Anleger werden vorsichtiger: Geht der DAX-Rekordjagd langsam die Luft aus?

Einen großen Anteil an den neuen DAX-Rekordständen in der vorvergangenen Woche hatten Profianleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, im immer weiter steigenden Markt aber irgendwann ihre Positionen schließen mussten, um die Verluste einzugrenzen.

Wie ich letzte Woche hier bereits schrieb, verursachte das bei den Shortsellern gleich zweifach Schmerzen:

Zum einen, weil man mit der Position falsch liegt und keinen Gewinn macht; zum anderen, weil jeder Punkt nach oben den eigenen Verlust erhöht und damit den Druck, die Position zu schließen, d.h. einen Verlust (zu Höchstpreisen) zu realisieren.

In der letzten Handelswoche kam nun noch der dritte – mit Sicherheit größte – Schmerz dazu:

Der Markt drehte und der DAX verlor nach seinem neuen Rekordhoch am Montag bei 15.504 Punkten deutlich an Boden und rutschte am Mittwoch bis auf 15.071 Punkte ab, womit bei vielen Spekulanten die kurz davor geschlossenen Positionen vermutlich sogar in die Gewinnzone gelaufen werden. Nichts schmerzt mehr, als entgangene Gewinne!

Nach guten US-Konjunkturdaten konnte der deutsche Leitindex nach seiner kleinen Korrektur in der zweiten Wochenhälfte zwar wieder zulegen, auf Wochensicht verlor der DAX aber 1,2 Prozent auf 15.279 Punkte.

Vor allem der US-Verbraucherindex, Daten zur Entwicklung der Import- und Exportentwicklung sowie der viel beachtete NY Empire State Index fielen im Wochenverlauf deutlich besser als erwartet aus und signalisierten eine weiterhin kräftige Erholung der US-Wirtschaft.

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Belastend auf den Aktienmarkt wirkte dagegen die Diskussionen über mögliche Steuererhöhungen in den USA, die auch an den US-Börsen in der ersten Wochenhälfte für Abgabedruck sorgten.

Experten sehen gestiegene Rückschlagsgefahr trotz immer noch intaktem Gesamtmarktumfeld

Auch wenn das Gesamtumfeld aus Wachstum signalisierenden Konjunkturdaten, besser als erwartet ausgefallenen Unternehmensbilanzen und einer unverändert expansiven Geldpolitik inkl. Liquidität auf Rekordniveau für den Aktienmarkt vorerst positiv bleibt, mahnen immer mehr Experten aufgrund der inzwischen recht hohen Bewertungen am Aktienmarkt vor der gestiegenen Wahrscheinlichkeit von Rückschlägen.

Denn die inzwischen erreichten Bewertungen müssen jetzt durch anhaltend gute Konjunktur- und Unternehmensdaten gerechtfertigt werden, weshalb der DAX in der neuen Handelswoche durchaus an (Aufwärts)Dynamik verlieren, die Volatilität aber wieder steigen könnte.

Zumal hierzulande der seit diesem Wochenende geltende „Bundes-Lockdown“ die Stimmung am Aktienmarkt eintrüben dürfte und auch ein weiterhin schleppender Impffortschritt keine schnellen Lockerungen erwarten lässt.

Zahlreiche Konjunkturdaten könnten neue Impulse liefern

Neue Impulse – nach oben wie unten – könnten diese Woche die vielen anstehenden Konjunkturdaten liefern.

Aus deutscher Sicht besonders wichtig ist der bereits am heutigen Montag anstehende ifo-Geschäftsklimaindex, der als wichtiger Frühindikator einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland liefert und für den ein weiterer Anstieg auf 97,8 Punkte prognostiziert wird.

Ebenfalls einen genauen Blick sollten Anleger am Mittwoch auf den GfK-Konsumklimaindex werfen, der Hinweise zum Vertrauen der Deutschen in die konjunkturelle Entwicklung gibt.

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Wichtigster Konjunkturtermin der Woche dürfte aber der am Mittwoch anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank FED sowie die Kommentare zur Entscheidung sein. Weitere wichtige Konjunkturdaten in der kommenden Woche sind außerdem:

Montag –  USA: Auftragseingang langlebige Wirtschaftsgüter März

Dienstag –  USA: Immobilienpreisindex Februar, Hauspreisindex Februar, Verbrauchervertrauen (CB) April

Mittwoch – USA: Entwicklung Großhandelslagerbestände, FOMC-Zinsentscheidung

Donnerstag – DE: Importpreise März, Arbeitslosenquote April, Verbraucherpreisindex April; USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe Woche, Bruttoinlandsprodukt Q1/2021

Freitag – China: Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe April; DE: Bruttoinlandsprodukt Q1/2021, Importpreisindex März; EU: Bruttoinlandsprodukt Q1/2021, Arbeitslosenquote März; USA: Persönliche Einkommen und Ausgaben März, Verbrauchervertrauen Uni Michigan

Zahlreiche DAX-Schwergewichte präsentieren ihre Quartalszahlen

In den USA läuft die Berichtssaison inzwischen unter Volldampf, in dieser Woche legen dort u.a. Schwergewichte wie Tesla (Montag), Alphabet, AMD, Amgen, Eli Lily und Microsoft (Dienstag), Apple, Boeing und ebay (Mittwoch), Amazon, MasterCard, McDonald‘s und Caterpillar (Donnerstag) oder Chevron (Freitag) Zahlen vor.

Aber auch hierzulande nimmt sie in dieser Woche richtig Fahrt auf, wenn z.B. aus dem DAX die Deutsche Bank, Covestro, Delivery Hero (Mittwoch), BASF (Donnerstag) und MTU (Freitag) über die Geschäfte im letzten Quartal berichten.

Charttechnik

Nach dem neuen Rekordhoch am letzten Montag bei 15.504 Punkten fiel der DAX bis Mittwoch auf sein Wochentief bei 15.071 Punkten, um sich dann in der zweiten Wochenhälfte wieder bis auf den Wochenschlusskurs von 15.279 Punkten zu erholen.

Der erste wichtige Widerstand auf der Oberseite ist jetzt das Tageshoch vom letzten Dienstag bei 15.328 Punkten (Widerstand I), der zweite bei 15.393 Punkten (Widerstand II – Tageshoch Donnerstag) und der dritte beim bisherigen Rekordhoch von 15.504 Punkten (Widerstand III).

Wichtige Unterstützungsmarken auf der Unterseite befinden sich aktuell bei 15.109 Punkten (Unterstützung I – Tagestief letzten Dienstag und aktueller GD20), bei 15.071 Punkten (Unterstützung II – Wochentief letzte Handelswoche) und der runden Marke von 15.000 Punkten (Widerstand III).

Asiatische Börsen legen zu Wochenbeginn zu

Fester in die neue Handelswoche starten mehrheitlich die wichtigsten asiatischen Börsenplätze: In Japan legt der Nikkei 0,4 Prozent auf 29.136 Punkte zu, der Hang Seng gewinnt 1,1 Prozent auf 29.078 Punkte und der Shanghai A-Index klettert 0,4 Prozent auf 3.645 Zähler.

DAX vorbörslich nur wenig verändert

Eine Stunde vor Handelsstart notiert der DAX kaum verändert zu seinem Schlusskurs vom letzten Freitag: Die Deutsche Bank berechnet die Indikation auf den DAX mit 15.280 Punkten, beim CFD Broker CMC Markets wird der Germany30 mit 15.285 Punkten gehandelt.

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