Apple-Aktie: Ein geisterhaftes Auto geht um!

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Die Apple-Aktie floriert seit Jahrzehnten. Das Unternehmen begeistert die Verbraucher mit gut getimten Innovationen in den Bereichen Computer, Musik und Smartphone. Jetzt jubeln die Investoren, die auf einen neuen Haupttreffer der Silicon-Valley-Ikone warten. Es geht um den wohlmöglich größten Quantensprung des Unternehmens überhaupt: ein elektrisches Apple-Auto.

Gerüchte, dass Apple den Einstieg in den Automobilbau plant, kursieren schon seit Jahren und haben in letzter Zeit an Dynamik gewonnen. Die Spekulationen beflügeln die Fantasie von Investoren und Verbrauchern. Sie fragen sich, ob das elektrische Apple-Auto etwas Revolutionäres sein wird oder nur eine Pflichtübung, die mit Tesla konkurriert.

Wird Apple neue Wege beschreiten, so wie es mit dem ersten iPhone geschah, das den Weg für mobile Geräte mit Touchscreen ebnete? Und wird das Unternehmen die Autoindustrie so erschüttern, wie der iPod und iTunes die Plattenfirmen fast im Alleingang aufgemischt haben? Eine spannende Frage ist, ob das Unternehmen das autonome Fahren schon dann perfektionieren kann, wenn es für viele Autohersteller noch eine ferne Vision ist.

„Aus der Design-Perspektive muss es ziemlich ausgefallen sein“, sagte Apple-Aktienanalyst Daniel Ives von Wedbush Securities. „Den Verbrauchern reicht ein Auto nicht, wenn es nur ein Apple-Logo hat.“

Der Einstieg in den Bereich könnte für die Apple-Aktie enorme Auswirkungen haben. Mit einem Apple-Auto könnte das Unternehmen einen Markt ansprechen, der exponentiell größer ist als der für das Smartphone. Der weltweite Autoverkauf summierte sich im Jahr 2020 auf 2,55 Billionen Dollar. Im Vergleich dazu sind 420 Milliarden Dollar für den Smartphone-Markt fast schon eine Bagatelle. Ein Elektroauto würde auch zum umweltfreundlichen Image des Unternehmens passen.

Aber es könnte noch eine Weile dauern, bis die Verbraucher ein Apple-Auto sehen, selbst wenn das Unternehmen in diese Richtung geht. Denn schon die Geschichte von Apples Elektroauto-Venture mit dem Namen Titan ist seit dem Start im Jahr 2014 eine Geschichte von Versuch und Irrtum, flankiert von Medienlecks.

Apple-Aktie: Die Uhr tickt für das Auto

Apple spricht nicht über zukünftige Produkte, und das Unternehmen reagierte nicht auf Bitten um einen Kommentar. Die Gerüchte über Apples Strategie bei seinem Autoprojekt reichten folglich von Plänen für eine eigene Fahrzeug-Konstruktion bis hin zu Plänen für die Zulieferung von Technologie an bestehende Autohersteller.

Die Spekulationen um Apples Autopläne nahmen im Dezember an Fahrt auf. Zu diesem Zeitpunkt berichtete Reuters, dass die Strategen aus Cupertino die Markteinführung eines Personenwagens im Jahr 2024 planten. In dem Bericht hieß es, Apple habe eine „bahnbrechende Batterietechnologie“ entwickelt, deren Design die Kosten für Batterien „radikal“ reduzieren und die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen könnte.

Berichten zufolge führte Apple im Januar Gespräche mit Hyundai und dessen Tochtergesellschaft Kia über eine Produktionspartnerschaft. Seitdem war Apple in Gesprächen mit mehreren anderen Herstellern von Elektrofahrzeugen, einschließlich Nissan.

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„Im Moment stecken sie in der Zeitplan-Falle für Elektrofahrzeuge“, sagte Ives von Wedbush. „Die Zeit für den Einstieg in den Markt tickt. Wir glauben, dass sie in den nächsten drei bis fünf Monaten eine Partnerschaft festigen müssen, wenn sie bis 2024 ein Apple-Auto auf die Straße bringen wollen.“

Der Markt für Elektrofahrzeuge beginnt sich zu entwickeln und Apple möchte nicht zurückbleiben“, sagt Ives. „Sie wollen den Anschluss an Elektroantrieb und autonomes Fahren nicht verpassen. Wir denken, dass es ein 5 Billionen Dollar Markt über das nächste Jahrzehnt ist.“

Das Apple-Auto braucht mehr als das Apple-Logo

Ein Apple-Auto würde mit Elektrofahrzeugen von Tesla und anderen etablierten Unternehmen wie Volkswagen und BMW konkurrieren. Es würde sich auch gegen Newcomer wie Nio, Li Auto und Xpeng durchsetzen müssen.

