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BASF- und Bayer-Aktie: Und wem soll man nun glauben?

Die Aktien von BASF und Bayer liegen aktuell deutlich im Monatsplus. Ob sich der Aufwärtstrend bei den Chemietiteln fortsetzen wird? Die einen sagen so, die anderen so.

Auf einen Blick:
  • Die BASF-Aktie hat seit Ende Oktober rund sechs Prozent zugelegt
  • Bayer entwickelte sich an der Börse ganz ähnlich
  • Für den Leverkusener Chemiekonzern sehen Analysten Aufwärtspotenzial
  • Bei BASF gehen die Meinungen deutlich auseinander

Liebe Leserin, lieber Leser,

schaut man sich die Monatsperformance der beiden wichtigsten, deutschen Chemie-Titel an, können sich Anleger kaum beschweren: Obwohl energieintensiv im operativen Geschäft, haben sich die Aktien von BASF und Bayer ähnlich positiv entwickelt, rund sechs Prozent liegen beide DAX-Werte aktuell im Plus. Ob sich das fortsetzen wird? Bei Bayer sind sich die institutionellen Analysten relativ einig: Ja! Bei BASF hingegen gehen die Meinungen weit auseinander. Am Montag haben sich gleich zwei Experten zu Wort gemeldet – aber wem soll man jetzt nun glauben?

UBS glaubt an Kursrückgang bei BASF-Aktie

Da wäre zum einen die schweizer UBS. Die Großbank hat wenig Hoffnung, stufte die BASF-Aktie weiter  auf “Sell” mit einem Kursziel von lediglich 38 Euro ein. Angesichts des aktuellen Kursniveaus von rund 49 Euro, ginge es mit den Papieren des Ludwigshafener Konzerns somit um gut 20 Prozent nach unten. Die Begründung ist recht speziell: Mit Blick auf “Carbon Capture”, die Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund zur Reduzierung von Emissionen also, seien Chemieunternehmen in Europa bislang nicht sonderlich aktiv, schrieb Analyst Andrew Stott laut Medienberichten in seiner Branchenstudie.

Ein Grund sei die Unwirtschaftlichkeit des Ansatzes für Unternehmen, die weit entfernt von Einspeicherorten an der Küste produzierten, wie etwa BASF und Wacker Chemie, so der Experte. Zudem fokussierten sich europäische Chemieunternehmen eher auf andere Arten der CO2-Reduktion, etwa erneuerbare Energie. Grundsätzlich dürften die Unternehmen fortan mehr Geld für CO2-Reduktion ausgeben, was mittelfristig „auf den Renditen lasten“ werde, so Andrew Stott.

Goldman Sachs hebt BASF-Kursziel an

Dass die BASF-Aktie mittelfristig nicht gerade ein Kursfeuerwerk zünden wird, das glaubt man auch bei Goldman Sachs. Die US-Investmentbank aber hat ebenfalls zum Wochenstart den fairen Wert für BASF von 47 auf 54 Euro angehoben, die Einstufung auf “Neutral” belassen. Analystin Georgina Fraser berücksichtigte in ihrer am Montag vorliegenden Studie zur Chemiebranche für die Bewertung nun auch ihre Prognosen für 2024, hieß es. Zudem passte die Expertin ihre Schätzungen leicht an. Für BASF nach oben. Dabei ist die Expertin beileibe nicht die größte Optimistin:

  • Das US-Analysehaus Bernstein Research hatte das Kursziel für BASF Mitte November von 61 auf sogar 72 Euro angehoben
  • Angesichts eines erwarteten Anstiegs um annähernd 50 Prozent blieb die Einstufung auf “Outperform”

Analyst Gunther Zechmann vermutet, dass der Kostendruck auf der Rohstoffseite langsam nachlasse, womit die Chemieunternehmen die Preise zum Schutz der Gewinnmargen nicht mehr so stark anheben müssten. BASF hebe sich vom Rest der Branche weiterhin durch das Umsatzwachstum aus eigener Kraft ab, so die Begründung.

Analysten für BASF vorsichtig optimistisch

Und so liegt das durchschnittliche Kursziel aus derzeit 14 Analysen unterschiedlicher Häuser laut finanzen.net für BASF aktuell bei 60,34 Euro – und damit knapp ein Viertel über dem aktuellen Kursstand. Ein Überblick:

KurszielKurspotenzial
UBS38,00€-22,61%
Goldman Sachs54,00€+9,98%
Bernstein Research72,00€+46,64%
Barclays62,00€+26,27%

Bayer kommt insgesamt besser weg

Für den Bayer-Konzern sind die Experten noch etwas optimistischer: Aktuell elf Analysten sehen den fairen Wert für die Aktie im Mittel bei 80,60 Euro; das Aufwärtspotenzial beträgt somit 44 Prozent. Die DZ Bank indes hatte den fairen Wert für Bayer anlässlich der jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen zum 3. Quartal leicht von 76 auf 75 Euro gesenkt, die Einstufung allerdings auf “Kaufen” belassen. Wie erwartet habe sich bei dem Agrarchemie- und Pharmakonzern die positive Entwicklung fortgesetzt, schrieb Analyst Peter Spengler vor dem Wochenende. Allerdings erwartet er weitere erhebliche Kostenbelastung durch die Inflation, die insbesondere im Pharmasektor „nur begrenzt an die Kunden weitergegeben werden können“, so Spengler.

Ganz anders bewertete die UBS die Zahlen. Die Anleger dürften leicht positiv reagieren auf die gute Spartenentwicklung und den Ausblick, schrieb Analyst Michael Leuchten Anfang November in einer ersten Reaktion auf den Quartalsbericht von Bayer. Der Experte hatte die Einstufung für Bayer auf “Buy” mit einem Kursziel von 103 Euro belassen – und sieht bei den Papieren demnach ein Kurspotenzial von mehr als 80 Prozent!

Bayer-Aktie verlor nach Quartalszahlen

Die Anleger indes wollten dieser Einschätzung zunächst nicht folgen, sie schickten die Aktie von Bayer nach den Zahlen erst einmal unter die Marke von 50 Euro. Dabei hatten die Leverkusener auf ein starkes Agrargeschäft verwiesen – und bestätigten zudem die Prognose. Der bereinigte Betriebsgewinn erhöhte sich im dritten Quartal um gut 17 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten laut Manager Magazin lediglich 2,3 Milliarden Euro erwartet.

Und so hat sich die Aktie mittlerweile auch wieder berappelt, notiert zwar deutlich unter den Höchstständen aus dem Frühjahr bei knapp 68 Euro, damit allerdings noch deutlich im Jahresplus. Um fast 30 Prozent konnte Bayer im zurückliegenden Jahr seinen Börsenwert steigern, dieser liegt derzeit bei 54,5 Milliarden Euro.

BASF verliert aufs Jahr gesehen 10 Prozent

BASF ist den Börsianern rund zehn Milliarden Euro weniger wert, der Chemieriese kommt aktuell auf eine  Marktkapitalisierung von 44,6 Milliarden Euro. Und klar, seit Ende November 2021 hat die Aktie von BASF aktuell noch immer knapp zehn Prozent abgegeben.

BASF Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max