BioNTech und Pfizer: Brisante Verhandlungen mit der EU

BioNTech und Co. mit ganz neuer Rallye?

Die Aktien der Impfstoffhersteller laufen in den vergangenen Tagen und Wochen vergleichsweise gut. Nun allerdings gibt es eine Nachricht, die möglicherweise den derzeitigen Aufwärtstrend – namentlich von BioNTech – etwas abbremsen könnte. Am Dienstag zeigte sich davon in den ersten Handelsstunden noch nichts, dennoch ist die Information recht brisant.

Die EU verhandelt mit BioNTech und Pfizer

Es geht um einen Impfstoff-Dosenvertrag, den die EU mit BioNTech und Pfizer abgeschlossen hat. Der Vertrag beinhaltet bis dato eine Lieferung von Impfstoffdosen zur mRNA-Impfstoff über bis zu 1,8 Milliarden Dosen. Diese Liefermenge beinhaltet auch jene Dosen, die den dann an Omikron angepassten Impfstoff beinhalten sollen. Die bisherige Vereinbarung sieht vor, dass BioNTech und Pfizer der EU für 2022 die entsprechende Menge ausliefert.

Nun scheint es allerdings Verzögerungen zu geben. Berichten zufolge soll die EU-Kommission bereit sein, die Lieferung der Dosen bis in das Jahr 2024 hinein zu verzögern oder verzögern zu lassen. Das hätte immerhin eine deutliche Signalwirkung: Kann oder will die Kooperation von BioNTech und Pfizer die versprochene Liefermenge nicht wirksam und zeitpunktgerecht parat stellen? Und welche Auswirkungen hat dies für kommende Umsätze?

BioNTech und Co. dürfen mehr Aufträge annehmen

Gemach, so verweisen zumindest Beobachter dieser Vertragsdiskussionen auf einen entscheidenden Passus. Immerhin würde die Lieferungen zwar bis 2024 vorgenommen werden könne, dies allerdings hindert die EU-Mitglieder nicht daran, im laufenden oder kommenden Jahr noch mehr Impfstoffe zu bestellen.

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Ähnliche Nachrichten hatte es über die Zusammenarbeit des US-Konkurrenten Moderna mit der EU gegeben. Die US-Amerikaner wollten Lieferungen in das Jahr 2023 verzögern, die noch bis Ende 2022 offenbar hätten ausgeliefert werden sollen. Die EU geht allerdings Berichten zufolge davon aus, es würde ohnehin ein neuer Vertrag mit Moderna ausgeliefert. Die Diskussion sowohl um BioNTech als auch Moderna ist nicht ganz zufällig.

Die Impfstoffe sind in der gesamten EU in großem Stil verabreicht worden. Dabei jedoch sind die Wirkungen derzeit nicht gegen Omicron gerichtet. Insofern ist die Frage, inwiefern die nächsten Impfkampagnen noch einmal Boosterungen mit sich bringen werden, wie viele alte Impfstoffe – etwa in Deutschland – ablaufen etc. Die Schätzungen zum Umsatz sind daher vor allem bei BioNTech nicht einfach und auch nicht punktgenau.

Dennoch sind durch Zulassungen in jüngerer Vergangenheit recht gute Weichen gestellt worden, so die Auffassung von Analysten. BioNTech wird demnach einen Umsatz von mehr als 16 Milliarden Euro 2022 erwirtschaften können. Wenn Impfstoffe nicht hinreichend schnell ausgeliefert werden, kann es zu Auf- vor allem aber Abschlägen gegenüber dieser Kalkulation kommen. Dennoch sind 16 Milliarden Euro eine gute Berechnungsgrundlage.

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Bei einer Gewinnmarge von mehr als 55 % könnte das Unternehmen aktuell davon ausgehen, dass fast 9 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet werden. Dies ist bei einer Marktkapitalisierung über 39 Milliarden Euro eine solide Bewertung. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Höhe von weniger als 5. Selbst wenn die Gewinne im kommenden Jahr 2023 bei geringeren Umsätzen – von im Moment geschätzten 9 Milliarden Euro – sinken, wären 5 Milliarden Euro Gewinn nicht überraschend. Dies wiederum würde bedeuten, dass selbst dann das KGV für das kommende Jahr mit den aktuellen Kursen unterlegt sich auf einen Wert von weniger als 10 einstellen würde. Bei einem sehr profitablen Unternehmen ist eine solche Bewertung recht günstig.

Die Kurse von BioNTech wiederum haben vor allem auf die jüngste Welle an Zulassungen bei kleineren Kindern und Jugendlichen positiv reagiert. Die Kurse sind in einem Monat noch immer um insgesamt fast 30 % nach oben gelaufen. Amit hat BioNTech sogar das zwischenzeitlich etwas trübere Ergebnis für drei Monate inzwischen knapp in den grünen Bereich drehen können. Die Aktie hat dabei zwei weitere wichtige Hürden genommen, so die Hinweise aus der Richtung der charttechnischen Analysten und der technischen Experten.

BioNTech: Das ist gut

Die Hürden aus der charttechnischen Sicht türmten sich vor allem in Höhe von 150 Euro. Nun geht es deutlich darüber hinaus, denn die Aktie notiert bei fast 160 Euro. Damit ist gegenüber der nun zur Unterstützung umformatierten früheren Hürde der Vorsprung auf über 5 % angewachsen. Dies gilt als gutes Signal. Die nächsten charttechnischen Hürden sind bei etwa 170/175 Euro zu erwarten. Dann würde schon die runde Marke von 200 Euro als nächstes Kursziel warten, so die Meinung von Analysten.

Auch die technische Analyse ist für BioNTech inzwischen recht optimistisch gestimmt. Immerhin sind die Notierungen nun aus dieser Sicht im klaren kurz- wie auch mittelfristigen Hausse-Modus. Schließlich gelang es vor kurzem, den GD100 zu überwinden. Der Indikator gilt als bedeutendes technisches Signal für die mittelfristige Trend-Bewegung. Der Kurs der Aktie ist nun auch über den GD20, den GD38 wie auch schließlich über den GD50 nach oben geklettert. Dies sind gute kurzfristige Erfolge, so die Auffassung der technischen Analysten.

Noch fehlt allerdings aus dieser Perspektive der Sprung über die wichtige Marke, die der GD200 aufgebaut hat. Es fehlen ungefähr 11 % oder der Weg über 175 Euro, um den Trendpfeil auch langfristig nach oben zu drehen.

Insgesamt ergibt sich jedoch für BioNTech nach den jüngsten Nachrichten ein positives Bild – sowohl wirtschaftlich (trotz der Lieferverzögerungen) als auch charttechnisch und technisch betrachtet.

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