Apple strebt in den ersten Jahren einen Marktanteil von 5 bis 7 % im Markt für Elektroantriebe an, so Ives. Wenn Apple bis 2024 ein Elektroauto auf den Markt bringt, könnte das Produkt bis zum dritten Jahr 10 Milliarden Dollar Umsatz generieren, fügt er hinzu. Apples Gesamtumsatz im Jahr 2020 betrug 274,5 Milliarden Dollar.

„Wenn sie das schaffen würden, wäre das ein Selbstgänger“, sagt er. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2027 weltweit bis zu 1 Billion Dollar mit Elektrofahrzeugen umgesetzt werden, was Apple dann einen noch größeren Markterfolg bescheren könnte.

Aber das Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien, wird etwas Besonderes bieten müssen, um sich abzuheben. Das sagt der langjährige Apple-Aktienanalyst Gene Munster, Managing Partner bei Loup Ventures. Die Sensation könnte ein vollautonomes, selbstfahrende Auto sein. Das würde es Apple erlauben, sich auf die Erfahrungen der Passagiere zu konzentrieren, zum Beispiel die Schaffung eines Raums für mobile Arbeit, Unterhaltung und Entspannung.

„Wenn Sie an all die freie Zeit denken, die Sie im Auto haben werden, ist das eine unschlagbare Gelegenheit für Apple, die Leute zu begeistern“, sagte Munster.

Das Lenkrad ist nicht für Hände gemacht

Analysten haben eine Reihe von Visionen, wenn es um autonomes Fahren und das Apple-Auto geht. „Erwarten Sie nicht, dass das Apple-Auto ein Lenkrad haben wird“, sagte Adam Jonas, Automobilanalyst bei Morgan Stanley, in einem kürzlich erschienenen Bericht für Kunden.

„Wir können uns nur schwer vorstellen, dass Apple mit einem Fahrzeugdesign in den Automobilmarkt einsteigt, das menschliche Eingriffe in den Fahrprozess beinhaltet“, so Jonas. „Ein Apple-Auto mit einem Lenkrad ist wie ein iPhone mit physischen Knöpfen und einem aufgewickelten Gummikabel, das mit einer Wand verbunden ist.“

Andere sind sich nicht so sicher, ob Apple in der Lage sein wird, zu Beginn so große Schritte zu machen. Tatsächlich ist Katy Huberty, Analystin für Apple-Aktien bei Morgan Stanley, nicht sicher, ob das Apple-Auto anfangs ein autonomes Fahrzeug sein wird.

„Als das iPhone Gen 1 auf den Markt kam, hatte es noch nicht einmal einen App-Store“, sagte sie in einer Notiz an Kunden. „Wenn wir also darüber nachdenken, ob Apple mit einem vollwertigen autonomen Auto beginnen würde oder nicht, wären wir nicht überrascht, wenn Apples erster Schritt in den Markt ganz anders aussehen würde.“

Apple Car: iPhone oder Motorola Rokr

Ein Auto zu bauen ist ein riskantes Unterfangen für die Apple-Marke. Schließlich gibt es für jeden Cadillac und Mustang auch einen Edsel oder PT Cruiser, deren Produkteinführung grandios gescheitert ist. In der Welt der Technologie ist das nicht anders.

Wenn Apple am Ende zu viel von seinem Autodesign an einen bestehenden Autohersteller auslagert, könnte es wie mit dem „Motorola Rokr 2.0“ enden, so Munster. Fast zwei Jahre vor der Veröffentlichung des ersten iPhones arbeitete Apple zusammen mit Motorola am Rokr, das als „iTunes-Telefon“ bekannt wurde und enttäuschende Kritiken und Verkaufszahlen erzielte.

Apple werde diesen Fehler wahrscheinlich nicht noch einmal machen und das Design des Apple-Autos kontrollieren wollen, so Munster.

