er beinhaltet 268 Indexmitglieder, der S&P-Index bringt es auf 195 Mitglieder. Beim Nasdaq Biotech sind auch Pharmawerte enthalten.

Dass er in den letzten Monaten im Direktvergleich mit den S&P Biotech Select eine deutliche Outperformance zeigte, lag dabei vor allem daran, dass im Nasdaq Biotech auch solche Corona-Highflyer wie BioNTech oder Moderna enthalten sind, im S&P Biotech Select aber nicht.

Performance-Vergleich Nasdaq Biotech Index vs. S&P Biotech Select
Performance-Vergleich Nasdaq Biotech Index vs. S&P Biotech Select © Tradingview

Ihre Entscheidung: Breit oder fokussiert

Was könnten Sie als Anleger nun daraus machen?

Letztlich ist es eine gewisse Entscheidung, wie breit Sie in den Biotech-Markt hineingehen wollen.

Beim Nasdaq Biotechnology Index können Sie eben bis hinein in den Pharmasektor investieren, was zu einer gewissen Glättung und geringeren historischen Volatilität führt, während der S&P Biotech Select sehr fokussiert auf die kleinen und mittleren, dadurch auch risikoreicheren, Biotech-Werte ausgelegt ist.

Chart Nasdaq Biotechnology Index
Chart Nasdaq Biotechnology Index © Tradingview

Beim Nasdaq Biotech würde ich aktuell damit rechnen, dass der Index erst einmal darum kämpfen muss, über seine aktuelle Widerstandzone im Bereich von 5.470 Punkte zu kommen.

Hier hätte jetzt der S&P Biotech Select charttechnisch das sicherlich leichtere Spiel inklusive im Direktvergleich – wie aufgezeigt – das entsprechende Nachholbedarf.

Den S&P Biotech Select kann man dabei im Übrigen auch sehr gut über einen ETF abbilden. Diesen gibt es von SPDR (SPDR S&P Biotech ETF; Kürzel XBI).

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