BASF-Aktie: Viel zu viel Pessimismus?

Seit Mittwoch geriet die BASF-Aktie massiv unter Druck. Die Gründe hierfür und was sonst noch beim Chemiekonzern passierte, erfahren Sie im Wochenrückblick.

Anfang der Woche notierte die BASF-Aktie zeitweise noch über 46 Euro. Zum Ende der Handelswoche blieben magere 42 Euro übrig. Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte Mitte der Woche die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, welche sich „Alarmstufe Gas“ nennt. Da reagierten auch die BASF-Anleger umgehend alarmiert.

Denn bereits seit Beginn des Ukraine-Krieges und der Russland-Sanktionen warnt der BASF-Vorstand davor, wie abhängig das Unternehmen von Gaslieferungen sei. Bei Ausfällen würden dem Chemiekonzern massive Produktionsausfälle drohen, die sich auch auf die gesamte deutsche Konjunktur auswirken könnten. Allerdings äußerte eine Sprecherin des Unternehmens nach Habecks Bekanntgabe, dass aktuell die Versorgungslage aller BASF-Standorte noch gesichert sei. Bereits geplante Notfallmaßnahmen mussten noch nicht ergriffen werden.

BASF unterbewertet?

Im Gegenteil: Momentan deuten alle Anzeichen darauf hin, dass BASF auf ein deutlich besseres 1. Geschäftshalbjahr zusteuert, als die meisten Analysten erwartet hatten. Doch BASF-Chef Martin Brudermüller warnte sogleich vor zu großen Erwartungen für die zweite Jahreshälfte. Auf dem „Tag der Industrie“ des BDI orakelte er am Dienstag, dass die Inflation den Konsum und damit auch den BASF-Absatz vermutlich stark einbremsen könnten.

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Diese Sorge teilen zwar auch die Bank-Analysten, die die BASF-Aktie covern. Doch ihren Analysen zufolge wird der Chemie-Titel aktuell dennoch weit unter seinem eigentlichen Wert gehandelt. So kam Tim Jones (Deutsche Bank) zu dem Schluss, dass BASF im Q2 wohl einen Einbruch beim EBIT von -12% im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten hätte. Doch dies läge immer noch 12% über den Konsenserwartungen. Deshalb blieb er bei einem Kursziel von 64 Euro für die BASF-Aktie und der Empfehlung „Halten“.

In das gleiche Horn stieß Chetan Udeshi (JPMorgan). Der Chemieriese stünde derzeit fundamental betrachtet sehr viel besser da, als es nach außen hin den Eindruck mache – was unter anderem auch den pessimistischen Äußerungen des Vorstandschefs geschuldet sei. Daher hält Udeshi nach wie vor ein Kursziel von 74 Euro als realistisch und empfiehlt die BASF-Aktie mit „Overweight“.

Diese BASF-Nachrichten gingen unter

Das Thema Gasversorgung dominierte eindeutig die BASF-Woche. Doch ironischerweise gab es aus dem Bereich erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit einige vielversprechende Unternehmensnachrichten, die unter dem Eindruck der möglichen Versorgungskrise jedoch völlig untergingen.

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  • BASF und Continental kooperieren bereits seit geraumer Zeit mit Pyrum Innovations, nun hat sich mit Siemens ein weiterer finanzstarker Partner hinzugesellt. Pyrum recyclet auf Grundlage einer global patentierten Technologie Altreifen.
  • Der Energieriese Shell arbeitet ab sofort mit BASF an einem Verfahren zur Reinigung von grünem Wasserstoff, das bei allen entsprechenden Anlagen des Konzerns zum Einsatz kommen soll. Dabei soll die BASF-Technik Restsauerstoff aus dem Produktwasserstoff entfernen. Nach der Entfernung von Verunreinigungen kann der Wasserstoff dann entweder als Energiequelle oder als chemischer Rohstoff verwendet werden.

Außerdem hat BASF in dieser Woche eine größere Investition in Brandenburg angekündigt. In Schwarzheide soll eine Fabrik entstehen, die jährlich bis zu 15.000 Tonnen Elektroauto-Batterien verarbeiten kann. Ziel der Anlage ist es, Altbatterien zu recyclen und daraus Kathodenmaterial wie Mangan, Kobalt, Nickel und Lithium zu gewinnen, das dann wieder für neue Batterien genutzt werden kann. Dazu werden die Altbatterien mechanisch behandelt und zunächst zu einer sogenannten „schwarzen Masse“ umgewandelt.

Strategisch gewählter Standort

„Mit der Investition in eine Batterierecyclinganlage für schwarze Masse im großtechnischen Maßstab machen wir den nächsten Schritt, um die gesamte Wertschöpfungskette des Batterierecyclings bei BASF zu etablieren. Dadurch können wir den gesamten Recyclingprozess optimieren und den CO2-Fußabdruck reduzieren“, so der Leiter des entsprechenden BASF-Unternehmensbereichs, Dr. Peter Schuhmacher.

„Der geschlossene Kreislauf von Altbatterien hin zu Kathodenmaterialien für neue Batterien unterstützt unsere Kunden entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette, reduziert die Abhängigkeit von abgebauten Rohstoffen und ermöglicht eine Kreislaufwirtschaft,“ so Schuhmacher weiter. Die Inbetriebnahme der Fabrik ist nach Unternehmensangaben bereits für Anfang 2024 anvisiert.

Der Standort Schwarzheide ist nur eine gute Autostunde vom Tesla-Standort in Grünheide entfernt, was möglicherweise kein Zufall ist. BASF dürfte zunächst alle in Europa ansässigen Unternehmen im Bereich Elektromobilität als Kunden für sein Produkt im Visier haben – und Tesla gehört da zweifelsohne zu den ganz großen Fischen im Teich.

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