BioNTech-Aktie: Stärker als Valneva und Moderna?

BioNTech hat wie alle anderen Aktien aus dem Sektor Impfstoffe auch am Mittwoch etwas nachgegeben. Dennoch: Die Mainzer scheinen stärker aufgestellt.

Die Werte aus dem Impfstoffsektor sind am Mittwoch wieder etwas zurückgeworfen worden. Angesichts kleinerer Verluste sind die jüngsten Entwicklungen dennoch nicht verworfen. Noch immer haben die Aktien rund um BioNTech und Co., also auch Moderna oder Valneva, eine Ausbruchchance nach oben. Aktuell stellt sich die Frage, welcher dieser Werte die besten Chancen haben könnte.

BioNTech: Neue Nachrichten

Der wohl prominenteste Wert aus der Branche ist BioNTech. Die Mainzer haben am Mittwoch mit einer neuen Nachricht aufwarten können. So haben Pfizer und BioNTech zusammen immerhin eine Genehmigung aus den USA erhalten. Die FDA, die dortige Gesundheitsbehörde, hat den Booster für Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren zugelassen.

Das könnte zum einen das Geschäft direkt ankurbeln. Zum anderen ist damit zu rechnen, dass das Unternehmen – oder BioNTech und Pfizer zusammen – auch für ihr Image damit einiges getan haben. Zuletzt war die Wirksamkeit der Impfstoffe bezweifelt worden, weil BioNTech selbst darauf verwies, man könne keine „Garantien“ für den Nachweis abgeben. Diese Einschränkung allerdings dürfte eher haftungsrechtlicher Natur sein.

Der FDA-Verantwortliche jedenfalls stellt am Dienstag klar: „Während COVID-19 bei Kindern in der Regel weniger schwer verläuft als bei Erwachsenen, erkranken im Zuge der Omicron-Welle mehr Kinder an der Krankheit und müssen ins Krankenhaus eingeliefert werden, und auch nach einer anfänglich leichten Erkrankung können bei Kindern längerfristige Folgen auftreten. Die FDA genehmigt die Verwendung einer einmaligen Auffrischungsdosis des COVID-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren, um einen kontinuierlichen Schutz gegen COVID-19 zu gewährleisten.“

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Diese Genehmigung impliziert bereits die Annahme, dass der Impfstoff wirksam ist und dass er auch sicher genug sein soll. Da gerade die Genehmigung bei Kindern umstritten war, ist dies ein Schritt in die aus Unternehmenssicht richtige Richtung. Noch immer tobt in den verschiedenen öffentlichen Statements die Frage, ob Kinder und Jugendliche geschützt werden sollten. Zudem stellt sich die Frage, ob und wann die Omicron-spezifischen Impfstoffe zur Verfügung stehen und genutzt werden können.

In Deutschland wird zumindest innerhalb der Ampel-Regierung darüber gestritten, ob das Infektionsschutz-Gesetz überarbeitet werden muss. Am 23. September läuft das Gesetz aus. Nun könnte die Politik für den Bedarfsfall im Herbst eine neue rechtliche Rahmenverordnung erlassen, die ein besseres Eingreifen ermöglichen würde, so die Hoffnung von Politikern wie Karl Lauterbach (SPD) oder dem grünen Gesundheitspolitiker Dahmen.

All diese Nachrichten wiederum stärken BioNTech, da es zusammen mit Moderna als großer Anbieter der mRNA-Impfstoffe gilt. Die Nachfrage könnte nun auch deshalb noch einmal ansteigen, weil in Deutschland bisherige Mengen an bevorratetem Impfstoff wieder entsorgt werden. Sie sind abgelaufen. Einem Bericht nach trifft es bislang allein in Hamburg 100.000 überlagerte Impfdosen.

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Diese Gemengelage deutet darauf, dass für BioNTech und Co. das Geschäft noch nicht beendet ist. BioNTech hat einen Marktwert von 36,57 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat am 9. Mai nun die jüngsten Quartalszahlen vorgestellt. Am 1. Juni 2022 soll die Hauptversammlung stattfinden. Die Zahlen sind gut. Im ersten Quartal wurden 6,37 Milliarden Euro umgesetzt. Die Unternehmung erwartet im laufenden Jahr zwischen 13 und 17 Milliarden Euro Umsatz. Geschätzt werden etwa 16,5 Milliarden Euro.

Auch im kommenden Jahr könnte BioNTech noch einmal gut 10 Milliarden Euro umsetzen. Damit wäre es zumindest nicht überraschend, bei den aktuellen Margen von über 50 % des Umsatzes 2022 34 Euro pro Aktie zu verdienen und 2023 knapp 20 Euro. Daraus errechnet sich wiederum ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Höhe von etwa 4 für das laufende Jahr und noch einmal etwa 7 für das kommende Jahr. Die Zahlen sind günstig, wenn der Umsatz sich in den kommenden Jahren stabilisieren würde.

Dies steht bei BioNTech indes noch in Frage, da das Unternehmen an Krebsmedikamenten forscht, die auf der mRNA-Technologie basieren. Diese Forschung ist bis dato noch nicht produktreif. Dennoch: BioNTech ist zumindest mittelfristig betrachtet noch recht gut bewertet.

Die Börsen sehen offenbar BioNTech derzeit auch als Nr. 1 in dem Wettbewerb mit Moderna oder Valneva. Am Mittwoch verloren alle Aktien in etwa 1 % bzw. im Fall von Novavax etwas mehr. Die Notierungen sind aber in den vergangenen fünf Tagen etwas stabiler gewesen. Stark ist BioNTech im Vergleich der zurückliegenden vier Wochen. Die Aktie gewann 5,9 %, während die anderen Werte verloren. Valneva hat wegen eines Sondereffekts sogar -36 % verloren. Valneva musste sich von der EU sagen lassen, dass möglicherweise der Auftrag für bis zu 60 Millionen Impfstoffe noch zurückgezogen wird, da die Zulassung durch die EMA, die EU-Zulassungsbehörde, noch nicht erfolgt ist.

BioNTech ist auch über den Zeitraum von einem Jahr noch leicht im Plus. Moderna gewann allerdings in einem Jahr sogar 9,3 % und hat lediglich in kürzerer Zeit schlechter abgeschnitten. Für Moderna und BioNTech gilt, dass die Werte zumindest kurzfristig zudem im technischen Aufwärtstrend sind. Mittelfristig ist der Abstand zum GD100 mit 1,4 % bei BioNTech und -10,1 % bei Moderna noch immer so gering, dass auch hier eine Trendwende jederzeit gelingen kann.

BioNTech kann auf Basis der wirtschaftlichen Bewertung nach dem KGV und dem Trend derzeit als relativ stärkste Aktie aus dem Segment gelten. Valneva spielt bis zur Zulassung durch die EMA für zumindest einige EU-Länder an den Aktienmärkten derzeit sicherlich noch keine entscheidende Rolle.

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