Amazon-Aktie: Damit rechnet niemand

Der größte Einzelhändler weltweit, Wal-Mart, dampft seine Erwartungen ein. Darunter leidet auch die Amazon-Aktie.

Über 5 Prozent ging es abwärts für die Amazon-Aktie, nachdem Wal-Mart, der weltweit größte US-Einzelhändler, am Montag, dem 25. Juli eine Gewinnwarnung bekanntgab. Angesicht der hohen Inflation auch in den USA blickt das Unternehmen skeptischer auf den Verlauf in 2022 – und warnte vor einem Gewinnrückgang.

Wal-Mart muss – um seine Lager zu leeren und Waren zu verkaufen – angesichts der Kaufzurückhaltung der Kunden die Preise senken oder mit Rabatten werben. Der Einzelhändler sieht die Inflation als Hauptgrund für die verringerte Konsumlaute der Kunden.

Mit dieser Einschätzung des weltgrößten Einzelhändlers haben die Anleger scheinbar nicht gerechnet. Erst jüngst ließen die US-Arbeitsmarktdaten gar eine Rezession in den USA als unwahrscheinlich zu. So konnten auch Titel aus der Handelsbranche wie Amazon oder Wal-Mart sich stabil halten.

Einzelhandelstitel brechen ein – auch Amazon

Mit der jüngsten Entwicklung wurden hingegen Titel aus der Einzelhandelsbranche verkauft. So wie die Wal-Mart-Aktie, die deutlichst abverkauft wurde, traf es neben der Amazon-Aktie auch den Konkurrenten Target oder in Deutschland die Zalando-Aktie.

Der erwartete Gewinneinbruch seitens des Managements von Wal-Mart ist allerdings auch überdeutlich und ein Schock für die Aktionäre. Bislang ging das Unternehmen nur von einem Rückgang von rund einem Prozent Gewinn je Aktie aus – mit der neuesten Entwicklung hingegen sieht sich die Führung von Wal-Mart genötigt, nun 13 Prozent an Gewinnrückgang je Wal-Mart-Aktie anzunehmen.

Zahlen von Amazon am Donnerstag-Abend

Liquidität ist ein scheues Reh. Anleger verkaufen daher schneller als dass sie in einen Markt investieren. Mit den jüngsten Daten von Wal-Mart besteht nun die Befürchtung, dass auch die gesamte Branche im Feuer steht.

Vor den Amazon-Daten, die am Donnerstag, dem 28. Juli nachbörslich um 22.01 Uhr veröffentlicht werden, gehen Anleger daher lieber keine Risiken ein und verkaufen. Zumal bislang galt, dass Amazon seine Marktmacht auch in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit nutzen kann, um die Kunden bei der Stange zu halten – aufgrund von niedrigen Preisen im Online-Handel.

Analysten sind noch neutral bis optimistisch für Amazon

Die Wal-Mart-Gewinnwarnung hingegen schürt bei den Anlegern die Angst vor einer Rezession in den USA – in Verbindung mit einer Inflation. Analysten halten dagegen. So geht Morgan Stanley eher davon aus, dass Amazon in der Lage sein wird, die Preise zu erhöhen und den Kostendruck auszugleichen.

Zumindest reagiert Amazon auf die steigenden Kosten im Unternehmen – so wurde am Dienstag mitgeteilt, dass die Gebühren für das „Prime-Abo“ in ganz Europa – und natürlich damit auch in Deutschland erhöht werden. Dies dürfte wohl nur ein erster Schritt sein, um die steigenden Logistik-Kosten aufzufangen.

Kursziel Einstufung
Credit Suisse 170 US-Dollar outperform
MKM Partners 165 US-Dollar kaufen
Wedbush 175 US-Dollar kaufen
Oppenheimer 160 US-Dollar kaufen
Deutsche Bank Research 155 US-Dollar buy
Bernstein 160 US-Dollar outperform

Die jüngste Analysten-Einstufung erhält Amazon von der Schweizer Großbank Credit Suisse. Diese stuft den Wert als Kauf ein – senkt hingegen sein Kursziel für die Amazon-Aktie von 185 auf 170 US-Dollar.

Bei einem aktuellen Kurs von knapp 115 US-Dollar immerhin ein Aufwärtspotenzial von 55 US-Dollar oder 48 Prozent. Mit ihrem Kursziel von 170 US-Dollar ist die Credit Suisse nicht allein. Laut „MarketScreener“ lautet die durchschnittliche Empfehlung von 53 Analysten-Einstufungen auf kaufen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 171,11 US-Dollar.

  • Allerdings ist dieses durchschnittliche Kursziel in den vergangenen Wochen gefallen – Noch im April 2022 lag der Mittelwert bei über 200 US-Dollar.
  • Die Tendenz ist fallend.
  • Und Analysten können nur so gut sein, wie das Datenmaterial, das ihnen von den Unternehmen und laut eigenen Schätzungen zur Verfügung steht.
  • Würde daher Amazon am Donnerstag nach US-Börsenschluss Zahlen deutlich unter den bisherigen Erwartungen veröffentlichen, müssten auch die Analysten Anpassungen an ihren Einschätzungen vornehmen.

Damit rechnet allerdings der Markt nicht. Denn es ist für Unternehmen zwingend notwendig, Vertrauen des Kapitalmarktes zu erreichen und zu erhalten – mit einer guten Kommunikation. Diese würde auch beinhalten, dass fallende Umsatz- oder Gewinnerwartungen zeitnah veröffentlicht werden.

Würde Amazon erst bei dem offiziell geplanten Datum der Bekanntgabe der Quartalszahlen eine Gewinnwarnung herausgeben – so könnte das Unternehmen Vertrauen verspielen. Amazon hat allerdings in der jüngeren Vergangenheit nicht mit einer guten Kommunikation geglänzt – auch dies erklärt den Kursverlust der Amazon-Aktie nach den Wal-Mart-Zahlen.

Amazon geht pleite?

Jeff Bezos, Gründer und Chef von Amazon, hat jüngst gar eine Pleite von Amazon diskutiert. Auch hieran glaubt wirklich niemand. Bezos hat diese These eher als Gedankenspiel benannt – nach dem Motto: Auch Imperien kommen und gehen – ebenso große Unternehmen.

Analysten sehen bei Amazon dabei vermehrt die Chancen, die auch eine Krise bietet. Denn allein aufgrund der Kapitalkraft von Amazon kann das Unternehmen Konkurrenten in einer Rezession überdauern und seinen Marktanteil erhöhen. Aus einer rezessiven Phase könnte daher Amazon gestärkt herausgehen – Anleger könnten daher den Wert weiterhin aufmerksam beobachten und im vermeintlichen Tiefpunkt einer Rezession Kaufgelegenheiten entdecken.

Chartsituation für die Amazon-Aktie

  • Derzeit pendelt die Amazon-Aktie innerhalb einer Range zwischen rund 125 bis knapp 100 US-Dollar hin und her.
  • Ein Ausbruch aus dieser Range würde ein Richtungssignal liefern.
  • Ein Ausbruch nach oben würde die Range als abgeschlossene Bodenbildung klassifizieren.
  • Ein Ausbruch nach unten hingegen würde die Range nur als Pause in einer Abwärtsbewegung darstellen.

Grundsätzlich wäre nun vor Bekanntgabe der Amazon-Zahlen am Donnerstag-Abend eine Pause, auch intraday eine leichte Gegenbewegung zu erwarten. Die eigentliche Bewegung und Reaktion auf die Zahlen dürfte sodann zum Wochenschluss am Freitag im regulären Börsenhandel erfolgen.

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