Biotech im Omicron-Sog: Wo sind jetzt die Lichtblick-Aktien?

Die neue Corona-Variante Omicron stößt einen Sell-off an. Doch ist das auch im Biotech-Sektor gerechtfertigt?

Liebe Leser,

wie es immer lautet: ein Unglück kommt selten allein. In diesem Fall mussten Sie leider als regelmäßige Mit-Leser unseres Biotech-Informers länger auf die nächste Ausgabe warten, weil ich krankheitsbedingt außer Gefecht gesetzt war und das gerade zu einer Zeit, wo die Märkte wieder extrem turbulent geworden sind.

Auslöser, wie hätte es fast gar nicht anders sein können, war wieder einmal die Corona-Pandemie, diesmal eine neu entdeckte Variante namens Omicron aus Südafrika. Wobei man hier erst einmal objektiv sortieren muss:

Denn die Datenbasis, die sich auf die mögliche Ansteckungsaktivität wie auch auf das Krankheitsbild bezieht, ist derzeit immer noch mehr als dünn. Und trotzdem sind insbesondere die westlichen Länder in eine Art Schockstarre verfallen und versuchen nun, zum Teil mit blindem Aktionismus, gegenzusteuern. Wobei man grundsätzlich erkennen kann: Geht es nach den einzelnen regionalen Märkten, scheint das Ganze eher ein Problem für die europäischen Indices zu sein. Amerika ist zwar auch unter Druck geraten, aber nicht ganz so massiv. Allerdings:

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Indices kommen unter die Räder

Das kann man jetzt am Ende für die Biotech-Indices, die hier regelmäßig als Grundlage genommen werden, leider nicht sagen. Sowohl beim Nasdaq Biotechnology Index als auch beim S&P Biotechnology Select Index hat es massive Verschlechterungen in der Charttechnik gegeben.

Beim S&P wurde beispielsweise die Unterstützungszone bei rund 9.500 Punkten deutlich unterschritten. Der Index notiert derzeit bei rund 8.700 Zählern. Ein Index-Stand, der zuletzt im September 2020 erreicht worden war, damals allerdings in einer generellen Aufwärtsbewegung.

Ein ähnliches Bild auch beim Nasdaq Biotechnology Index. Dieser ist durch die hier an dieser Stelle schon besprochenen Unterstützungen durchgerutscht und notiert jetzt auf dem Niveau bei rund 4.500 Punkten, was der untere Bereich einer Unterstützungszone zwischen 4.500 und 4.580 Punkten ist. Angesichts der aktuellen Lage kann ich hierbei selbst noch keine technische Entwarnung geben, auch Kurse um 4.000 Zähler sind in diesem derzeitigen Umfeld nicht gänzlich auszuschließen.

Chart Nasdaq Biotechnology Index
Chart Nasdaq Biotechnology Index © Tradingview

Wie jetzt im Biotech-Segment handeln?

Was bedeutet das konkret für Ihre Biotech-Investments? Wenn Sie der grundlegenden Empfehlung gefolgt sind, Positionen per Stop-Loss abzusichern, dürften Sie hier schon etliche Abgänge verzeichnet haben. Wo man noch drin steckt, da macht wohl ein Verkauf aktuell keinen größeren Sinn mehr. Zumindest nicht, wenn es dem Sektor gelingt, auf dem erreichten Niveau eine Bodenbildung hinzubekommen.

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Die Frage ist hierbei wirklich entscheidend, ob in der allgemeinen Stimmungsverschlechterung den Investoren wieder klar wird, dass gerade der Biotech-Sektor grundlegend azyklisch funktioniert und er zu den Profiteuren der derzeitigen Gemengelage zählen sollte.

Impfstoff-Hersteller mit schwachem Wochenauftakt

Wie sieht es bei Einzelwerten aus? Natürlich stehen erneut die Impfstoff-Hersteller im Fokus. Wobei wir erneut feststellen können, dass selbst eine neue Virus-Variante kein Selbstläufer ist. Zum Wochenstart beispielsweise verbuchte BioNTech (per Redaktionsschluss) einen Abschlag von 14 %, Moderna war mit fast 12 % minus dabei und Novavax mit fast 9 %.

Chart Biontech
Chart Biontech © Tradingview

Was damit zusammenhängen dürfte, dass hier auch von den Unternehmen selbst bezweifelt wird, dass die derzeitigen Impfstoffe gegen die neue Corona-Variante wirksam sind. Was nichts anderes heißt, als dass hier die Unternehmen wieder ins Labor gehen müssen und ein entsprechend angepasster Impfstoff wohl erst in ein paar Monaten zur Verfügung stehen könnte. In der derzeit aufgeheizten Situation fragen sich die Investoren natürlich, was das dann für den bisherigen Umsatz- und Gewinnplan bedeuten könnte. Und Unsicherheit, das wissen Sie, ist Gift für die Notierungen.

Amgen profitiert von Empfehlung

Aber es gibt im Biotech-Sektor auch wieder den einen oder anderen Lichtblick. Aktuell trifft das vor allem für Amgen zu. Ich hatte an dieser Stelle Amgen schon als Kern-Investment im Biotech-Sektor klassifiziert wegen seiner Marktgröße und auch seiner Pipeline. Was allerdings trotzdem nicht verhinderte, dass die Aktie in den letzten Monaten unter die Räder gekommen ist.

Nun mit dem frischen Wochenstart ein neuer Ansatz. Dieser basiert weniger auf neuen Meldungen von Amgen selbst, sondern einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs. Was diese tatsächlich wert ist, werden wir erst in einigen Tagen sehen. Ich halte es erst einmal gut für möglich, dass ich die Aktie trotz des widrigen Umfeldes in den Bereich von 220 Dollar wieder vorarbeiten kann, wo der aktuelle Widerstand wartet. Erst dann sollte über neue Dispositionen ernsthaft diskutiert werden.

Chart Amgen
Chart Amgen © Tradingview

Idorsia auf die Watchlist

Und noch ein bisheriger Absturz-Kandidat macht wieder von sich reden. Die schweizerische Idorsia hatte seit ihrem Zwischenhoch Mitte Januar rund 45 % verloren. Aktuell sieht es danach aus, als wenn man hier an einer Bodenbildung arbeitet mit einem kleinen Tick nach oben. Was damit zusammenhängen könnte, dass das Unternehmen Fortschritte bei einem derzeit neu in Testphase 3 befindlichen Medikament gegen Lupus macht.

Noch ist es zu früh, um hier schon einen Turnaround auszurufen. Idorsia sollte allerdings weiterhin beobachtet werden, nicht zuletzt wegen des Managements bzw. dem Forscherteam, das dahintersteht und schon einmal eine Biotech-Firma(Actelion) zu großen Erfolgen geführt hatte.

Chart Idorsia
Chart Idorsia © Tradingview

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