Amazon-Aktie: Die Analysten erwarten einiges!

Nach mehreren guten Tagen an der Börse gibt die Amazon-Aktie wieder etwas ab. Dabei ist die Nachrichtelage gut, die Kursziele der Analysten sind hoch.

Tagelang kannte die Aktie von Amazon nur einen Weg: nach oben! Mitte der vergangenen Woche bei nur 106 US-Dollar an der Nadaq gehandelt, kletterten die Papiere des E-Commerce-Giganten jeden Tag ein Stückchen höher, bis sie im Laufe des Montags 117,24 Dollar erreichten – ein Plus von gut zehn Prozent binnen weniger Tage. Seitdem allerdings hat die Amazon-Aktie wieder einiges abgegeben, notiert am Dienstagnachmittag bei knapp 115 Dollar. So ganz scheinen die Anleger dem Frieden nicht zu trauen. Dabei hätte es zuletzt durchaus Gründe dafür gegeben.

Goldman Sachs sieht Amazon bei 170 Dollar

Denn just am vergangenen Mittwoch hatte sich die US-Investmentbank Goldman Sachs gemeldet und die Einstufung für Amazon mit Blick auf die neue Kooperation mit dem Essenslieferanten Grubhub auf „Buy“ mit einem Kursziel von 170 US-Dollar belassen. Diese könne Bruttobuchungen von Amazon-Prime-Kunden in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar mit sich bringen, schrieb Analyst Eric Sheridan laut Medienberichten in seiner Studie. Davon könnten 5,5 Milliarden US-Dollar zu Lasten des Konkurrenten Doordash und Uber gehen. Der restliche Betrag sei einer Kannibalisierung bei Grubhub geschuldet, deren Nutzer das neue Angebot präferierten.

Stand jetzt sieht Analyst Sheridan bei den Papieren des weltgrößten Onlinehändlers ein Kurspotenzial von fast 50 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays glaubt an sogar 195 US-Dollar, die die Einstufung für Amazon in der Vorwoche auf „Overweight“ beließ. „Kann die Sonne im dritten Quartal endlich aufgehen?“, fragte sich Analyst Ross Sandler in seiner am Freitag vorliegenden Studie. Ja, es gebe „eine ordentliche Chance auf bessere Signale als befürchtet“.

Auch andere mit hohen Kurszielen

Letztlich hatte auch die kanadische RBC die Einstufung für Amazon auf „Outperform“ belassen. Der Onlinehändler sei aktuell der am wenigsten stark empfohlene Megacap des Analysten Brad Erickson im Vergleich mit Meta und Google, hieß es. Dies bekräftigte er nach einem Gespräch mit dem Chef eines Amazon-Aggregatoren, das durchwachsene Erkenntnisse für die Aktie des Handelsriesen ergeben habe. Dennoch liegt das Kursziel von 144 US-Dollar derzeit noch ein Viertel über dem aktuellen Stand. Auch andere sind weiter zuversichtlich:

Kursziel Kurspotenzial
JP Morgan 175,00$ +53,8%
Jefferies & Company: 163,00$, +43,28%
Credit Suisse Group 185,00$ +60,86%

Was zu der guten Stimmung seinen Beitrag geleistet haben könnte, war der Amazon Prime Day, der in der vergangenen Woche Millionen von Schnäppchenjägern angelockt hat. Der Online-Versandhändler habe eine erste Statistiken dazu veröffentlicht, demzufolge der Prime Day auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg gewesen sei, meldete hardwareluxx.de am Wochenende. Laut Amazon wurden während des zweitägigen Events weltweit mehr als 300 Millionen Artikel verkauft. „Das sind pro Minute nicht nur rund 100.000 Artikel, sondern auch noch etwa 50 Millionen mehr als noch im Jahr 2021, als man auf etwa 250 Millionen verkaufte Produkte kam, so der Bericht.

Amazon wohl mit Rekord beim Prime Day

Zwar habe das Unternehmen keine Umsatzzahlen genannt, jedoch sollen die Prime-Kunden laut hardwareluxx.de aufgrund der Rabatte Ersparnisse in Höhe von rund 1,7 Milliarden US-Dollar erzielt haben, „was den diesjährigen Prime-Day zum größten seiner Art gemacht hätte“. Im vergangenen Jahr belief sich der weltweite Umsatz am Prime Day auf 11,19 Milliarden Dollar, 2022 erwarteten die Analysten von eMarketer im Vorfeld eine weitere Steigerung, von bis zu 12,5 Milliarden Dollar ist die Rede.

Zudem: Im Herbst will Amazon erstmals innerhalb eines Jahres einen zweiten Prime Day stattfinden lassen. Laut Medienberichten soll ein Termin im Oktober 2022 bereits feststehen. Amazon habe Händler über das zweite Prime-Event bereits informiert und darum gebeten, Angebote bis zum 22. Juli einzureichen, heißt es.

Prime Video mit neuem Look

Apropos Primes: Zum Wochenstart wartete Amazon mit einer weiteren Neuigkeit auf. Das Unternehmen werde das Interface seines Streamingdienstes Prime Video runderneuern, meldet unter anderem Heise Online. Amazon stelle die Oberfläche „auf den Kopf“, wie es heißt.  Künftig wird Prime Video demnach nicht mehr durch ein horizontales Menü am oberen Bildschirmrand gesteuert. Stattdessen wandern die Menüpunkte vertikal an den linken Bildschirmrand, „wie man es auch von Netflix und Disney+ gewohnt ist“.

Zu diesen Menüpunkten gehören laut Heise eine Suche, der Schnellzugriff auf den Home-Screen sowie ein Unterpunkt für personalisierte Inhalte. Abseits der Menüleiste habe Amazon ebenfalls am Design geschraubt. So gibt es demzufolge mehr Variation bei den gezeigten Vorschaubildern, bestimmte Inhalte wie Eigenproduktionen werden markanter hervorgehoben. Dazu zählt auch eine prominente Top-10-Liste, die laut Amazon den „sozialen Zeitgeist“ widerspiegeln soll. Auch automatisch abspielende Trailer seien Teil des Redesigns.

Aktienkurs hinkt hinterher

Das alles klingt gut, doch die Kursentwicklung bei der Amazon-Aktie hinkt – trotz der jüngsten Verbesserung – der guten Stimmung um den Handelsriesen etwas hinterher. Das zeigt sich insbesondere langfristig:

  • 1 Woche: +2,7%
  • 1 Monat: +5,7%
  • 6 Monate: -26,5%
  • 12 Monate: -35,2%

Amazon verklagt Rezensions-Betrüger

Liegt es am Image? Das will Amazon nun aufpolieren und hat am Dienstag rechtliche Schritte gegen die Administratoren von mehr als 10.000 Facebook-Gruppen eingeleitet, die versuchen, gefälschte Bewertungen bei Amazon im Austausch gegen Geld oder kostenlose Produkte zu verbreiten. Diese Gruppen seien mit dem Ziel eingerichtet worden, „Personen zu rekrutieren, die bereit sind, gekaufte und irreführende Rezensionen in Amazons Stores in den USA, im Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Japan zu veröffentlichen“, heißt es.

Amazon werde die im Rahmen dieser Klage erlangten Informationen nutzen, um Akteure mit schlechten Absichten zu identifizieren und die von ihnen in Auftrag gegebenen gefälschten Bewertungen zu entfernen, „sofern diese nicht bereits von Amazons fortschrittlicher Technologie, den erfahrenen Prüfteams und im Rahmen der kontinuierlichen Untersuchungen entdeckt wurden“.

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