Amazon-Aktie: Neue Höchststände sind wohl nur eine Frage der Zeit!

Die Amazon-Aktie hat letzte Woche erneut den Rückwärtsgang eingelegt und tendiert in Richtung 100-Dollar-Marke. Trotzdem sind neue Höchststände nur eine Frage der Zeit.

Die Zinswende, der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe sowie anhaltende Inflations- und Rezessionsängste haben die Aktienmärkte im ersten Halbjahr weltweit belastet und bei den meisten Einzeltiteln zu starken Kursverwerfungen geführt. Der S&P 500 büßte seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent an Wert ein und erlebte damit das schwächste erste Halbjahr seit über 50 Jahren. Eine schlechtere Performance in den ersten sechs Monaten hatte es zuletzt im Jahr 1970 gegeben.

Auch damals lasteten ein Krieg und eine hohe Inflation auf den Aktienmärkten. Für Hoffnung sorgt indes die zweite Jahreshälfte in 1970, da es dem S&P 500 bis zum Ende des Jahres gelungen ist sämtliche Verluste wieder wettzumachen und auf das Ausgangsniveau von Dezember 1969 zurückzukehren. Ob den Märkten auch diesmal eine solch V-förmige Erholung gelingen wird, darf durchaus bezweifelt werden, schließlich werden die hohe Inflation sowie Zins- und Rezessionssorgen auch weiterhin für hohe Volatilität sorgen und die Stimmung belasten.

Amazon-Aktie steuert auf drittschlechtestes Börsenjahr zu

Die Amazon-Aktie hat sich in diesem Marktumfeld ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mit Verlusten von über 36 Prozent hat sich der Anteilsschein noch wesentlich schwächer präsentiert als der breit gefasste S&P 500. Auch im Vergleich zum Technologieindex Nasdaq 100, der in den ersten sechs Monaten 29,5 Prozent eingebüßt hat, fielen die Verluste nochmals stärker aus.

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Aktuell steuert Amazon damit auf eines der schwächsten Börsenjahre überhaupt zu. Würde man jetzt schon einen Strich unter das Jahr ziehen, wäre 2022 das drittschlechteste Börsenjahr in der Kurshistorie von Amazon. Im Jahr der Finanzkrise 2008 gab der Kurs letztlich etwas mehr als 44 Prozent nach. Die höchsten Verluste verzeichnete der Tech-Titel im Jahr 2000 nach dem Platzen der Internetblase (Dotcom-Bubble). Seinerzeit brach der Kurs um fast 80 Prozent ein.

Neue Höchststände nur eine Frage der Zeit

Rückblickend lässt sich konstatieren, dass die Aktie aber sämtliche Rückschläge verkraften konnte und es immer wieder geschafft  hat, neue Höchststände zu erklimmen. Daher ist auch diesmal davon auszugehen, dass die Talsohle durchschritten wird und das Hoch von Mitte Juli 2021 bei 188,65 Dollar nicht das Ende der Reise bedeutet. Fraglich ist allein der Zeitpunkt, wann die Aktie neue Höchststände erklimmt, und ob der horizontale Support im Bereich der 100-Dollar-Marke tatsächlich das ultimative Korrekturziel darstellt.

Begleitet wurde der Kursrutsch von einem schwachen Quartalsergebnis und einer enttäuschenden Jahresprognose. Im Auftaktquartal ist der Betriebsgewinn des Internetgiganten um 58 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar eingebrochen. Die Umsätze stiegen lediglich um 7 Prozent auf 116,4 Mrd. Dollar und lagen damit sogar unterhalb der Inflationsrate. Damit gab es das schwächste Umsatzwachstum seit der Jahrtausendwende.

