adesso: Exklusiv-Interview mit CFO Jörg Schroeder

Unser heutiger Interviewpartner ist der CFO von adesso, Jörg Schroeder.

Das Unternehmen adesso ist einer der führenden IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum. Hierbei entwickelt das Unternehmen für seine Kunden passgenaue IT-Strategien, orientiert an innovativen Ideen und zukunftsfähigen Technologien.

Herr Schroeder, der Markt wird aktuell von Hilfsprogrammen überflutet. Erwarten Sie nachhaltige Veränderungen bei den Finanzierungsbedingungen?

J. Schroeder: Wir haben mit unseren Hausbanken lediglich eine Erhöhung der Banklinien zu nach wie vor guten Konditionen vereinbart. Da unser Geschäft zum Glück nicht hart von der Pandemie betroffen ist, verändert sich auch unsere Bonität nicht und wir erwarten daher zumindest für uns weiterhin gute Finanzierungskonditionen.

Verstehe, zum Glück war dies nicht der Fall! Was hat sich denn in Ihrem Unternehmen durch die Corona-Pandemie verändert?

J. Schroeder: Zunächst einmal haben wir uns der Sicherheit der Mitarbeiter angenommen und fast alle Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Wir waren zum Glück in der Lage, durch moderne Infrastruktur und Kollaborationstools unsere Lieferfähigkeit für Softwareentwicklung und Consulting komplett aufrechtzuerhalten.

Dennoch hatten wir im zweiten Quartal auch einen Auslastungs-Dip, welchen wir durch temporäre Kurzarbeit abgefedert haben. Seit Ende Juli haben wir die Kurzarbeit komplett aufgelöst.

Unsere Liquiditätssituation haben wir durch weitere Banklinien mit den Hausbanken abgesichert und ansonsten von Optionen zur Steuerstundung Gebrauch gemacht.

Wir haben durch das Remote-Arbeiten natürlich sehr viele Reisekosten gespart. Langfristig erwarten wir ein Mischmodell der Zusammenarbeit. Es wird sicher immer noch On-Site-Projekte gemeinsam mit Kunden geben, aber sicher auch mehr Remote-Arbeit. Wie sich das genau entwickelt, muss man sicherlich noch abwarten.

Das hört sich gut an. Natürlich kann man solche Situationen auch dafür nutzen, sich in gewissen Bereichen etwas umzustrukturieren. Gibt es weiterführende Unterscheide zu Ihren Wettbewerbern der Branche?

J. Schroeder: Das Unternehmen adesso ist börsennotiert, agiert aber wie ein Familienunternehmen mit immer noch aktiven Gründern. Das verschafft uns enorme Schnelligkeit bei Entscheidungsprozessen, die in anderen Konzernen so nicht ohne weiteres möglich sind. Unsere branchenorientierte Aufstellung zieht sich durch die gesamte Organisation. Darüber hinaus hat adesso hierdurch Vorteile im Vertrieb als auch im Delivery. Durch unsere Nähe zur Forschung bedienen wir auch modernste Digitalisierungsinitiativen, wie zum Beispiel den Einsatz von künstlicher Intelligenz in verschiedenen Business Kontexten. Wir sind dadurch ein gefragter Partner in allen Branchen.

Wo sehen Sie dadurch die adesso in 5 Jahren?

J. Schroeder: Wir haben hier keine hart messbaren Ziele für einen Fünf-Jahres-Zeitraum. Wir planen aber weiter mindestens zweimal so schnell wie der Markt, also überdurchschnittlich stark organisch zu wachsen. Unsere EBITDA-Marge wollen wir auf einen Wert zwischen 11% und 13% bringen. Das ist allein die organische Perspektive, M&A-Transaktionen bilden einen weiteren Baustein, sowohl beim Zukauf von Technologie-Know-how und weiteren Ressourcen, als auch bei der weiteren Internationalisierungsstrategie.

Zum Abschluss habe ich nun noch eine Frage an Sie: Aus welchen Gründen sollten Anleger in Ihr Unternehmen investieren?

J. Schroeder: Der adesso Konzern hat ein klares, ambitioniertes Wachstumsziel, dass wir in den letzten Jahren meist noch deutlich übertreffen konnten. Es gibt aber auch für die kommenden Jahre noch viel Potenzial an Digitalisierungsinitiativen und Softwareentwicklung rund um Unternehmenskernprozesse, auf die wir fokussiert sind. Wer einen solchen „Wachstumstitel“ sucht, sollte sich adesso anschauen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Schroeder. Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitarbeitern weiterhin alles Gute für die Zukunft!

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