ams-OSRAM-Aktie: Ist das ein Kauf? Absturz übertrieben?

Seit Anfang des Jahres 2022 hat sich der Kurs der ams-OSRAM-Aktie halbiert. Mit Dynamik ging es abwärts. Eine Übertreibung nach unten?

Können hier Schnäppchenjäger zugreifen? Mit einer Halbierung des Wertes der ams-OSRAM-Aktie allein in 2022 ist der Wert allemal interessant. Denn oftmals kommt es bei deutlich fallenden Aktien zu einer Übertreibung nach unten – doch nach einer Halbierung des Marktwertes erfolgt oftmals eine technische Erholung.

ams-OSRAM erzielte im Jahr 2021 einen Gesamtumsatz von rund 5 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Premstätten/Graz in Österreich sowie einem Co-Hauptsitz in München hat circa 24.000 Mitarbeiter – und ist 2020 aus dem Zusammenschluss von ams sowie der Osram Licht AG entstanden.

Geschichte und Ziel von ams-OSRAM

ams wurde 1981 gegründet – als Austria Mikro Systeme International Gesellschaft m.b.H. – als Joint Venture von American Microsystems sowie der VOEST Alpine AG. Im darauffolgenden Jahr konnte eine Halbleiterfabrik eröffnet werden – 1992 folgte sodann die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Als erster europäischer Halbleiterhersteller ging ams 1993 an die Börse – Platzierung an der Wiener Börse.

ams produziert jedoch nicht nur Halbleiter, sondern diverse optische Sensoren – die Akquisition der Osram Licht AG 2020 schien daher eine logische Konsequenz der Firmen-Strategie. Ziel ist es laut Internetseite von ams-OSRAM, weltweit das führende Unternehmen für optische Lösungen aufzubauen.

Bahnbrechende Lösungen für die Automobilbranche – für die Industrie und Medizintechnik sowie für Verbraucher bietet das Unternehmen – in den Bereichen Sensorik, Beleuchtung sowie Visualisierung. Verbraucher dürften die Produkte des Unternehmens zum Beispiel in Smartphones und Wearables wiederfinden – so in Fitnessuhren.

Die Fakten für die ams-OSRAM-Aktie

Anleger sahen bei ams zudem viel Hoffnung und Potenzial – zumindest bis ins Frühjahr 2018 hinein. Sodann erfolgte die Ernüchterung und der Kurs stürzte ab. In 2019 erfolgte noch eine Erholung – die Übernahme von OSRAM Licht AG hingegen wurde von der Börse eher skeptisch beurteilt. Eine Erholung ab Mitte 2020 führte zu einer Pendel- und Seitwärtsbewegung in 2021 – die jedoch Anfang 2022 nach unten verlassen wurde.

Ausschlaggebend für den Pessimismus der Aktionäre ist die hohe Nettoverschuldung des Unternehmens, die sich noch erhöhen könnte. Im Zuge von steigenden Zinsen kein Grund für Optimismus, da sich die Kosten für Fremdkapital so erhöht. Da auch der Umsatz stagniert oder gar 2023 rückläufig sein könnte, fehlt Phantasie für den Wert.

Immerhin besteht die Chance, dass das Nettoergebnis von 2022 in Richtung 2023 deutlich zulegt – und so das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 am aktuellen Kursniveau nun rund 12 bis 13 beträgt.

Analysten neutral für ams-OSRAM-Aktie

Für jüngsten Abgabedruck im Wert haben allerdings auch Abstufungen von Analysten gesorgt. So senkte JPMorgan am 04. Juli 2022 sein Kursziel für die Titel des Unternehmens von 22,50 auf 10,33 Franken. Bei einem aktuellen Kurs an der Swiss Exchange von 7,82 Franken ergibt sich zwar so durchaus Erholungspotenzial – doch die starke Absenkung des Kursziels hat die Anleger verstimmt.

Ob allerdings die Fundamental-Analysten immer ernst zu nehmen sind, bleibt dahin gestellt. Denn der JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sieht die Notwendigkeit der Abstufung auch aufgrund der Nettoverschuldung, die mit 77 Prozent der Marktkapitalisierung sehr hoch sei. Die Abhängigkeit vom Smartphone- und Verbraucherelektronikgeschäft berge zudem Risiken.

Diese Fakten sind ja nicht unbedingt neu – und andere Analysten haben schon im Mai 2022 ihre Kursziele nach unten angepasst. So die UBS am 23. Mai 2022 auf 13 Franken mit einer Einstufung „neutral“ – am 06. Mai hingegen beließ JPMorgan noch den Wert auf 22,50 Franken und bestätigte dieses Kursziel. Kurz zuvor am 04. Mai meldete sich Barclays zu Wort mit einem Kursziel von 14,50 Franken.

Kursziel
JPMorgan 10,33 Franken
UBS 13 Franken
Barclays 14,50 Franken
Credit Suisse 13,80 Franken

Die Schweizer Bank Credit Suisse gab am 03. Mai eine Kurszielabsenkung von 17,70 auf 13,80 Franken bekannt – als Grund wurden eine enttäuschende Unternehmensprognose für den Umsatz und die bereinigte Ebit-Marge genannt – 2022 sei ein Übergangsjahr für ams-OSRAM.

Die Stimmung, die Chartanalyse für ams-OSRAM

  • Die Kursziele der Analysten notieren allesamt über dem aktuellen Kursniveau.
  • Insofern könnte die jüngste dynamische Abgabebereitschaft auch als Verkaufspanik interpretiert werden – mit der Chance auf eine technische Gegenbewegung.
  • Erholungen dürften hingegen von Anlegern, die sich grundsätzlich von der Aktie trennen möchten, genutzt werden, um Bestände abzubauen.

Charttechnisch zeigen sich die Standard-Indikatoren in überverkauften Bereichen. Der RSI auf Tagesbasis hat einen definierten Bereich von 30 unterschritten – der MACD notiert im Keller. Interessant ist auch der prozentuale Abstand des Kurses zur 200-Tage-Linie. Mit einem extremen Wert von minus 43 Prozent stellt dieser Wert eine sehr starke überverkaufte Chartsituation dar.

  • Sehr spekulativ orientierte Anleger könnten daher gewillt sein, die scheinbar ausgebombten Kurse aufzufangen.
  • Doch grundsätzlich gilt: Greife nicht in ein fallendes Messer.
  • Nach den starken Kursverlusten dürfte es eine Zeit benötigen, bis sich nachhaltiges Vertrauen wieder aufbauen kann – eine Bodenbildung im Wert ist zudem noch nicht festzustellen.
  • Auch die 50-Tage-Linie notiert deutlich über den Kursen. Kurze Erholungen in den vergangenen Wochen trafen an oder kurz vor der 50-Tage-Linie stets auf Widerstand.
  • Die kurzfristigen Abwärtstrendlinien sind intakt.

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