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Rivian als Zünglein an der Waage

Aufgrund einer Wertberichtigung in Höhe von 7,6 Mrd. Dollar auf die Beteiligung am Elektroautobauer Rivian schlitterte Amazon mit einem Fehlbetrag von 3,8 Mrd. Dollar letztlich deutlich ins Minus. Im vierten Quartal 2021 hatte dieselbe Beteiligung noch für einen satten Sonderertrag in Höhe von 14,3 Mrd. Dollar gesorgt. Doch nach dem erfolgreichen Börsengang und der großen Anfangseuphorie ist die Rivian-Bewertung inzwischen wieder deutlich gesunken.

Im ersten Quartal des vergangenen Jahres hatte Amazon angesichts des durch die Corona-Pandemie entfachten E-Commerce-Booms noch einen Gewinn von 8,1 Mrd. Dollar verbucht. Nach der Aufhebung der Corona-Einschränkungen kommt dem stationären Handel nun aber wieder eine wesentlich größere Bedeutung zu. Das wirkt sich negativ auf das Online-Geschäft aus. Zusätzlich belastet werden die Geschäfte durch steigende Kosten, die auf den Krieg in der Ukraine und die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen sind.

Am 28. Juli werden neue Zahlen (Q2) vorgelegt

Konzernchef Andy Jassy spricht von „ungewöhnlichen Herausforderungen“. Die Ausgaben des Unternehmens nehmen angesichts der weltweiten Lieferketten- und Logistikprobleme und des Fachkräftemangels stärker zu als die Erlöse. Mit der Anhebung der Preise für „Prime-Kunden“ in den USA und höheren Gebühren für Händler versucht Amazon das Kostenproblem zu adressieren. Ob dies gelingt, werden möglicherweise die Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, die das Unternehmen am 28. Juli vorlegen wird.

Für das zweite Geschäftsquartal hat das Management Erlöse von 116 bis 121 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt, was einem Plus von drei bis sieben Prozent entsprechen würde. Außerdem wird ein Betriebsergebnis von minus einer bis plus drei Mrd. Dollar angepeilt. Damit könnte es also erneut zu Quartalsverlusten kommen. Im zweiten Quartal 2021 lag das Betriebsergebnis noch bei 7,7 Mrd. Dollar.

Ist AWS alleine eine Billion Dollar wert?

Einziger Lichtblick in einem ansonsten enttäuschenden Zahlenwerk war das Cloud-Geschäft mit dem Zugpferd Amazon Web Services (AWS), dessen Erlöse um 37 Prozent auf 18,4 Mrd. Dollar gestiegen sind. Der Betriebsgewinn wurde um 55 Prozent auf 6,5 Mrd. Dollar verbessert. AWS hat damit seinen Status als größter Profitbringer innerhalb des Amazon-Universums zementiert. Und angesichts des rasanten Wachstums und der wachsenden Bedeutung von Cloud-Anwendungen ist das Potenzial noch lange nicht erschöpft.

Einige Analysten attestieren allein der Cloud-Plattform einen Wert von über eine Billion Dollar. Wenn man bedenkt, dass Amazon als Ganzes, d.h. mit seinem Business-to-Consumer-E-Commerce-Segment, Amazon Prime und den diversen Beteiligungen wie Twitch, Whole Foods Market, Imdb einschließlich AWS aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 1,11 Billion Dollar kommt, erkennt man, dass sich Anlegern damit derzeit eine sehr interessante Einstiegsgelegenheit bietet. Aus charttechnischer Sicht wird es darauf ankommen, dass der massive horizontale Support im Bereich der 100-Dollar-Marke verteidigt wird.

  • Amazon-Aktie verzeichnet im ersten Halbjahr Verluste von mehr als 36 Prozent
  • Deutlich stärkerer Kursrückgang als S&P 500 und Nasdaq 100
  • Aktie steuert auf drittschlechtestes Börsenjahr zu
  • Kursrückgang wurde begleitet von schwachen Q1-Zahlen
  • Q2-Zahlen werden am 28. Juli vorgelegt
  • Aktuelle Marktkapitalisierung von Amazon liegt bei 1,11 Billion Dollar – ist AWS alleine eine Billion Dollar wert?

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