Doch das mündet dann sofort in ein anderes Problem, sagt der Apple-Aktienanalyst Harsh Kumar von Piper Sandler. Einen Partner für die Autoherstellung zu finden, der bereitwillig die Kontrolle abgibt, wird eine Herausforderung sein, sagt er.

„Apple scheint es schwer zu haben, einen Partner für seine Auto-Bestrebungen zu finden“, sagte Kumar in einer Notiz an Kunden. „Autohersteller wollen nicht ‚das Foxconn der Autoindustrie‘ sein.“ Foxconn ist Apples wichtigster Auftragsfertiger für das iPhone.

Das ist der Grund, warum konventionelle Autohersteller außen vor gelassen werden könnten. Am 13. April berichtete die Korea Times, dass ein Joint Venture von LG Electronics und dem kanadischen Automobilzulieferer Magna International „sehr nahe dran“ sei, Verträge mit Apple zu unterzeichnen, um seine ersten Elektrofahrzeugmodelle zu bauen.

Apple-Aktie lässt sich von Apple-Auto-News nicht beeindrucken

Wann Apple mit einem Elektrofahrzeug auf den Markt kommen wird, ist eine offene Frage. Der renommierte Apple-Aktienanalyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities glaubt, dass Apple frühestens im Jahr 2025 ein Auto auf den Markt bringen könnte. Und es wäre ein „enger Zeitplan“, um diesen Zeitrahmen einzuhalten, sagt er.

Andere Berichte besagen, dass Apple das Jahr 2024 anpeilt. Viele Analysten dagegen vermuten, dass der Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahre realistischer sein dürfte. „Würden die Investoren wirklich glauben, dass dies in den nächsten paar Jahren geschehen wird, wäre die Aktie jetzt deutlich höher“, so Munster. „Es gibt also eine gesunde Skepsis darüber, was tatsächlich dabei herauskommen wird.“

Die Apple-Aktie fiel während des Tech-Ausverkaufs im Februar und Anfang März um 20%. Vor kurzem kletterte sie über ihren gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, was ein positives Zeichen ist. Die Apple-Aktie erreichte am 25. Januar ein Allzeithoch von 145,09. Analysten sehen inzwischen eine Cup with Handle Situation.

UBS-Analyst David Vogt hat vor kurzem seine Meinung über die Apple-Aktie aufgrund der Aussichten des Unternehmens auf dem Markt für Elektrofahrzeuge geändert. Der Wert des wahrscheinlichen Einstiegs von Apple in den Automarkt spiegele sich heute nicht in der Apple-Aktie wider, so Vogt.

Apple-CEO erörtert Interesse an Autonomy

Apple hält sich beim Thema Auto sehr bedeckt. Doch in einem Interview mit der New York Times ließ Apple-Chef Tim Cook kürzlich einige Andeutungen über das Interesse des Unternehmens an autonomen Fahrzeugen fallen.

„Autonomie selbst ist meiner Meinung nach eine Kerntechnologie“, sagte Cook. „Wenn man einen Schritt zurücktritt, ist das Auto in vielerlei Hinsicht ein Roboter. Ein autonomes Auto ist ein Roboter. Und so gibt es eine Menge Dinge, die man mit Autonomie machen kann. Und wir werden sehen, was Apple daraus macht.“

Trotz Cooks vager Äußerungen schrecken Analysten nicht vor Spekulationen über Apples Absichten zurück. Sie gehen sogar so weit, über den zu erwartenden Preis zu diskutieren.

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Ives von Wedbush glaubt, dass das Apple-Auto im Preisbereich von 45.000 bis 50.000 Dollar liegen wird. Loup Ventures‘ Munster schätzt, dass es bei etwa 75.000 Dollar beginnen wird. Eventuell wird Apple auch günstigere Modelle anbieten, sagt er.

Was Munster nicht klar ist, ist der Zeitpunkt. „Apple wird irgendwann ein Markenauto haben, aber es ist so gut wie unmöglich, den Zeitpunkt dafür abzuschätzen“, sagte er.

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Apple ist ein langfristiges Investment. Bei 20 Prozent Rückschlag kaufe ich sofort nach. Solle mac
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Der APP-Store, mit dem inzwischen Milliarden verdient wird, steht derzeit auf dem Prüfstand. Sollte
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Es kommen auch wieder andere Zeiten. Dann geht's wieder richtig ab!
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