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Adidas-Aktie: Hat Springer-Chef Döpfner den Shitstorm 2020 initiiert?

Die „Bild“-Zeitung hat im Frühjahr 2020 eine Kampagne gegen Adidas geführt. Nun gibt es laut der „Financial Times“ hierzu eine interessante Erkenntnis.

Auf einen Blick:
  • Adidas hatte im Corona-Frühjahr 2020 Mietzahlungen für geschlossene Filialen ausgesetzt
  • Der Konzern ruderte dann wegen eines Shitstorms zurück
  • Daran war federführend die "Bild"-Zeitung beteiligt
  • Nun gibt es Vorwürfe, dass Springer-Chef Döpfner die Kampagne aus persönlichen Gründen initiiert habe

Es war einer der größten Aufreger zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Damals hatte der Sportartikelhersteller Adidas angekündigt wegen der zwangsweise geschlossenen Filialen die dortigen Mietzahlungen auszusetzen.

In der Folge formierte sich ein Shitstorm gegen den Großkonzern – angetrieben auch von der „Bild“-Zeitung. Diese hatte in etlichen Beiträgen Stimmung gegen Adidas gemacht und das Unternehmen so weit unter Druck gesetzt, dass es schließlich nachgab und die fälligen Mieten trotzdem fristgerecht bezahlte.

„Financial Times“: Adidas-Mietstopp – Springer-Chef Döpfner war offenbar persönlich betroffen

Nun gibt es in dieser Sache eine interessante Erkenntnis, wie die „Financial Times“ berichtet. Im Mittelpunkt: Matthias Döpfner. Nach Angaben der britischen Zeitung soll der Chef des Verlags Axel Springer, hinter dem die „Bild“-Zeitung steckt, außer sich gewesen sein, als er von Adidas‘ forciertem Mietzahlungsstopp gehört hat.

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Demnach soll Döpfner den damaligen „Bild“-Chef Julian Reichelt angewiesen haben, eine Medienkampagne gegen Adidas zu starten. Das Problem: Dabei könnte es offenbar weniger um die journalistische Sorgfaltspflicht gegangen sein als vielmehr um persönliche Interessen. Denn: Wie die „Financial Times“ herausgefunden hat, ist Döpfner Mitbesitzer einer Immobilie in Berlin, in der Adidas eine Filiale betreibt.

Adidas musste zu Kreuze kriechen

Eben das sei laut „Financial Times“ der Grund gewesen, warum die „Bild“-Zeitung im Frühjahr 2020 so stark Stimmung gegen den Sportartikelhersteller gemacht hatte. Dabei hatte die damalige Bundesregierung beschlossen, das Mietrecht wegen der Pandemie so anzupassen, dass die Mieten in solchen Fällen auch deutlich verspätet gezahlt werden können.

Adidas verhielt sich also gesetzeskonform – musste wegen des Shitstorms aber Reputationsschäden fürchten und lenkte deshalb ein. In großen Anzeigen, auch in der „Bild“-Zeitung, entschuldigte sich der Konzern für den vermeintlichen Fehler.

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Axel Springer weist Vorwürfe zurück

Dem Boulevardblatt wird nun vorgeworfen, den Interessenskonflikt zwischen Döpfner und Adidas in den entsprechenden Artikeln nicht erwähnt zu haben. Der „Bild“-Konzern Axel Springer weist derweil die Verantwortung von sich, wie es im „Financial Times“-Bericht heißt.

Allein die Vorstellung eines Interessenskonfliktes sei „absurd“, so der Verlag laut dem Medienbericht. Döpfner habe die Informationen nur deshalb an die „Bild“-Zeitung weitergegeben, weil er „sofort wusste, dass es sich um eine Angelegenheit von überragendem öffentlichen Interesse handelt“.

Auch habe Döpfner gegenüber Reichelt seine Beteiligung an der betreffenden Immobilie in Berlin offengelegt. Es sei aber nicht angemessen gewesen, Döpfner in den entsprechenden Artikeln explizit als Quelle zu nennen, so Axel Springer. Auch habe das ganze Vorgehen den Richtlinien des Konzerns entsprochen.

Ob den Kritikern der „Bild“-Zeitung dieser Erklärungsversuch ausreicht, bleibt jedenfalls fraglich.

Adidas Aktie Chart
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