Biotech-Branche steckt im Herbst-Blues fest – Mit wenigen Ausnahmen

Während viele Tech-Sektoren sich sehr robust zeigen, ist die Biotech-Branche wieder deutlich zurückgefallen. Kann die Berichtssaison die Wende bringen?

Liebe Leser,

nachdem in der letzten Woche mein Newsletter krankheitsbedingt leider ausfallen musste, gibt es natürlich heute wieder einige Sachen mehr miteinander zu diskutieren. Denn die Lage bei den Biotechwerten ist, zumindest was den Gesamtmarkt angeht, jetzt alles andere als berauschend gewesen.

Der von mir hier immer wieder herangezogene Benchmark Nasdaq Biotechnology Index hatte zum September-Schluss eine kräftige Korrektur hinter sich gebracht und ist seitdem dabei, wieder einen Boden zu finden. Analog dazu auch der S&P Biotech Select, auf dessen Darstellung ich hier an dieser Stelle heute verzichte. Auch er war letzten Endes wieder auf seine Unterstützungszone im Bereich von 9.500 Zählern zurückgefallen.

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Chart Nasdaq Biotechnology Index
Chart Nasdaq Biotechnology Index © Tradingview

Stellt sich natürlich gleich die Frage nach dem Warum. Ein Grund dürfte sein, dass insbesondere die Impfstoff-Hersteller ebenfalls korrigierten und erst seit einigen Tagen wieder versuchen, einen gewissen tatsächlichen Boden unter die Füße zu bekommen. Immerhin: Gerade in diesem Bereich gibt es auch den einen oder anderen Lichtblick. Zu nennen dabei natürlich vor allem Valneva.

Valneva ist wieder durchgestartet

Denn das französische Biotech-Unternehmen, das ja bekanntlich an einem Tot-Impfstoff gegen Covid-19 arbeitet, hatte letzte Woche positive Resultate aus seiner klinischen Studie Phase 3 melden können. Nach Aussagen des Unternehmens hatte der Impfstoff letztlich beide primären Endpunkte der Studie erreichen können.

Zum einen soll das Präparat, das mit abgetöteten Corona-Viren arbeitet, besser abgeschnitten haben als der Vergleichsimpfstoff von AstraZeneca. Außerdem soll die Wirksamkeit der Antikörper-Bildung bei über 95% gelegen haben. Daraufhin gewann die Aktie in wenigen Tagen rund 60% hinzu. Durchaus nachvollziehbar. Aber Valneva bleibt höchstwahrscheinlich noch sehr volatil und Investoren, die hier mitmachen wollen, brauchen schon gehörige Nerven.

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Chart Valneva
Chart Valneva © Tradingview

Biogen mit Mehrfach-Enttäuschung

Weiteres Thema: Langsam kommt die Berichtsaison auch im Biotech-Sektor an. Letzte Woche hatte schon Biogen gemeldet, dabei allerdings auch wieder durch einige Nachrichten das eigentlich gute Bild verdorben. Im Detail: Zwar hatte Biogen im letzten Quartal einen Umsatzrückgang um 18% auf 2,78 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Doch das war grundsätzlich so erwartet worden. Der Marktkonsens hatte sogar noch mit etwas Schlimmerem gerechnet. Auf der Gegenfahrbahn konnte das Unternehmen mit einem Gewinn von 4,77 Dollar je Aktie die Analysten-Erwartungen von 4,09 Dollar die Aktie im Durchschnitt deutlich übertreffen. Auf dieser Basis hob Biogen letztlich dann auch die Prognose für den Umsatz und das Ergebnis je Aktie für das Gesamtjahr an. Jetzt das große Aber:

Der große Hoffnungsträger ADUHELM, ein Alzheimer-Medikament, das in diesem Jahr überraschend zugelassen wurde, machte nur 300.000 Dollar Umsatz, was absolut enttäuschende Zahlen war. Als wäre das nicht genug, musste Biogen auch noch bei einem der großen Hoffnungsträger schlechte Studienmeldungen absetzen. Denn ein vielversprechendes Medikament zum Einsatz gegen eine spezielle Form der Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) hat in einer abgeschlossenen Phase-3-Studie nicht den primären Endpunkt erreichen können. Immerhin: Es gibt einen Lichtblick. Denn bei bestimmten Aspekten sollen positive Ergebnisse gezeigt worden sein. Deshalb wollen Biogen und der Partner Ionis Pharmaceuticals auch das Medikament vorerst weiter entwickeln. Die Börse aber hat nicht so viel Geduld und senkt die Daumen.

Chart Biogen
Chart Biogen © Tradingview

Die Aktie von Biogen ist inzwischen wieder da angekommen, wo man vor der überraschenden Bekanntgabe der Zulassung des Alzheimer-Medikamentes war, nämlich im Bereich von 265 Dollar. Hier wird es wohl jetzt erst mal auf eine Bodenbildung hinauslaufen. Biogen sollte man unter diesem Aspekt sicherlich weiter beobachten, ein Investment ist aktuell allerdings uninteressant.

Vorschau auf Quartalsberichte von BioMarin und Gilead Sciences

Apropos Quartalsberichte: In dieser Woche stehen weitere Berichte auf dem Terminkalender. Zum ein BioMarin Pharmaceutical, die am Mittwoch berichten sollen. Das Unternehmen ist bekanntlich spezialisiert auf seltene genetische Krankheiten. Erwartet wird, dass das Unternehmen im dritten Quartal einen Verlust von 0,25 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 435 Millionen Dollar gemacht hat.

Das Problem hierbei ist sicherlich, dass man die Ergebnisse aus dem dritten Quartal letzten Jahres nicht so gut vergleichen kann. Damals verdiente das Unternehmen überraschend 4,01 Dollar je Aktie, was hauptsächlich einer hunderte Millionen Dollar schweren Steuergutschrift zu verdanken war. Besserer Anhaltspunkt hier ist dann sicherlich der Umsatz, der im letzten Jahr knapp 477 Millionen Dollar betragen hatte. Die Akte von BioMarin liegt leider wie viele andere Biotechwerte derzeit wieder auf dem Frühjahrs-Tief. Mal schauen, ob es hier womöglich neue Impulse geben kann nach den Zahlen.

Chart BioMarin Pharmaceutical
Chart BioMarin Pharmaceutical © Tradingview

Ein weiterer Wert, den ich hier besonders im Blick habe, ist Gilead Science. Das Unternehmen soll am Donnerstag berichten und im Markt liegt der Analystenkonsens für den Gewinn je Aktie bei 1,75 Dollar und für den Umsatz bei rund 6,26 Milliarden Dollar. Auch hier würden diese Ergebnisse unter dem Vorjahr liegen. So kommt es für die Marktreaktion wohl vor allem darauf an, wie der Ausblick ausfällt. In der Charttechnik jedenfalls geht die Gilead-Aktie derzeit mit dem Sektordurchschnitt mit, was durchaus einige Hoffnungspunkte beinhaltet.

Chart Gilead Sciences
Chart Gilead Sciences © Tradingview

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